Alles Premium? VW Passat im Fahrbericht

07.11.2014 | Jan Minor | Testrides

vw-passat-teaser

Auf Sardinien testete Drivers Club Germany Redakteur Jan Minor den neuen VW Passat als Limousine und Kombi.

Volkswagen, Deutschlands Nummer eins in Sachen Geschäftswagen, will den neuen Passat im Premiumsegment positionieren, um somit bei den ganz „Großen“ mitspielen zu können. Dass er ganz oben mitspielen will, versteckt er optisch auf keinen Fall: Das neue Design ist deutlich emotionaler und moderner. Auffällig ist beim neuen Passat die am ganzen Fahrzeug zu findende Breitenbetonung. Die aggressiv gestalteten Scheinwerfer, weiter über die sogenannte Tornadolinie an der Seite bis hin zu den LED-Rückleuten im Heckbereich. Diese sind übrigens schon in der Serienausstattung enthalten. Beim Bremsen ändern sie in der Topversion die Anzeigelinie von einer horizontalen in eine vertikale Linie. Die darunter liegenden, lang gezogenen Auspuffblenden verleihen dem Fahrzeug Stärke und betonen das hochwertige Design des ohnehin schon kraftvollen Heckbereichs.

Seine Stärke lässt uns der Passat vor allem im 240 PS und 500 Nm starken Diesel-Topmodell mit zwei Liter großem Biturbo auf Sardiniens spüren. Im Zusammenspiel mit dem 4Motion-Allradantrieb und dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bringt der Wolfsburger seine ganze Kraft auf die Straße, was sich für ein Fahrzeug im Premiumsegment auch so gehört. Der bisher stärkste TDI-Motor des Passats erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 240 km/h und verbraucht im Durchschnitt nur 5,3 Liter auf 100 km. Im Durchschnitt konnte der Verbrauch aller Vierzylinder mit einem Leistungsspektrum von 120 bis 280 Pferdestärken um bis zu 20% verringert werden. Später folgt noch der Plug-in-Hybrid mit dem Antrieb des Golf GTE. Positiv ist ebenfalls die Entwicklung des Fahrverhalten: Auch durch den gewachsenen Radstand liegt das Fahrzeug sehr sportlich auf dem Asphalt und schluckt trotzdem Schlaglöscher locker. Die zum ersten Mal in einem Passat eingesetzte Progressivlenkung unterstützt uns beim Fahren durch die kurvenreichen Straßen Sardiniens und bietet ein Plus an Fahrdynamik, Lenkverhalten und Komfort im alltäglichen Gebrauch.

 

Mit dem neuen Fahrzeug kommt natürlich auch eine Menge neue Software mit an Board. Noch nie zuvor sind bei einem Passat so viele neue Technologien mit in die Entwicklung eingeflossen. Darunter sind mehrere Weltneuheiten wie der Trailer Assist, der erste Lenkassistent für Gespanne. Das einzigartige Assistenzsystem ermöglicht dem Fahrer spielerisches Manövrieren des Fahrzeuges mit Anhänger. Gesteuert wird in diesem Fall nicht wie üblich per Lenkrad, sondern über einen kleinen Joystick der sich in der Nähe des Türgriffes auf der Fahrerseite befindet. Das einzige was der Fahrer zu tun hat, ist das Umfeld zu beobachten und per Joystick den entsprechenden Winkel einstellen. Auf dem großen Display behält die Rückfahrkamera alles im Blick, was hinter dem Fahrer passiert. Mit etwas Übung geht es dann mit maximal drei Stundenkilometer in Richtung Parklücke. Ein Plus an Komfort und Sicherheit bietet auch die neue City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung.

Weitere moderne Technologien warten im Innenraum, wo VW ebenfalls Wert auf die Breitenbetonung des Fahrzeuges legt. Dem Fahrer wird somit ein großzügiges Raumgefühl verliehen. Volkswagen lässt den Kunden zwischen Chrom, Holz oder Klavierlack im Cockpit entscheiden, das insgesamt deutlich hochwertiger als noch beim Vorgänger wirkt. Auffällig sind die schon an der Front eingesetzten edlen Lamellen die sich einmal horizontal durchs Cockpit ziehen. Darauf setzt VW eine kleine aber feine analoge Uhr, die wir auch von anderen Premiumherstellern kennen. Passend dazu, gibt es die bequemen Ledersitze erstmals auch mit Massagefunktion.