Tracktest: Porsche 911 Turbo S mit Walter Röhrl

08.09.2013 | Christian Sauer | Testrides

Porsche 911 Turbo S Tracktest Walter Röhrl Drivers Club Germany

Mit dem 911er auf die Rennstrecke – gern – am besten mit dem GT3. Doch wie sieht es mit dem neuen Turbo aus? Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer wollte es wissen und schnappte sich als Verstärkung Rennfahrer-Legende Walter Röhrl!

„Ich fahre heute das erste Mal mit einem modernen Wagen hier auf der fertigen Strecke.“ versucht Walter Röhrl, der bereits einige Wochen zuvor mit einem Oldtimer seine Premierenfahrt auf dem Bilster Berg absolvierte, die Erwartungen an schnelle Runden herunter zu schrauben. Dabei kennt kaum jemand die 4,2 km lange Test- und Präsentations-Strecke besser als er. Kein Wunder, schließlich war der zweifache Rallyeweltmeister und Porsche-Testfahrer als Berater in die Konzeption des „Drive Resorts“ eingebunden. Für viele Fans und Experten ist er einer der besten Rennfahrer aller Zeiten und der inzwischen 66-Jährige scheint es nicht lassen zu können: „Derzeit stimme ich gerade den 918 auf der Nordschleife ab.“ Dem 911 Turbo hat er als Prototypen natürlich auch seinen Feinschliff verpasst. „Vom Auto bin ich begeistert. Ich hatte in den letzten zwei Jahren immer wieder die Gelegenheit, den Stand der Entwicklung zu verfolgen.“ Auf die Frage, was ihm mehr Spaß macht, automobile Klassiker oder moderne Hochleistungs-Sportwagen wie der 911 Turbo, grinst Walter verschmitzt: „Mehr und mehr die Alten. Die modernen Wagen werden immer perfekter, da muss man richtig Gas geben, um Spaß zu haben.“ Und was er unter „Spaß“ versteht, sollte sich wenige Momente später zeigen …

 

Während der „Lange“ mit seinen 1,96 Meter im geräumigen Cockpit Platz nimmt und sich entspannt seinen „Arbeitsplatz“ mit den vielfach verstellbaren Sportsitzen einrichtet, werfen wir einen Blick auf das Datenblatt. Das Topmodell mit dem „S“ verfügt im Vergleich zum „normalen“ Turbo nicht nur über noch mehr Leistung (560 statt 520 PS und 750 statt 710 Nm maximales Drehmoment), sondern bereits serienmäßig über Features, die ansonsten extra bezahlt werden müssen. Dazu gehören beispielsweise die Voll-LED-Scheinwerfer, der aktive Wankausgleich, das Sport Chrono Paket, sowie 20-Zöller mit Zentralverschluss und Keramikbremsen dahinter, die allein über 9.000 Euro Aufpreis kosten. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen, doch all‘ diese Entwicklungen dienen nur einem Zweck: Steigerung der Performance. Apropos „Performance“ – so nennt Porsche den Modus der adaptiven Aerodynamik, die dem neuen Turbo noch besser als schon bisher in Kurven kleben lässt. Dafür fährt der charakteristische Heckspoiler noch ein Stück weiter aus als im Speed-Modus auf der Autobahn und stellt sich zudem steiler in den Fahrtwind. Doch die eigentliche Innovation wartet am Bug: Dank mehr Bodenfreiheit bietet der Supersportwagen eine noch bessere Alltagstauglichkeit. Wenn es darauf ankommt, fährt auf Knopfdruck oder automatisch ab Tempo 120 pneumatisch ein mehrteiliger Frontspoiler aus.