Shangri-La at The Shard London

30.12.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Wir testeten das Hotel der Superlative und schauten uns als einige der ersten Journalisten die exklusivste von drei neuen Signature-Suiten in luftiger Höhe an.

Egal aus welcher Richtung man sich der Innenstadt von London nährt, The Shard (dt. die Scherbe) ist nicht zu übersehen. Der 310 Meter hohe und letztes Jahr nach drei Jahren Bauzeit eröffnete Wolkenkratzer prägt die Skyline von Großbritanniens Hauptstadt wie kein anderer und fasziniert durch das Design vom Star-Architekt Renzo Piano. Nach oben hin scharf und spitz zulaufend, glänzt die gläserne Fassade sowie die Stahlträger in der Sonne, wenn sie wie bei unserer Ankunft – und häufiger als behauptet – in London scheint. Wer die ebenso genaue wie höfliche Sicherheitskontrolle im Erdgeschoss passiert hat, erreicht mit einem der zwei Hochgeschwindigkeits-Aufzüge innerhalb weniger Sekunden das 35. Stockwerk. Während sich darunter vor allem Büros befinden, beginnt dort das Hotel-Erlebnis der besonderen Art. Schon beim ersten Schritt aus dem Lift raubt der Panoramablick selbst verwöhnten Gästen den Atem. Mögen in anderen Metropolen der Welt noch höhere Gebäude in den Himmel ragen, hatte London einen vergleichbaren Ausblick bislang nur aus dem 135 Meter hohen Riesenrad London Eye zu bieten.

Im Shangri-La Hotel fallen die Bereiche für den Concierge und die Rezeption bewusst minimalistisch aus, der Check-In verläuft für ein First Class Hotel typisch schnell und unkompliziert. Alle Mitarbeiter wirken sehr aufmerksam und zugleich entspannt, wie wir es bereits aus anderen Häusern der in Hongkong beheimateten und expandierenden Shangri-La-Gruppe kennen. Das fällt auch im „TING“-Restaurant des Hotels in luftiger Höhe auf. Es bietet zusammen mit der „TING“-Lounge neben dem internationalen Frühstück sowie der britischen Tea Time zum Mittag und am Abend europäische Küche mit feinen lokalen Zutaten und einer asiatischen Note. Natürlich darf eine ausgezeichnete Auswahl an Weinen und eben dieser spektakuläre Ausblick nicht fehlen, bei dem selbst die Londoner ins Schwärmen geraten.

 

Übertroffen wird er im Shangri-La höchstens noch in der 52. Etage. Dort befindet sich zusätzlich zur „GONG Bar“ mit kreativen Signature Drinks als Ergänzung zu Cocktail-Klassikern der Fitness-Bereich und der Hotel-Pool – beide jeweils auch mit Panoramablick. Wer in 179 Metern Höhe seine 11-Meter-Bahnen ziehen möchte, sollte allerdings nicht zu spät kommen, denn ab 20 Uhr wird er offiziell geschlossen und dient als Erweiterung der gefragten Bar. Schön wären natürlich auch ein Whirlpool und Wellness-Anwendungen, wie sie Shangri-La in den anderen fast 100 Hotels weltweit zelebriert. Doch bedingt durch die Bauform von The Shard fallen die Grundrisse der Etagen je höher desto kleiner aus. Das sollten auch die zukünftigen Bewohner der zehn Luxuswohnungen in den Stockwerken oberhalb des Hotels und unterhalb der Aussichtsplattform „The View from the Shard“ in bis zu 232 Meter Höhe beachten.

Doch zurück zum Hotel mit dessen 202 Zimmer und Suiten. Die Kategorien richten sich vorrangig nach dem Blick, wobei der begehrteste natürlich der von Big Ben und Westminster im Westen, über St. Paul hin zum Tower und der Tower Bridge sowie bis zum Finanzdistrikt im Osten reicht. Wer als Gast des Shangri-La noch genauer hinschauen möchte, wird das Fernglas zu schätzen lernen, das sich in jedem Zimmer neben dem „Viewing Guide“ – einem kleinen Heft mit den Namen der bekanntesten Bauwerke – findet. Elektrische Jalousien sorgen für Sicht- und Sonnenschutz. Einige Zimmer verfügen über freistehende Badewannen mit Blick auf die Skyline und in sämtlichen Bädern sind Toto- Washlets-Toiletten installiert. Asiatisch inspiriert lässt sich auch der moderne und reduzierte Einrichtungsstil insgesamt beschreiben.

 

Noch hochwertiger von den italienischen Designerinnen Francesca Muzio und Maria Silvia Orlandini vom FM Architettura d’Interni Studio ausgestattet, präsentieren sich die drei 117 bis 188 Quadratmeter großen Signature Suiten mit dem Charakter von Luxusyachten. Diese wurden erst im Mai dieses Jahres eröffnet und befinden sich wiederum bedingt durch den Grundriss anders als in anderen Hotels nicht in den obersten Stockwerken. Die Shangri-La Suite, die größte davon und zugleich eine der größten Suiten in London lässt sich per Verbindungstür und separatem (Schlaf)Zimmer auf insgesamt 232 Quadratmeter erweitern. Neben den Annehmlichkeiten der anderen Signature Suiten wie Butler- und Chauffeur-Service, bietet sie zusätzlich eine kleine Küche sowie einen separaten Fahrstuhl.

Die Signature Suiten werden derzeit für 10.000 bis 19.000 Pfund pro Nacht angeboten und oft für mehrere Wochen angemietet. Die Preise für die „normalen“ Zimmer beginnen bei rund 500 Euro – viel im Vergleich zur deutschen Hotellerie – aber gar nicht so viel für Londoner Verhältnisse. Es war zugleich auch das erste Luxushotel südlich der Themse und dem immer beliebteren Stadtteil Southbank mit dem Rathaus von London, der Tate Modern Gallerie, dem Shakespeare’s Globe Theater und dem Borough Market. Das Shangri-La at The Shard stellt eine äußert attraktive Alternative zu den altehrwürdigen Luxushotels in der angesagten Metropole dar.