Spanisches Topmodell: Seat Leon Cupra 280

01.06.2014 | Christian Sauer | Testrides

Seat Leon Cupra 280 Drivers Club Germany
Bevor die Spanier bei der Fußball-Weltmeisterschaft wieder Gas geben, fuhren wir mit dem Leon Cupra 280 das stärkste Modell, das Seat bislang auf die Straße schickte.

„Und wieder ein roter Seat als Testwagen“, war unser erster Gedanken, denn nach dem knackigen Ibiza Cupra mit 180 PS und dem sportlichen Leon FR der gleichen Leistung folgt nun das neue Topmodell, der Leon Cupra mit 280 PS. Wer etwas sparen will oder muss, für denjenigen gibt es den Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit dualer Direkt-Einspritzung und variablem Ventilhub aus dem Volkswagen-Konzern alternativ auch mit 265 PS. Außerdem lässt sich zwischen einer Handschaltung und dem DSG-Getriebe mit jeweils sechs Gängen, fünf oder drei Türen (SC) wählen – nur die Kombi-Variante ST gibt es (noch) nicht mit über 200 PS, aber wer weiß …

 

Grundsätzlich verzichtet Seat bei allen Cupra-Versionen auf den Leon-Schriftzug am Heck. Stolz trägt der kompakte Sportler dort stattdessen den eigenen Namen und das eigenständige Logo an den prädestinierten Teilen des durchtrainierten Bodys. Vorn bescheren die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer dem heißen Spanier mit deutschen Genen überraschend viel Überhol-Prestige. Vom schwächeren Cupra unterscheidet sich der 280 durch die 19 statt 18 Zoll großen Räder mit Titan-Lackierung, das Aerodynamic Pack mit dem Dachspoiler, Cupra-Schriftzüge auf den Bremssätteln und durch die schwarz lackierten Gehäuse der Außenspiegel.

In glänzendem Schwarz oder wahlweise in klassischem Chromlook zeigen sich auch die Dekorelemente im nahezu unveränderten und nach unserem Geschmack etwas zu nüchternen Innenraum. Die bequemen Sportsitze kennen wir schon vom Leon FR, im Cupra sind sie mit einer speziellen, zweifarbigen Lederausstattung erhältlich. Als Option sind Schalensitze mit noch besserem Seitenhalt lieferbar. So oder so unterstreichen sie den sportlichen Charakter des Cupra ebenso wie die vom Exterieur bekannten Logos und der Tacho bis 300 km/h. Die „Schallmauer“ erreicht der Seat allerdings nicht, denn er wird vorher elektronisch bei Tempo 250 abgeriegelt. Beeindruckend ist aber der Weg dahin – mit automatisiertem Getriebe in 5,7 Sekunden auf 100 km/h – mit Handarbeit 0,1 Sekunden langsamer. Noch schneller wäre es, wie im 300 PS starken Golf R, wohl nur mit Allrad möglich. Doch der Vorderradantrieb verliert trotz unserer Bedenken bei der nicht zu unterschätzenden Leistung samt seines Drehmoments von 350 Nm ab 1.700 Touren nur ganz selten die Haftung. Selbst auf regennasser Straße sorgt das mechanische Sperrdifferential vom Golf GTI Performance für gute Traktion.