Sport- oder Lifestyle-Laster? Der neue VW Golf Sportsvan

09.06.2014 | Daniel Englisch | Testrides

VW Golf Sportsvan Drivers Club Germany
Unser Redakteur Daniel Englisch durfte sich an der Cóte d´Azur im neuen Volkswagen Golf Sportsvan durch die Straßen winden.

So richtig mag der neue Golf Sportsvan auf Anhieb in keine der beiden Schubladen passen. Für einen Van ist er zu klein, ein richtiger Sportwagen ist er auch nicht – will er auch gar nicht sein. Der Sportsvan ist der Nachfolger des mittlerweile in die Jahre gekommenen VW Golf Plus. Immerhin dem zweiterfolgreichsten Modell der Golf-Familie, mit gut 20% internem Marktanteil. Korrekt, jeder fünfte verkaufte Golf war ein Golf-Plus.

 

Die Teststrecke ist gut 150 km lang und führt von Nizza, entlang am Meer über die Alpensüdausläufer durch die Parfum-Stadt Grasse, bis hin zu unserem Ziel St. Tropez. Gleich zu Beginn werden wir vor die Wahl gestellt – welches Modell und welche Motorisierung darf es sein? Ein Benziner oder vielleicht ein Diesel? Den Sechs-Gang-Handschalter oder doch lieber den Sportsvan mit DSG?

Die neuen TSI Turbo-Direkteinspritzer-Motoren leisten im Sportsvan zwischen 85 und 150 PS und harmonisieren hervorragend mit den Sechs- und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetrieben. Die von uns getestete Top-Variante der Benzinermodelle, der 1,4 TSI leistet 150 PS auf sieben automatische Gänge verteilt. Nicht nur komplett neu entwickelte Motorentechnik floss in den Golf Plus Nachfolger ein. Somit soll im Optimalfall eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauches von bis zu 20% möglich sein. Ein um 107 mm gewachsener Radstand geht je nach Ausstattungsvariante mit einem Gewichtsverlust von bis zu 90 kg einher und auch am Design haben die Wolfsburger kräftig gefeilt. Er wirkt wesentlich sportlicher und dynamischer als sein Vorgänger. Die Linienführung ist kantig, markant. Die Familiennähe zum gelungen Golf 7 bleibt trotz dem Plus an Höhe und den größeren Überhängen erhalten.

Bei den Maßen ist VW seinem Konzept treu geblieben, etwas größer als ein Fünftürer, aber kleiner als ein Golf Variant – der Kombi der aktuellen Serie. Mit dem Neuen hat Volkswagen zwei entscheidende Kundengruppen im Auge. Sowohl junge Familien als auch die sogenannten „Best Ager“ sollen von dem variablen Konzept mit hohem Einstieg und guter Rund-Umsicht begeistert werden. Die umklappbare, geteilte Rückbank ist zusätzlich noch längs verschiebbar, was die maximale Flexibilität des Laderaumes gewährleisten soll. Überhaupt lässt sich der Sportsvan mit jeder Menge Technik ausstaffieren, die man sonst eher von der Oberklasse kennt. Ein Parkpilot System, dass automatisch einparkt und bei der Parkplatzsuche assistiert, Müdigkeitserkennung, Blind Spot Sensor, adaptive Fahrwerksregelung DCC, um nur einige zu nennen – wer möchte kann seinem Sportsvan nach Belieben mit Zusatzausstattung auch einen Oberklasse-Preis verleihen.