Monaco Yacht Show: „Silver Fast“

24.09.2015 | Christian Sauer | Lifestyle, News

Filmdreh Mercedes-Benz S-Klasse Cabriolet Monaco 2015 Silver Fast Yacht
Sie ist eine der Stars der gerade stattfindenden Monaco Yacht Show und sorgte auch schon letzte Woche auf der IAA bei der Präsentation des Mercedes-Benz S-Klasse Cabrio für Aufsehen. Wir stellen die 77 Meter lange Megayacht im Detail und von innen vor.

Am Beginn großer Entwicklungen stehen oft Visionen und Visionäre. So war es auch vor rund 15 Jahren, als der deutsche Industrielle Guido Krass auf die Suche nach einer formschönen, möglichst effizienten und schnellen Yacht ging. In der Zeit vor der globalen Finanzkrise war ein ausgesprochen sparsamer Umgang mit Treibstoff noch wenig verbreitet und die Frage nach hohen Geschwindigkeiten wurde zumeist mit mehr Leistung beantwortet. Doch damit wollte sich Krass, der sein Vermögen mit ökologisch nachhaltigen Technologien aufgebaut hatte, nicht abfinden und gewann den eng befreundeten Espen Øino für sein neues Vorhaben. Sogar Katamarane oder Trimarane wurden nicht von vornherein ausgeschlossen. Letztendlich entwickelte der norwegische Designer einen ebenso langen wie schmalen Rumpf, der nach zahlreichen Tests am Computer und mit Modellen in Wassertanks eine hohe Effizienz versprach.

Aluminium aus Westaustralien

Krass verordnete dem 73-Meter-Projekt konsequenten Leichtbau und obwohl er als Unternehmer schon Erfahrungen mit Kohlefaser für den Flugzeugbau gesammelt hatte, setzte er komplett auf Alu: „Aus praktischer Sicht ist Aluminium so gut wie unschlagbar. Es lässt sich leicht formen und verarbeiten, es hat eine enorme Festigkeit und ist sehr leicht.“ Dieser Philosophie folgend, schien es nur logisch, die neue Werft genau dort aufzubauen, wo schon entsprechendes Know-how vorhanden war. Die Wahl des Standortes fiel auf Henderson bei Perth in Westaustralien. Dort wurden schon zahlreiche Handelsschiffe sowie schnelle Fähren in Alu-Leichtbauweise gebaut und nun also auch Megayachten. Knapp vier Jahre nach der Gründung von Hanseatic Marine sollte 2007 „Silver“ (inzwischen „Rabdan“) der Grundstein für eine ganze Baureihe werden, die mit „Silver Zwei“ – heute unter dem Namen „Dragonfly“ bekannt – und der 77 Meter langen „Smeralda“ erfolgreich fortgeführt wurde.

 

Nun folgt mit der „Silver Fast“ eine Weiterentwicklung des grandiosen Designs von Espen Øino. Die über 8.000 Quadratmeter große Werft hat sich zwar inzwischen in SilverYachts umbenannt, der Rumpf bleibt wie bei ihren Schwesterschiffen mit zehn Metern Breite bei der Länge von 77 Metern weiterhin sehr schlank. Mit 2,60 Meter Tiefgang können auch flache Buchten oder Häfen problemlos angelaufen werden, wo andere Yachten ihrer Größe passen müssen. Quantum Zero Speed-Stabilisatoren reduzieren die Schiffsbewegungen vor Anker und auf den ausgedehnten Reisen ihrer Schwestern hat sich das ausgeklügelte Rumpfdesign bereits bewährt. Als Hauptmaschinen wurden zwei jeweils 3.700 PS starke MTU 16V 4000 verbaut, die zusammen mit dem optimierten Unterwasserschiff für einen beeindruckenden Topspeed von 27 Knoten sorgen. Betrachtet man das Verhältnis von Länge zu Geschwindigkeit, ist „Silver Fast“ derzeit sogar die längste und schnellste Alu-Motoryacht der Welt mit konventionellem Antrieb. Als effiziente Reisegeschwindigkeit werden beachtliche 20 bis 22 Knoten und eine Reichweite von 4.500 Meilen bei 18 Knoten angegeben. Die maximal 112.000 Liter Diesel an Bord ermöglichen somit weltweite Törns.