Glory Days: Subaru WRX STI Sport

14.09.2014 | Christian Sauer | Testrides

Subaru WRX STI Drivers Club Germany
Stufenheck mit mächtigem Spoiler, Allrad, Turbo-Motor und Handschaltung – diese Zutaten erinnern an glorreiche Zeiten. Doch der japanische Sportler bietet zudem modernste Hightech-Features für noch mehr Fahrspaß.

Unvergesslich sind die Duelle, die sich Mitsubishi in den 1990er Jahren mit dem Lancer Evo(lution)  gegen den Subaru Impreza WRC auf den Rallye-Pisten dieser Welt lieferte. Colin McRae und nach 2000 auch Richard Burns sowie Petter Solberg gewannen mit ihren typisch blauen Rennwagen die Rallye-WM in der Fahrerwertung, ganz zu schweigen von drei Hersteller-Titeln. Selbst nach dem Ende des Werks-Engagements in der Weltmeisterschaft liefern sich die zivilen Serien-Ableger beider Hersteller mit Straßenzulassung bis heute legendäre Duelle. Allerdings könnte das bald Geschichte sein, falls der aktuelle Evo X tatsächlich keinen direkten Nachfolger bekommen würde. Schade wäre es auf jeden Fall, denn beide sind durch ihre aufwendigen Allradantriebe vor allem auf rutschigem oder losem Untergrund anderen, sogar deutlich stärkeren Sportwagen überlegen. Allerdings bekommen die Stufenheck-Limousinen zunehmend Konkurrenz auch von deutschen Herstellern, beispielsweise mit dem Audi S3, BMW M135i x-Drive, Mercedes-Benz A45 AMG und CLA45 AMG oder dem VW Golf R. Bis auf den bereits letztes Jahr von uns getesteten A45 AMG als Edition1 treten alle von ihnen optisch deutlich zurückhaltender ohne auffälligen Heckspoiler auf.

 

Das mächtige Flügelwerk gehört allerdings schon traditionell zur sportlichsten Version der Impreza-Baureihen dazu, die inzwischen nur noch „WRX STI Sport“ heißt. Der Impreza wird an sich zwar noch gebaut und auch hierzulande verkauft, ist inzwischen aber nur noch ein harmloser Kompakte und im Heimatland des Golfs ein seltener Exot. Wer den Spoiler partout nicht dominant im eigenen Heckspiegel sehen möchte oder einen vermeintlich „peinlichen“ Eindruck in der Öffentlichkeit vermeiden will, kann das 3.300 Euro günstigere Ausstattungspaket „Active“ wählen. Im Gegenzug muss dann allerdings auch auf Komfort-Features wie Keyless Access, Rückfahrkamera und Navi verzichtet werden. Echte Fans wird es kaum stören und die stehen sowieso auf die „Theke“, aber wir finden es dennoch schade, dass den Interessenten bei der teureren Variante keine (Ab-)Wahlmöglichkeit in der Preisliste geboten wird. Dafür bringt unser Testwagen nahezu alles serienmäßig ab Werk mit, was man(n) sich wünschen kann. Viele werden sicherlich die Metallic-Lackierung extra bestellen und sich für „WR Blue Pearl“ entscheiden, was natürlich für World Rallye steht. Ob sie jemals ästhetisch waren, sei dahin gestellt, aber leider gibt es anders als in der Vergangenheit keine goldenen Felgen mehr wie bei den Rennwagen. Stattdessen steht der Subaru auf 18 Zoll großen, dunklen Leitmetallfelgen mit speziell entwickelten 245er Dunlop Sport Maxx Gummis.

Dahinter wurden Brembo-Stopper mit 17 Zoll Durchmesser und Vierkolben-Zangen vorn installiert. Die versprechen zwar auf dem Papier enorme Bremskraft, könnten unserer Meinung nach allerdings noch direkter ansprechen. Für den „normalen“ Alltagsbetrieb reicht es allerdings völlig aus. Dafür haben es die Ingenieure mehr als gut bei der Abstimmung des Fahrwerks gemeint. Das verzichtet auf adaptive Dämpfer und präsentiert sich so hart, dass viel Unruhe ins Fahrzeug kommt und vor allem lange Autobahn-Etappen zur Tortur werden. Wer da mitfahren will, sollte keinen sensiblen Magen haben und wie der Co-Pilot im Rallye-Rennwagen viel einstecken können. Als Fahrer hat man es ja vermeintlich besser und kann sich am unten abgeflachten Multifunktions-Lenkrad festhalten, sollte es aber nicht verreißen. Bis auf die Mittellage bei langsamer Geschwindigkeit – wahrscheinlich ein Zugeständnis an die Alltagstauglichkeit – reagiert die Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung nämlich sehr direkt und sensibel auf Richtungsänderungen. Wenn schon keine individuelle Konfiguration per Knopfdruck möglich ist, hätten wir sie uns insgesamt etwas fester gewünscht.