Sportlicher Plug-in-Hybrid: VW Passat GTE

02.04.2016 | Christian Sauer | Testrides

VW Passat GTE Drivers Club Germany
Wir testeten den großen Kombi mit der Kraft der zwei Herzen in der Stadt, ebenso wie auf kurvigen Landstraßen und der Autobahn. Ist er wirklich so sparsam und zugleich sportlich wie versprochen?

Diesel-Skandal hin oder her, der Passat ist und bleibt ein Bestseller. Vor allem mit dem Variant-Kombi, der sich hierzulande deutlich besser verkauft als die Stufenheck-Limousine mit Kofferraumdeckel, erregt man dementsprechend kaum Aufmerksamkeit. Außer dem bereits im letzten Jahr von uns angetesteten Passat Alltrack samt Offroad-Optik und Allradantrieb fehlen bislang Sondermodelle wie ein Passat GTI, GTD oder R. Vielleicht ist das aber gerade der Grund, weshalb wir während unseren Testfahrten mit dem GTE doch mehr Blicke auf uns ziehen als gedacht. Vorn sorgt dafür das ebenfalls im e-up! sowie e-Golf und Golf GTE verbaute LED-Tagfahrlicht. Die getreu dem Marketing-Slogan „Think Blue“ blauen Akzente gehen bei unserem Testwagen in Harvard Blue Metallic zwar etwas unter und kontrastieren am besten mit der Perlmuttweiße Lackierung in Weiß, aber wer genau hinsieht, wird sie ebenso bemerken wie die GTE-Schriftzüge ringsherum. Weitere Erkennungszeichen sind die blauen Bremssättel hinter den optionalen 18-Zoll-Alurädern und die ovalen Auspuffblenden am knackigen Heck. Das sieht nicht nur sportlich aus, das klingt auch so – zumindest im gleichnamigen GTE-Modus.

 

Dann arbeiten der Turbo-Benzin-Motor mit 1,4 Litern Hubraum, vier Zylindern, 156 PS (115 kW) und 250 Nm Drehmoment zusammen mit dem 115 PS (85 kW) starken Elektromotor an der Vorderachse. Die Systemleistung von 218 PS und 400 Nm Drehmoment scheint mit dem Mittelklasse-Kombi (Leergewicht rund 1.730 kg) leichtes Spiel zu haben und beschleunigt ihn eindrucksvoll von null auf einhundert in 7,6 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit werden 225 km/h angegeben. Die Durchzugskraft steht dank dem Boost auch auf Autobahnen vergleichbaren Dieseln in nichts nach und selbst ohne elektrische Unterstützung wirkt der Verbrenner spritziger als bei den meisten anderen Hybriden. Im GTE-Modus laden sich die 125 kg schweren Lithium-Ionen-Batterien mit 8,7 kWh Energiegehalt, die ebenso sicher wie platzsparend im Fahrzeugboden vor der Rücksitzbank untergebracht sind, auch teilweise während der Fahrt wieder auf. An einer haushaltüblichen Steckdose sind die komplett entladenen Batterien in 4:15 Stunden gefüllt, mit Starkstrom (3,6 kW) von öffentlichen Ladesäulen oder der privaten Wallbox soll es 2:30 Stunden dauern – jeweils per Smartphone oder Timer oder direkt per Knopfdruck steuerbar. Während unseres Tests machten wir den Selbstversuch an einer Schnellladesäule vor der Kantine von Volkswagen Financial Services in Braunschweig und hatten nach einer halben Stunde 1,73 kWh getankt, was für knapp 8 Kilometer elektrische Fahrt reicht.