Ski exklusiv – Luxus auf Schnee und Eis

19.02.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Bentley zai Ski Lacroix Wally

Neben den großen und bekannten Herstellern produzieren kleine Manufakturen besonders edle Hightech-Modelle. Wir stellen sie vor!

Die neuesten Ski-Modelle der Saison zu kaufen, war schon immer eine recht kostspielige Angelegenheit, gerade wenn es sich um limitierte Sondermodelle wie die Blizzard 918 Spyder handelt. Die Sport Carver mit Stoßdämpfer sind vom gleichnamigen Sportwagen inspiriert und zusammen mit Porsche Design entwickelt wurden. Doch auch andere Hersteller wagen sich nicht nur mit ihren vierrädrigen Modellen auf die Piste: Aus der mehrjährigen Kooperation von Bentley mit der Schweizer Manufaktur zai ging eine auf 250 Exemplare limitierte Kleinserie hervor, von Hand gefertigt sogar passend in British Racing Green für rund 8.000 Euro.

Doch auch solo überrascht das 2003 im Kanton Graubünden gegründete Unternehmen immer wieder mit innovativen Entwicklungen. Diese Saison debütiert mit dem zai scadin der weltweit erste Ski mit einer Oberfläche aus Filz. Dank eines speziellen Pressverfahrens, das eigens von den Schweizern entwickelt wurde, verändert sich die Struktur der Wollfasern und sie bilden ein festes, leichtes, flexibles und kratzbeständiges Material, das ideal für die Herstellung von Skiern geeignet ist. Die Oberkanten des scandin, der von zai speziell für Skirennen entworfen wurde, sind aus rostfreiem Edelstahl und haben einen leichtgewichtigen Kern aus Pappel- und Eschenholz. Für fortgeschrittene Skiläufer ist er auf Wunsch auch mit Rennbelag erhältlich und kostet 2.700 EUR. Immerhin sind darin die Bindungen, zwei Jahren Garantie und ein Jahr Versicherungsschutz enthalten.

Ungefähr mit der doppelten Summe schlägt der zai spada zu Buche, wobei zai-Stöcke aus Karbon inklusive sind. Dieser Ski ist der einzige auf der Welt mit einem Kern aus 50 Millionen Jahre altem Schweizer Alpengranit, den man durch eine kleine Öffnung an der Oberfläche des Skis sehen kann. Der Stein wird mittels Carbonfasern vorgespannt, was ein Biegen ohne Brechen ermöglicht. Granit soll Stöße besonders gut dämpfen und dasselbe spezifische Gewicht wie Aluminium haben. Jeder spada verfügt über ein Oberflächenmotiv, das individuell von zai-Gründer Simon Jacomet entworfen wurde, der vor seiner Selbstständigkeit für die Branchen-Riesen Salomon und Völkl arbeitete. Von Hand aufgelegte, kleine Kautschukplättchen geben jedem Ski seine Einzigartigkeit, sogar innerhalb eines Paares unterscheiden sie sich im Design. Die hochwertigen Materialien wie Walnussholz stammen zumeist aus der Region und finden sich zum Teil auch bei den Golfschlägern von zai wieder. Und für den Winter wurde zudem eine eigene Kollektion von Skibekleidung aufgelegt.

 

Ein edles Sortiment an Bekleidung, Helmen aber auch Skier bietet ebenso Lacroix an. Bereits 1967 gründete der französische Skiweltmeister Leo Lacroix das Label. Seitdem verfolgt er das Ziel, möglichst effiziente und stillvolle Produkte zu schaffen, die dem Skifahrer ein außergewöhnliches und exklusives Fahrerlebnis ermöglichen sollen. Doch anders als der norwegische Ausnahme-Rennfahrer Lasse Kjus, der seit einigen Jahren ebenfalls sehr erfolgreich hochwertige Skibekleidung verkauft, produziert Lacroix eben auch die „Bretter“ dazu. Zusehends setzt sich dabei Carbon auf Grund des geringen Gewichts bei hoher Festigkeit als Material durch. Da sind also wieder die Parallelen zu Sportwagen und Hightech-Produkten. Sogar eine doppelte Titan-Legierung kommt beim 8.500 Euro teuren Ultimate Lady zum Einsatz. Wie der Name schon andeutet, ist der Ski speziell für sportliche Damen gedacht und auf lediglich 100 Exemplare limitiert.

Ähnlich exklusiv sind die Voll-Carbon-Ski von Wally. Vor allem mit dem spektakulären Design seiner Segel- und Motoryachten machte sich der Italiener Luca Bassani einen Namen. Doch nicht nur das Meer faszinierte den Multi-Millionär, der bei St. Moritz eine atemberaubende Villa sein Eigen nennt. In Anlehnung an das minimalistische Design und das technische Knowhow, das seine Yachten seit jeher ausmachen, konzipierte er kurzerhand eigene Skier. Ausschließlich online werden die zwei Modelle Magic und Freewally zu Preisen zwischen 1.500 und 1.800 Euro verkauft. Auf unsere Frage, was demnächst von Wally in Sachen Ski zu erwarten, kündigt Bassani an: „Wir wollen unsere Technologie auf Freeride- und Tiefschnee-Skier übertragen, wo die Gewichtsvorteile von Carbon einen enormen Unterschied ausmachen.“ Wo früher noch einfaches Holz reichte, müssen es heute eben immer exotischere Materialien und deren extrem aufwendige Verarbeitung sein. Es bleibt also spannend, was die Edel-Marken zukünftig in den Schnee zaubern.