Event: Rasende Oldies beim 41. AvD Oldtimer Grand Prix

16.08.2013 | Christian Sauer | Lifestyle, News

AvD Oldtimer Grand Prix 2013 Drivers Club Germany Porsche 956 Nürburgring Nordschleife Stefan Bellof OGP

Von martialisch aussehenden Vorkriegswagen über spartanische Monoposti, legendären GTs bis zu Tourenwagen der jüngeren Vergangenheit – der diesjährige OGP bot für alle Automobil-Enthusiasten interessante Rennen und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Drivers Club Germany war live vor Ort dabei.

Bereits zum 41. Mal zog es dieses Jahr wieder Fans und Besitzer historischer Wagen aus Deutschland, Europa und sogar aus Übersee in die Eifel zum AvD Oldtimer Grand Prix auf den Nürburgring. Ungeachtet der weiterhin ungeklärten Zukunft des „Rings“ herrschte am fast durchweg sonnigen Wochenende eine entspannte und positive Atmosphäre. Schon am Freitag lag der Duft von Benzin in der Luft, als traditionell der AvD-Historic-Marathon für Fahrzeuge bis Baujahr 1965 zusammen mit der Nürburgring Trophy für jüngere Modelle bis 1971 auf der legendären Nordschleife den Auftakt bildeten.

Nachdem die Vorjahressieger Marcus Graf von Oeynhausen und Frank Stippler ihren florida-grünen Jaguar E-Type auf die Poleposition gestellt hatten, sah es zunächst ganz danach aus, als würde das erfolgsverwöhnte Duo auch in diesem Jahr die Oberhand behalten. Doch bereits nach der ersten Rennrunde rollte die Katze aus Coventry aus. Stattdessen sicherten sich Olivier Ellerbrock zusammen mit Alexander Furiani auf Alfa Romeo Giulia Sprint, sowie die Nordschleifen-Routiniers Kersten Jodexnis und Wolfgang Destreé mit ihrem Porsche 911 S/R diesmal die Siege. Die Rennergebnisse sind das eine, das Gesamterlebnis bei der oft nur „OGP“ genannten Traditionsveranstaltung in der Eifel das andere. So nutzt das GOTCHA Historic Racing Team um Marcus Graf von Oeynhausen und seine teils ebenfalls adligen Mitstreiter bereits seit einigen Jahren die Gelegenheit, hier Werbung für das eigene Bilster Berg Drive Resort zu machen. Zufall oder nicht, die Nähe zu Jaguar und direkte Nachbarschaft zu dessen Areal im Fahrerlager ist dabei sicherlich nicht von Nachteil.

 

Jaguar nutze den traditionellen Standort in der Zielkurve mehr als in den letzten Jahren zur Präsentation alter sowie neuer Modelle, darunter zum Beispiel der XKR-S und der ganz neue XFR-S. Natürlich durfte auch der von uns bereits getestete F-Type nicht fehlen, der sogar als Pacecar auf der Rennstrecke eingesetzt wurde. Leider nur im Stand zu bewundern war der Hybird-Supersportwagen CX 75, von dem die bisher gebauten, fahrbereiten Prototypen leider die ersten und einzigen Exemplare bleiben werden. Eine Kleinserie ist nicht einmal für zahlungswillige und zahlungskräftige Kunden angedacht, obwohl es die sicher für einen neuen Jaguar- Supersportwagen in der Tradition des XJ220 und XJR-15 gegeben hätte. Die negative Entscheidung hat überzeugte Jaguar-Besitzer sicher ebenso wenig geschmeckt wie die, ihren bislang immer großzügig dimensionierten VIP-Bereich deutlich zu verkleinern und auf die gewohnt gute Küche von Star-Koch Johann Lafer weitestgehend zu verzichten. Im Zuge der Markenöffnung gab es immerhin Edel-Snacks aus seiner Küche für „jedermann“ zu kaufen.

Auf solche kulinarischen Genüsse verzichtete man lieber gleich bei BMW und präsentierte neben einer Ausstellung aktueller M-Straßenmodelle auch historische Rennwagen, die weiß-blaue Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Auch auf der Strecke zu sehen (und zu hören) waren beispielsweise der M3 2.5 aus der frühen Zeit der DTM, der 3.0 CLS und M1 Procar, sowie der bis zu 1.400 PS starke Brabham BMW BT 52 Turbo. Dieser machte Nelson Piquet 1983 zum ersten Formel-1-Weltmeister der Turbo-Ära und wurde nun vom Ex-F1-Piloten Marc Surer lautstark über die Strecke getrieben. Siegreich bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1999 war der BMW V12 LMR, damals wie heute mit „Jockel“ Winkelhock am Steuer. Der beim Publikum immer noch sehr beliebte Rennfahrer wurde von Opel quasi „ausgeliehen“, wo er früher auch schon DTM fuhr und nun als Instruktor bei Fahrtrainings fungiert.