Onroad, Offroad, Beides? – Der Toyota Land Cruiser

15.07.2013 | Anja Sauer | Testrides

Land Cruiser Teaser

Der Toyota Land Cruiser gilt seit eh und je als echter Geländewagen. Drivers Club Germany hat das genau genommen und wagte ein kleines Offroad-Abenteuer. Redakteurin Anja Sauer fuhr mit ihm jenseits des Asphalts.

Der Land Cruiser hatte 2011 einen runden Geburtstag – er wurde 60 Jahre jung. Sein Alter sieht man ihm allerdings heute nicht an. Optisch ist der Toyota zwar mit der Zeit gegangen, aber er bleibt immer noch authentisch und erkennbar. Alles begann im Jahr 1951, als für eine Ausschreibung der US-Streitkräfte der Prototyp eines leichten Gelände-Fahrzeugs geschaffen wurde. Damit gehört der Toyota zusammen mit dem Jeep Wrangler, dem Land Rover Defender und dem Nissan Patrol zu den ältesten Offroadern der Welt. Im Gegensatz zum Patrol kann man den Landcruiser jedoch weiterhin in Deutschland erwerben und im Vergleich mit dem Jeep Wrangler oder dem Land Rover Defender hat er die kastige Form aus seinen Anfangsjahren nicht mehr, dafür aber einige „Kurven“ und eine Menge Stauraum dazubekommen.

Wir waren sehr gespannt, wie unser Testwagen wohl aussehen würde. Als er dann kam, sagten wir gleich „Hey, der ist ja auch weiß, wie unser Landcruiser, mit dem wir im Oman durch die Wüste gefahren wurden.“ Jetzt durften wir ihn endlich selbst fahren, denn wir waren fasziniert, wie sich der Landcruiser damals durchs Gelände windete und sich durch den heißen Wüstensand grub. Also: Einsteigen, losfahren! Da wir nicht wirklich viele Offroad-Möglichkeiten in der Gegend haben, waren wir hauptsächlich auf asphaltierten Straßen unterwegs. Ein Problem ist das für den Toyota ganz und gar nicht, denn er überzeugt durch hohe Laufruhe und Durchzugsstärke. Ach ja, Kraft ist ein gutes Stichwort. Mit 420 Nm ab 1.600 Touren entwickelt er sich vor allem im Gelände zum wahren Kraftprotz. Dazu aber später mehr.

Bei unseren Fahrten auf asphaltierten Straßen erwies sich der Landcruiser als souveräner Begleiter für längere Strecken. Unebenheiten, wie zum Beispiel Kopfsteinpflaster, spürt man fast nicht und auch die linke Spur der Autobahn ist für ihn mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h kein Tabu. Allerdings liegt er dann weit über dem angegebenen Durchschnittsverbrauch von 8,2 Litern auf 100 km. Dabei zeigt sich der hohe Luftwiderstand als Manko. Aber gut, er darf das – er ist ja schließlich keine aerodynamische Flunder. Negativ aufgefallen ist uns, dass der drei Liter große Diesel-Motor auf langen Strecken recht laut wird, was den Fahrkomfort etwas trübt. Trotz seiner Größe und seines Gewichts – dieses liegt bei knapp 2,5 Tonnen – fällt das Fahrverhalten insgesamt positiv aus. Überraschend handlich meistert er selbst enge Kurven, obwohl die Lenkung ziemlich indirekt wirkt. Die Federung ist relativ weich und komfortabel abgestimmt.