Plug-in-Hybrid: Volvo XC90 T8 Twin Engine

16.02.2016 | Christian Sauer | Testrides

VOLVO XC90, T8 Twin Engine, R-Design, Bursting Blue Metallic

Die Lithium-Ionen-Batterien, die platzsparend zentral im Mitteltunnel installiert wurden und weder den Betrieb als Siebensitzer noch den 262 bis 1.667 Liter großen Kofferraum einschränken, ermöglichen mit 9,2 kWh Kapazität eine rein elektrische Reichweite von maximal 43 km. Je nach Stromstärke sollen sie binnen 2,5 bis 6 Stunden wieder vollständig aufgeladen sein. Für den NEDC-Fahrzyklus gibt Volvo 2,1 Liter Super als kombinierten Durchschnittverbrauch an, was 49 g CO2 pro km entsprechen würde. Im Alltag wird es erfahrungsgemäß aber wohl deutlich mehr sein. Wie effizient und sparsam man mit dem 2,3 Tonnen schwerem SUV – ohne Hybrid sind es rund 200 kg weniger – unterwegs sein kann, wird natürlich stark vom Anteil des elektrischen Fahrens abhängen. Um die Energie optimal zu nutzen, startet der T8 Twin Engine immer in der Grundeinstellung „Hybrid“. Im „Pure“-Modus treibt der Stromer den XC90 bis zu 125 km/h an. Wenn es flotter wird oder mehr Leistung abgerufen wird, schaltet sich der Verbrenner dazu und aus dem elektrischen Heckantrieb wird der hybride Allrad. Das funktionierte bei unseren Testfahrten gut. Allein das Einlegen der Fahrstufen der 8-Stufen-Automatik beispielsweise beim Rangieren gestaltet sich für unseren Geschmack etwas fummelig und langsam. Je nach Lenkrad-Variante lässt sich über Schaltpaddel auch manuell eingreifen.

Mit dem schicken Drehrad samt Diamantenschliff in der Mittelkonsole lassen sich ebenfalls die fünf weiteren Fahrprogramme des „Drive Mode“ auswählen. Bei „Power“ werden alle Komponenten samt dem Auspuffklang – aus einem Vierzylinder wird allerdings nie ein Sechs- oder Achtzylinder – auf Sportlichkeit getrimmt. Dazu gehören auch die Lenkung und das optionale Luftfahrwerk, das dem XC90 insgesamt zu mehr Komfort verhilft. „Safe“ hilft dabei, genug elektrische Energie für Fahrten in Städten aufzusparen, wo der T8 Twin Engine als Plug-in-Hybrid mit E-Kennzeichen zum Teil kostenlos auf öffentlichen Parkplätzen parken oder Busspuren nutzen darf. Dann gibt es noch den AWD-Modus für Fahrten auf Schnee und Eis oder den Anhängerbetrieb sowie den Offroad-Modus mit Erhöhung der Bodenfreiheit um 40 mm, Aktivierung der Bergabfahrhilfe und leichtgängigerer Servolenkung. Um die „Verwirrung“ zu vervollständigen, lassen sich nahezu alle Komponenten auch noch individuell programmieren. Das kling – typisch Hybrid – in der Theorie kompliziert, aber zum einen muss man ja nichts manuell einstellen und zum anderen wechseln die Fahrer zumeist nicht wie wir fast tagtäglich die Wagen. Sich vor Fahrtantritt intensiv damit vertraut machen empfehlen wir auch für das 9-Zoll-Touchscreen im Tablet-ähnlichen Look & Feel. Im mindestens 76.160 Euro kostenden XC90-Topmodell ist es ebenso serienmäßig wie die fernbedienbare Standheizung und das Panorama-Glas-Schiebedach. Wer sich für die Inscription-Ausstattung oder das R-Design entscheidet, landet mit ein paar Optionen problemlos bei über 100.000 Euro.

 

Damit stößt Volvo in neue Sphären vor, die auch nach einer anderen Kundenansprache und -betreuung verlangt. Deshalb sollen die Händler, die mit dem schwedischen Hersteller weiter (mit)wachsen wollen – im letzten Jahr + 13 % in Deutschland, + 10 % in Europa, + 8 % weltweit und insgesamt erstmals über eine halbe Million verkaufte Autos – ihre Showrooms aus- und umbauen. Doch Volvo ruht sich auf den Verkaufsrekorden nicht aus und plant 2016 hierzulande fast 40.000 neue Autos auf die Straßen zu bringen, was 1,3 % Marktanteil entsprechen würde. Parallel dazu wird das offizielle Geschäft mit jungen Gebrauchtwagen ausgebaut und zusammen mit namhaften Partnern auch Finanzierung / Leasing sowie Vermietung angeboten. Besonders innovativ möchte Volvo die Abläufe in den Werkstätten verändern. Dort soll der Service weiter verbessert werden und dank mehr Teamarbeit beispielsweise die Wartezeit bei einer Wartung auf rund eine Stunde zu reduzieren. Vorteilhaft wird sich dabei sicher auch wieder die modulare und skalierbare Produkt-Architektur auswirken, schließlich teilt sich der XC90 seinen Antrieb zukünftig mit der neuen S90 Limousine, dem V90 Kombi und dem V90 Cross Country, die in diesem Jahr durchstarten sollen. Wir von Drivers Club Germany werden also sicherlich noch öfter über die schwedische Kultmarke mit 20-jähriger Allrad-Tradition berichten.

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