Volvo XC60 Facelift

08.09.2021 | Christian Sauer | Testrides

Bevor die neuen C40 und XC90 präsentiert werden, spendiert Volvo seinem SUV-Bestseller ein optisches und technisches Facelift.

Das Ziel steht fest: Ab 2030 produziert Volvo ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge. In den kommenden Jahren werden alle jetzigen Baureihen komplett ersetzt und ganz neue kommen dazu. Bis dahin muss die schwedische Traditionsmarke im chinesischen Besitz mit den jetzigen Modellen, vor allem mit dem XC60, noch Geld verdienen. Weltweit und in Deutschland mit dem kleineren XC40 fast gleichauf, liegt er als mittlere SUV mit Abstand vor dem XC90, der demnächst durch seine Neuauflage abgelöst wird.

Optisch ändert das Facelift beim XC60 in seiner zweiten Lebenshälfte nicht sehr viel. Neben neuen Farben und Felgen fallen vor allem bei der sportlichen Ausstattungslinie R-Design die stärker ausgeprägten Front- und Heckschürzen auf. Hinzu kommen beim von uns gefahrenen Topmodell XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered die goldenen Sättel der Akebono Bremsen, vorn mit sechs Kolben hinter 21-Zoll-Felgen. Das Polestar Engineered Fahrwerk samt den manuell einstellbaren Öhlins-Stoßdämpfern sorgt für ein recht sportliches Fahrverhalten, ohne den Komfort extrem zu beeinträchtigen. Dennoch hätten wir uns insbesondere für den stärksten Plug-in-Hybriden mit 318-PS-Vierzylinder sowie den an der Hinterachse 87 PS / 65 kW leistenden Elektromotor doch adaptive Dämpfer und variable Fahrprogramme zur Auswahl gewünscht.

Dabei verbaut Volvo laut eigenen Aussagen beim überarbeiteten XC60 sowie bei den „flachen“ 90er Modellen eines des modernsten Hardware-Paketes der gesamten Automobilindustrie. In diesem Zuge wurden nicht nur der Fußsensor für die Heckklappenautomatik verbreitert und der Radarsensor wanderte zugunsten einer kompakteren Overhead-Konsole wieder hinter das Logo im Kühlergrill. Noch wichtiger und typisch für Volvo wird die aktive Sicherheit dadurch noch weiter verbessert. Die neue und erstmals im elektrischen XC40 präsentierte Sensorplattform Advanced Driver Assist System (ADAS) bietet drei Bereiche. Unter Safety Assistance fasst Volvo alle Unterstützungen zusammen, die Kollisionen vermeiden oder unvermeidliche Kollisionen abschwächen sollen. Driver Awareness überwacht Geschehnisse rund um das Auto und unterstützt bei Gefahrensituationen.

Driver Assistance erleichtert Fahren auf Autobahnen sowie im städtischen Stop-and-Go-Verkehr. Praktisch ist das neue Funktion „Ready to drive notifikation“, die dabei aufmerksam macht, dass an Ampeln oder im Stau das Fahrzeug vor einem losfährt. Für Ablenkung könnte nämlich das 12,3 Zoll große Fahrerdisplay mit digitalen Instrumenten und Navi-Anzeigen sorgen. Auch das Infotainmentsystem in der Mittelkonsole wurde mit optimierter Grafik überarbeitet. Die neue Hardware soll aber auch genügend Kapazitäten für Software-Erweiterungen bieten, die zukünftig „over the air“ eingespielt werden können. Dabei hilft sicherlich die Umstellung auf Android inklusive Google Maps und Google Sprachsteuerung. Volvo arbeitet allerdings auch an eigener Software mit NIVIDIA Technik. Wir sind gespannt, was die nächsten Monate und Jahre an Neuerungen bringen werden.

Unterm Strich bleibt der XC60 ein sehr attraktives SUV und mit dem vor allem digitalem Feinschliff wettbewerbsfähig für die nächsten Jahren. Weiterhin stehen die vier bekannten Benziner und drei Diesel Mild-Hybride sowie drei Plug-in-Hybride inklusive dem Polestar Engineered zur Wahl. Die Preise starten bei rund 47.000 Euro und enden vollausgestartet knapp unter 100.000 Euro.