Frühlingsgefühle: Volvo Winter-Testfahrten

16.03.2014 | Armin Sauer | Testrides

Volvo Winter-Testfahrten XC60 XC70 V60 Drivers Club Germany

Von Winter-Testfahrt zu sprechen, fällt im Winter 2013/2014 grundsätzlich schon schwer. Bei Temperaturen im zweistelligen Bereich erscheint es nahezu unmöglich, noch eine brauchbare Schneedecke für Testfahrten zu finden. Aber Drivers Club Germany Redakteur Armin Sauer ließ sich gerne überraschen.

Nach der Ankunft am Flughafen München führte die erste Etappe nach Übersee am Chiemsee. Die ausgewählte Route ging ausschließlich über Land, weitab von jeder Autobahn. Die Strecke hatte alles zu bieten, was für einen Fahrzeugtest benötigt wird. Wir fuhren bei herrlichstem Sonnenschein bergauf und bergab, aber von Winter war weit und breit nichts zu sehen.

Unser erstes Fahrzeug, ein XC60 D4 mit 183 PS und Automatikgetriebe, zeigte sich sehr agil und wendig. Der Turbodiesel meisterte kurvige Steigungen erwartungsgemäß souverän, Überholmanöver gingen stets flott und sicher von statten. Die hohe Sitzposition in Verbindung mit hervorragenden und mehrfach verstellbaren Sitzen verleihen den Insassen ein entspanntes Wohlgefühl. Die digitalen „Analoginstrumente“ lassen sich individuell einstellen und geben alle notwendigen Informationen sehr gut wieder. Alles in allem lädt der SUV auch zu Fahrten auf längeren Distanzen ein.

Das Navi führte uns sicher und problemlos zum Chiemsee. Nur die eigentlich gut funktionierende Verkehrszeichenerkennung hatte noch einen kleinen Mangel, es erkannte kein Ortsschild, wodurch die angezeigte Höchstgeschwindigkeit innerhalb der Ortschaften auf der zuletzt außerorts erkannten Geschwindigkeit stehen blieb. Hier ist wohl noch eine kleine Nachbesserung notwendig.

Nach dem Mittagessen ging es dann auf die zweite Etappe, wieder ausschließlich über Land- und Bundesstraßen, vom Chiemsee über Waidring in Österreich zum Hotel Intercontinental am Obersalzberg bei Berchtesgaden. Aber außer etwas Nassschnee war auch hier von Winter nicht viel zu sehen. Gibt es wirklich noch eine Überraschung?

 

Fahrzeugwechsel: Weiter ging es im XC70 D4. Der Diesel war mit einem Schaltgetriebe ausgestattet, welches sich aber sehr präzise und leichtgängig schalten ließ und somit auf den wiederum kurvigen Strecken zu keiner Zeit ein Problem darstellte. Die Innenausstattung war, wie zuvor schon im XC60, auf dem neuesten Stand. Lediglich die vorderen Sitze könnten noch die eine oder andere zusätzliche Raste in Längsrichtung haben. Größer gewachsene Fahrer kommen hier sehr schnell an eine begrenzte Beinfreiheit, was den ansonsten sehr guten Gesamteindruck beeinträchtigen kann.

Am Abend bekamen wir vor dem hervorragenden Abendessen noch interessante Informationen rund um Volvo serviert: 2013 fand Volvo mit 427.840 Zulassungen weltweit wieder in die Gewinnzone zurück. Mit 27.517 verkauften Autos in Deutschland hat Volvo einen Marktanteil von 0,9% erreicht. Top 3 waren der XC60 mit 30%, V40 und V40 Cross Country mit 25% sowie der V60 samt 14%. Ziel für 2014 sind 3,0 – 3,1 Mio. Zulassungen und ein Marktanteil von einem Prozent.

Und auch technisch tut sich einiges: Von den ehemals acht unterschiedlichen Antriebsaggregaten bleiben zwei neue sogenannte Drive-E Motoren übrig. Diese sind die Dieselmotoren (D4) von 120 PS bis 225 PS und die Drive-E Benziner (T5, T6) von 140 PS bis 306 PS. Alle Drive-E Motoren zeichnen sich u.a. durch vier Zylinder und 2,0 Liter Hubraum aus. Die Getriebestrategie ist identisch – es bleiben nur noch ein Achtstufen-Automatikgetriebe und zwei Sechsgang-Schaltgetriebe übrig. Außerdem senkt Volvo weiter konsequent Verbrauch und CO2-Emissionen seiner Modelle. Die Strategie ist mehr Leistung bei weniger CO2.

Zum Beispiel sinkt beim Volvo S60 T5 mit 245 PS der offizielle Verbrauch auf 5,9l / 100 km und 137 g CO2 / km. Das sind jeweils 27% weniger. Damit ist Volvo die Marke mit der größten Reduzierung unter den Premium-Herstellern. Hinzu kommt noch der bärenstarke Volvo V60 Plug-In-Hybrid mit einer Kombination aus E-Antrieb und  einem Common-Rail-Diesel mit einer Gesamtleistung von 283 PS. Der Verbrauch liegt kombiniert bei 1,8l / 100 km; CO48 g / km.