Weltpremiere: Audi RS 7 Sportback

14.01.2013 | Anja Sauer | News

Audi RS 7 Sportback Drivers Club Germany

Echte Premieren waren auf der North American International Auto Show dieses Jahr in Detroit eher Mangelware. Audi stellte der Weltöffentlichkeit zumindest einen ganz neuen Wagen vor, den RS 7 Sportback, wobei ganz neu …

Ganz neu ist er nicht, denn die Basis – der Audi A7 – gibt es schon seit mehreren Jahren und die meisten Technikkomponenten feierten bereits Ende 2012 im RS 6 Avant ihre Premiere. Beeindruckend ist es dennoch, was Audi da wieder auf die Beine, pardon, vier Räder gestellt hat.

Ästhetisches Design, innovative Technologie und imponierende Sportlichkeit: Der RS 7 Sportback, das große fünftürige Coupé von Audi, soll viele Stärken zu einem faszinierenden Charakter vereinen. Sein starkes Herz ist der 4.0 TFSI aus dem RS 6. Der Biturbo-V8 schöpft aus seinen 3.993 cm³ Hubraum 560 PS von 5.700 bis 6.700 Umdrehungen an. Zwischen 1.750 und 5.500 1/min sind konstant 700 Nm Drehmoment verfügbar. Weil der drehfreudige Vierliter-Motor konsequent auf geringe Ladungswechsel- und Strömungsverluste ausgelegt ist, baut er seine Kraft früh und spontan auf. Die Abgasseite der Zylinderköpfe liegt innen, die Ansaugseite außen. Die beiden Twinscroll-Turbolader, die bis zu 1,2 bar relativen Ladedruck erzielen, sitzen mit ihrem Ladeluftkühler im Innen-V der Zylinderbänke, deswegen sind die Gaslaufwege sehr kurz und das Ansprechverhalten sehr gut. Die RS-spezifische Motorsteuerung und die entdrosselte Ansauganlage tragen ebenfalls zum dynamischen Charakter des Biturbo-V8 bei. Auf Tastendruck und beim kräftigen Gasgeben machen schaltbare Klappen in der Abgasanlage den Motorklang noch voller, optional montiert Audi eine Sport-Abgasanlage.

Im RS 7 Sportback ist der Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 3,9 Sekunden möglich. Serienmäßig limitiert Audi seinen Topspeed auf 250 km/h; mit dem optionalen Dynamikpaket werden daraus 280 km/h, mit dem Dynamikpaket plus sogar 305 km/h. Im NEFZ-Zyklus soll das neue Topmodell der Baureihe jedoch mit durchschnittlich 9,8 Liter Kraftstoff pro 100 km auskommen. Anteil daran trägt das System cylinder on demand (COD), das bei geringer bis mittlerer Last und Drehzahl die Zylinder 2, 3, 5 und 8 stilllegt, indem es ihre Ventile über elektro-mechanische Aktoren schließt – der 4.0 TFSI arbeitet als Vierzylinder, bis der Fahrer wieder kräftiger Gas gibt. In den aktiven Zylindern verlagern sich die Betriebspunkte zu höheren Lasten hin, der Wirkungsgrad steigt. Alle Umschaltungen dauern nur wenige Hundertstel Sekunden, sie vollziehen sich so geschmeidig und schnell, dass sie kaum zu spüren und zu hören sind. Aktive Motorlager – eine weitere Highend-Lösung von Audi – gleichen die leichten Vibrationen, die im Vierzylinderbetrieb entstehen, mit phasenversetzten Gegen-schwingungen aus. Die COD-Technologie reduziert den Verbrauch im NEFZ-Zyklus um etwa fünf Prozent, bei Fahrten mit moderatem Tempo sind es sogar rund zehn Prozent.

Im Audi RS 7 Sportback ist die serienmäßige Achtstufen-tiptronic speziell auf den sportlichen Charakter abgestimmt. Der Fahrer kann zwischen den Modi D und S wählen oder die Gänge selbst wechseln – mit den Schaltwippen am Lenkrad oder dem Wählhebel, der ein spezielles RS-Design trägt. Während die unteren Gänge der tiptronic sportlich-eng gestaffelt sind, reduziert der im Stil eines Overdrives lang übersetzte achte Gang den Verbrauch. Um dem Audi RS 7 Sportback sein entscheidendes Plus an Traktion und Fahrsicher-heit gegenüber der Zweirad-getriebenen Konkurrenz zu ermöglichen, ist der permanente Allradantrieb quattro serienmäßig an Bord. Sein Herzstück ist ein Mittendifferenzial mit hohem Sperrwert, das über einen eigenen Ölkühler temperiert wird. Es verteilt die Momente je nach Bedarf in einem weiten Bereich zwischen Vorder- und Hinterachse, in der Grundauslegung strömen 60 Prozent nach hinten und 40 Prozent nach vorn. Die radselektive Momentensteuerung, unterstützt die Arbeit des Differenzials im Kurven-Grenzbereich mit minimalen Bremseingriffen an den entlasteten Rädern. Optional montiert Audi an der Hinterachse das Sport-differenzial, das die Kräfte mit zwei Überlagerungsstufen stufenlos zwischen den Rädern verteilt.