VIP-Jets: Ultimativer Luxus über den Wolken

31.01.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Boeing 737 BBJ
Wir checken ein, an Bord der „fliegenden Paläste“, der teuersten Privatjets der Welt. Sogar die Bundeskanzlerin fliegt darauf ab.

Wer schon einmal das Privileg hatte, einen Langstreckenflug in der First Class zu genießen, wird sich wie im siebten Himmel gefühlt haben. Das Platzangebot ist majestätisch, das Essen und der persönliche Service auf dem Niveau der besten Luxushotels und -Restaurants. Doch es geht noch exklusiver – nämlich im eigenen Flieger. Der kann entweder gekauft, aber auch geleast, mit anderen geteilt oder für einzelne Flüge gechartert werden. Multimillionäre, Milliardäre, Herrscherfamilien, aber auch Staatschefs wie die deutsche Bundeskanzlerin oder der US-Präsident haben zumeist unbegrenzten Zugriff auf, und besondere Ansprüche an ihre Jets. Sie arbeiten, entspannen oder schlafen teilweise mehrere Tage pro Woche an Bord.

 

Oft begnügen sich die Superreichen deswegen nicht mehr mit kleineren Jets à la Bombardier Global, Dassault Falcon oder den legendären Gulfstreams mit ihren relativ schmalen Rümpfen. Stattdessen bestellen sie Passagiermaschinen von Airbus oder Boeing, die als sogenannte „Wide Body“ mehr Platz und dank Zusatztanks zum Teil eine weltweite Reichweite bieten. Wurde früher die normale Innenausstattung mit den vielen Sitzen erst entfernt und das Flugzeug danach umgebaut, bieten die beiden Branchenriesen inzwischen ab Werk spezielle VIP-Varianten mit leeren Rümpfen an. Dabei reicht das Spektrum von Maschinen mit zwei Triebwerken wie dem Airbus A318 ACJ (Airbus Corporate Jet) und der Boeing 737 BBJ (Boeing Business Jet) bis zu den vierstrahligen Giganten A380 und 747 – dem Jumbo. Die Preise starten bei rund 50 Millionen Euro und reichen unbestätigten Berichten nach bis über 300 Millionen Euro.

Ist die Entscheidung für das passende Flugzeug gefallen, geht es ans Design. Zwar bieten die Hersteller selbst auch eigene Entwürfe an, oft entscheiden sich die Kunden aber für darauf spezialisierte Unternehmen, die später ebenfalls die Umsetzung übernehmen. Die „Completion Center“ wie Jet Aviation in Basel oder Lufthansa Technik in Hamburg arbeiten wiederrum mit internen und externen Designern wie Andrew Winch zusammen. Sein Team in London beschäftigt sich zwar überwiegend mit Super- und Megayachten, zunehmend aber auch mit Jets – die Kunden haben oft beides – und in ihrem persönlichen Stil eingerichtet.