Lust auf mehr: VW Passat GTE Fahrbericht

17.08.2015 | Christian Sauer | Testrides

VW Passat GTE
Rund um Amsterdam drehten wir bereits vor der Markteinführung eine Runde mit dem neuen Plug-in-Hybriden und testeten aktuelle Forschungs- sowie Entwicklungs-Projekte für die Elektromobilität von morgen.

Mal wieder auf nach Amsterdam! Immer mehr Modell-Neuheiten werden in der niederländischen Metropole vorgestellt, die nicht nur touristisch angesagt ist, sondern auch über ein dichtes Netz an Elektro-Ladesäulen verfügt. Kein Wunder also, dass wir dort 2013 auch den BMW i3 zum ersten Mal fahren konnten. Doch ist es ein Zufall, dass unsere Tour auch genau in dem Parkhaus am Flughafen startet wie damals? Nein, schließlich bietet der VIP-Bereich viel Platz für die Testwagen-Flotte und auch zur Präsentation neuer Innovationen zum Laden. Da wäre zum einen e-smartConnect, eine automatisierte Elektrotankstelle mit Roboterarm. Der kann dank Kommunikation mit dem E-Auto den Ladestecker passgenau auf die Ladebuchse aufstecken und wenn die Batterien vollgeladen sind oder per Smartphone die Beladung beendet wird, zieht er den Stecker auch wieder ab und schließt vorsichtig die „Tankklappe“ des Autos. Wie gefühlvoll der Roboter arbeitet, beweist er im Selbstversuch, als sein Arm unsere Hand vor ihm bemerkt und sofort den Versuch der Betankung des e-Golfs unterbricht.

 

Komplett wie von Geisterhand gesteuert, funktioniert V-Charge: Die Idee dahinter sieht vor, dass man seinen Stromer zum Beispiel an der Einfahrt eines Parkhauses abstellt und sich der Wagen selbstständig einen freien Parkplatz sucht. Durch Induktion fließt der elektrische Strom dann von der im Boden installierten Primärspule ohne direkten Kontakt zur Sekundärspule, die sich im Wagenboden befindet. Die Übertragung durch die Luft ist laut den Entwicklern zwar (noch) nicht so effizient wie durch die dicken Kabel, aber genauso sicher. Gesteuert und überwacht wird der Ladevorgang ebenfalls per Smartphone, worüber das Auto dann auch zur Ausfahrt gerufen werden kann. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Elektronik nicht nur das Parken in der eigenen Garage, sondern auch auf Parkplätzen oder in Parkhäusern funktioniert, doch der Aufwand für deren Betreiber soll dann sehr gering sein.

Konventionell per Hand und Kabel wurde unser Passat GTE geladen, der nun zur Abfahrt bereit steht. Wir haben uns für einen Variant-Kombi entschieden, der sich in Deutschland trotz attraktiverer Limousine wohl weiterhin besser verkaufen wird. Über die Qualitäten des Passats an sich hatten wir bereits im Rahmen dessen Weltpremiere in Potsdam und der Fahrveranstaltung auf Sardinien berichtet. Und im Golf GTE machten wir schon Bekanntschaft mit dem Antriebspaket, das der größere Passat nun leicht gestärkt übernimmt. Dabei wird der Turbo-Benzin-Motor mit 1,4 Litern Hubraum, vier Zylindern, 166 PS (155 kW) und 250 Nm Drehmoment mit einem 115 PS (85 kW) starken Elektromotor sowie Lithium-Ionen-Batterien samt einer 8,7 kWh Energiegehalt kombiniert. Die Stromspeicher wiegen 125 kg – Leergewicht insgesamt rund 1.730 kg – und sind ebenso sicher wie platzsparend im Fahrzeugboden vor der Rücksitzbank untergebracht. An einer haushaltüblichen Steckdose sind die komplett entladene Batterien in 4:15 Stunden wieder gefüllt, mit Starkstrom (3,6 kW) von öffentlichen Ladesäulen oder privaten Wallboxes soll es nur 2:30 Stunden dauern – wiederrum auch per Smartphone sowie direkt per Knopfdruck oder Timer steuerbar. Während der Fahrt hilft der „Battery Charge“-Modus, wieder auf die offiziell 50 Kilometer elektrische Reichweite zu kommen.