Skoda Superb: Raumriese im Fahrbericht

23.08.2015 | Christian Sauer | Testrides

Skoda Superb
Wir testeten das Flaggschiff als Kombi-Variante mit der neuen Topmotorisierung samt 280 PS starken Benziner, Allrad und DSG. Außerdem drehten wir eine Runde mit dem überarbeiteten Rapid Spaceback Monte Carlo.

Für Skoda läuft es derzeit sehr gut: Über 1,6 Millionen deutsche Kunden vertrauen auf die tschechische Volkswagen-Marke, deren Geschichte vor 120 Jahren mit Fahrrädern sowie Motorrädern begann und später mit beeindruckenden Automobilen wie dem Superb 640 oder 450 Cabrio richtig Fahrt aufnahm. Später waren die Wagen aus der damaligen Tschechoslowakei extrem gefragt und Modelle à la 130 RS oder 200 RS erfolgreich auf Rallye- und Rundstrecken.

 

Doch Skodas Erfolg hielt auch nach 1990 an, derzeit werden sogar fast zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Dank erfolgreichen Modellen wie dem Octavia, Fabia und Yeti ist Skoda im siebten Jahr in Folge die beliebteste Importmarke in Deutschland. Einen großen Anteil daran hatten bereits die erste und zweite Generation des Superb, die bei günstigen Preisen viel Ausstattung und Platz boten. Diesem Credo folgend, sollen sowohl die neue Limousine mit dynamischerem Design, als auch der Superb Combi als Raumriese weiter auf der Erfolgswelle segeln. Allerdings muss Skoda den Respektabstand zum VW Passat wahren und die Stellung von Audi als Premium-Marke im VW-Konzern darf natürlich auch nicht angegriffen werden. Es war wohl ein Balanceakt, den neuen Superb besser als seine ohnehin schon guten Vorgänger, aber eben nicht „zu gut“ zu machen. Laut eigenen Angaben haben ihn die Designer und Entwickler gestalterisch wie technisch auf ein neues Niveau gebracht. Neben der schärferen Linienführung, die uns subjektiv ausgezeichnet gefällt, sind objektiv auch die Dimensionen gewachsen.

 

So bietet schon die Limousine üppige Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck (620 – 1.760 Liter) und der Kombi toppt es abermals mit 660 – 1.950 Litern. Bekanntlich ist Deutschland ein klassischer Kombimarkt mit einem Verhältnis von 70 zu 30 Prozent in der Mittelklasse. Beim Superb waren es bislang sogar über 90 Prozent. Im neuen Superb Combi kriegt man nicht nur alles unter, der lange Radstand bringt natürlich auch Vorteile für das Fahrverhalten. Störrisch gelassen läuft er geradeaus und mit komplett neu entwickeltem Fahrwerk samt McPerson-Vorderachse sowie Mehrlenkerhinterachse liegt er auch sicher in Kurven. Die elektrische Querdifferenzsperre XDS+ und der Allradantrieb mit Haldex-5-Kupplung – bei den meisten der anderen sieben Motorisierungen als optionale Alternative zum Frontantrieb und serienmäßig bei unserem Testwagen – garantieren Traktion. Das Adaptive Fahrwerk (Dynamic Chassis Control, DCC) mit elektronisch verstellbaren Dämpfern und Fahrprofilauswahl, das wir bereits aus anderen Modellen des VW-Konzerns kennen, leistet auch im Superb ausgezeichnete Arbeit für unterschiedliche Anforderungen und Situationen.

Gleiches gilt für das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, mit dem der stärkste Benziner ab Werk vorfährt. Der 2,0l TSI DSG 4×4 mit 280 PS und 350 Nm ab 1.700 Touren kommt auch im VW Passat zum Einsatz. An Kraft mangelt es dem Turbo-Vierzylinder selbstverständlich nicht und dementsprechend fallen die Fahrleistungen aus: 5,8 Sekunden auf 100 km/h und 250 km/h Topspeed. Der Verbrauch ist mit offiziell 7,2 Litern im Durchschnitt angegeben, was 2,1 Liter mehr als im 190 PS starken Top-Diesel wären. In der Realität wird es wohl aber so oder so schwierig einzuhalten sein, denn an Bord des Superb merkt man hohe Geschwindigkeiten kaum. Das Skoda-Flaggschiff ist wirklich ein tolles Auto, um zügig viele Kilometer abzuspulen – ob privat oder beruflich.