VIP-Jets: Ultimativer Luxus über den Wolken

31.01.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Airbus ACJ

Grundsätzlich sind die technischen und gesetzlichen Anforderungen an die Luxusausstattung in den Fliegern nochmals deutlich höher als auf Yachten. Darum müssen sich die „Flugwerften“ wie Lufthansa Technik mit über 60 Jahren Erfahrung kümmern. Bereits für den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer wurde dort eine Lockheed Super Constellation mit einem improvisierten Bett, einem Arbeits-Bereich und Schlafsitzen umgerüstet. Damals wie heute spielt das Gewicht eine zentrale Rolle. Damit die „fliegenden Paläste“ nicht zu schwer werden, wird auf hauchdünne Edelholz-Furniere und vergoldete Bauteile statt auf massives Gold und Holz gesetzt. Ebenso penibel verarbeitetes Alcantara und feinstes Leder komplettieren das Wohlfühl-Ambiente.

 

Wo im Linienverkehr hunderte Passagiere zum Teil dicht gedrängt sitzen, reisen in den Luxusfliegern zumeist nur die Eigentümer, vielleicht noch einige Freunde und die Crew. Salons, Speisezimmer mit großen Esstischen, Konferenzräume, Gebetsräume, Kinos, Schlafzimmer und Bäder wurden schon in Jets eingebaut und vorab mit Hilfe von virtuellen Simulationen geplant. Dabei stellen Duschen und Dampfbäder keine besondere Herausforderung dar – nur Badewannen und Pools sind bedingt durch das Gewicht des Wassers und die Statik des Flugzeuges nicht machbar. Dafür gibt es andere technische Highlights wie Satelliten-Empfang für Fernsehen, Telefon, Internet und Videokonferenzen. Donald Trump, Roman Abramovich, Prinz Alwaleed Bin Talal von Saudi-Arabien, der Sultan von Brunei & Co können natürlich schnelles WLAN sowie Docking-Stations für Tablets und Smartphones nutzen. Es gibt sogar Entwürfe, wo die eigene Luxuslimousine direkt im Laderaum geparkt wird.

 

Selbst Täuschkörper, sogenannte Flares, als Schutz vor Raketenbeschuss können installiert werden – wenn auch nicht gerne offiziell darüber gesprochen wird. „Unsere maßgeschneiderten Produkte bieten individuelle technische Lösungen für unsere VIP-Kunden und den gesamten Lebenszyklus ihrer Flugzeuge.“ sagt zumindest Walter Heerdt, Senior Vice President Marketing & Sales von Lufthansa Technik „Das Interesse an hochgradig individualisierten Kabinenausstattungen von Großraumflugzeugen mit höchsten Qualitätsansprüchen ist ungebrochen“. Diskretion und Verschwiegenheit sind oberstes Gebot in der Branche. Oft wünschen sich die Kunden dazu auch unauffällige Außenlackierungen und so muss schon zweimal hingeschaut werden, um die teuersten Privatjets der Welt, zum Beispiel auf dem Flughafen von Nizza an der Côte d’Azur, von außen zu erkennen.