SUV-Dauerbrenner: VW Touareg im Fahrbericht

30.01.2016 | Christian Sauer | Testrides

VW Touareg Volkswagen Drivers Club Germany

So oder so gefällt uns der Touareg als angenehmer Allrounder für lange Touren ebenso wie für Shoppingstrips in die Innenstadt, wo auf Wunsch 360-Grad-Kameras beim Rangieren des 4,80 m langen und 2,21 m breiten Wagens helfen. Gerade kleinere Fahrer(innen) werden sicher auch die elektrische Heckklappe mit oder ohne Gestensteuerung und das niedrige Beladungsniveau der Luftfederung zu schätzen wissen. Der Kofferraum schluckt 420 bis 1.642 Liter Gepäck. Großzügige Platzverhältnisse bietet der Touareg natürlich auch seinen maximal fünf Gästen. Die elektrischen verstellbaren Vordersitze mit einstellbarem Seitenhalt aber ohne Sitzflächenverlängerung sind bequem. Das Ambiente innen wirkt bis auf einige Details hochwertig, doch wo andere Hersteller inzwischen mit komplett digitalen Instrumenten und Infotainment-Wundern begeistern, zeigt sich der VW-SUV eher unspektakulär – Kritiker könnten von altbacken oder gar veraltet sprechen. Das Highlight des Angebots bildet das Audio-System von Dynaudio mit zwölf Lautsprechern und 620 Watt Leistung. Das hatte unser Testwagen ebenso an Bord wie das auch in anderen VW-Modellen eingesetzte RNS 850 samt dem 20-cm-Touchscreen und integrierter Festplatte jedoch ohne Apple CarPlay oder Android Auto. Insgesamt fanden wir im Cockpit nahezu alles, was man derzeit (noch) von einem Premium-Modelle erwarten kann, aber eben auch nicht mehr.

 

Zeitlos, solide, ausgereift und ohne Überraschungen präsentiert sich der Touareg ebenfalls von außen. Nachdem die Konkurrenten weitestgehend überarbeitet wurden, wirkt sein Design inzwischen allerdings etwas in die Jahre gekommen und Auffallen wird man mit dem Volkswagen-SUV auch kaum. Vielleicht ist das auch ein Geheimnis seines Erfolgs. Aufpassen sollten die Verantwortlichen in Wolfsburg allerdings, dass der routinierte Dauerbrenner neben dem neuen Tiguan in vielerlei Hinsicht nicht alt aussieht. Der „kleine Bruder“ ist erwachsen geworden und je nach Ausstattung meldet er mit über 50.000 Euro seinerseits Premium-Ansprüche an. Zumindest bei den Motorisierungen – beim Tiguan ist vorerst bei 180 PS mit vier Zylindern Schluss – bleibt ein Respektabstand erhalten. Der Touareg startet mit 53.050 Euro und lässt sich dank der umfangreichen Aufpreisliste auf über 80.000 Euro treiben. Einen genaueren Blick lohnen die R-Line-Pakete für das Exterieur sowie Interieur, mit dem der SUV deutlich dynamischer wirkt.

Elegant ist der Touareg allemal, was auch unser Nacht-Shooting vor dem Hotel Taschenbergpalais Kempinski und der Semperoper in Dresden beweist.