Plug-in-Hybrid im Fahrbericht: VW Golf GTE

19.09.2014 | Christian Sauer | Testrides

Volkswagen Golf GTE

Während der Fahrt generiert der GTE ebenfalls Energie per Rekuperation, deren Intensität in mehreren Stufen einstellbar ist. Zusätzlich gibt es wie auch beim kürzlich von uns getesteten Mitsubishi Outlander PHEV einen Charge-Modus zum Laden der Batterie durch den Motor und dem Hold-Modus, in dem sie auf einem konstant mittlernen Wert gehalten wird. Im E-Modus fährt der GTE mit seinem Leergewicht von 1.524 kg selbst bei starker Beschleunigung und bis zu 130 km/h rein elektrisch. Dann übernimmt der Benziner wieder den Vortrieb, die Übergänge wirken recht sanft.

Eine Besonderheit stellt der GTE-Mode, eine Art Sportprogramm dar. Einmal gedrückt, wird alles auf Dynamik gestellt: Das Ansprechverhalten des Benzinmotors, des neuen 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebes (DSG) und der an sich leichtgängigen Lenkung werden geschärft. Wer die adaptive Fahrwerksregelung DCC extra bestellt hat, wird dann auch die härtere Dämpferabstimmung spürbar bemerken. Wenn beide Motoren zusammen mit 350 Nm Drehmoment boosten und ein Soundgenerator das sogar akustisch untermalt, wird klar, was Volkswagen mit Fahrspaß meint. Typisch Plug-in-Hybrid flacht das Aha-Erlebnis wieder ab, wenn sich der Stromer bei höheren Geschwindigkeiten weniger bemerkbar macht und der relativ kleine Benziner stärker gefordert wird.

Das wird wohl vor allem auf deutschen Autobahnen den Verbrauch deutlich erhöhen. Wie stark es sich auswirken wird, konnten wir bei unseren Testfahrten rund um den Zürichsee und bei den strengen Tempolimits in der Schweiz nicht testen, sonst wäre es sehr teuer geworden. Vermeintlich teuer wirkt auch der Grundpreis von 36.900 Euro für den ausschließlich als Viertürer bestellbaren Golf GTE. Allerdings relativiert sich dieser im Vergleich zu GTI (28.675)  und GTD (29.700 Euro) und dank der umfangreicher(en) Serienausstattung. Dazu gehört unter anderem der 6,5 Zoll große Touchscreen, auf dem zum Beispiel der Energiefluss oder in Verbindung mit dem Navigationssystem der verbleibende Aktionsradius angezeigt werden kann.

Ein weiteres farbiges Multifunktionsdisplay befindet sich klassisch zwischen den beiden, analogen Rundinstrumenten. Neu ist, dass ein kleiner Zeiger links die Drehzahl des Benzin-Motors darstellt und der große Zeiger als Powermeter für den elektrischen Antrieb dient. VW scheint wohl optimistisch davon auszugehen, dass im GTE überwiegend mit Strom gefahren wird und gibt eine acht-jährige Garantie auf die Hochvoltbatterie – Vielfahrer werden in der Zeit wahrscheinlich aber die abgedeckten 160.000 km überschreiten und auf noch mehr Langlebigkeit hoffen. Kein Geheimnis ist, dass VW als nächstes den neuen Passat als Plug-in-Hybrid anbieten wird. Im Golf GTE leistet er gute Arbeit und zeigt keine wesentlichen Schwächen – weiter so!