Schloss Elmau – Das Luxushotel von Obama, Merkel & Co.

02.06.2015 | Christian Sauer | Lifestyle, News

Christian Sauer testete im Rahmen der Davidoff Tour Gastronomique 2015 das Luxury Spa, Retreat & Cultural Hideaway, wo sich am Wochenende beim G7-Gipfel die mächtigsten Politiker der Welt treffen.

Entspannung, Inspiration und Ruhe – dafür steht das Schloss Elmau bereits seit 1916. Generationen von Intellektuellen, Künstlern, Politikern und Wirtschaftsbossen reisten in das abgelegene Tal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. Für anspruchsvolle Unterhaltung finden seit jeher exklusive Konzerte mit weltbekannten Musikern aus Klassik und Jazz sowie Literatur-Lesungen statt. Am Fuße des Wettersteingebirges auf 1.000 Meter Höhe war auch Vicco von Bülow alias Loriot jahrzehntelang treuer Stammgast und verfasste dort das Gros seiner Werke. Er blieb Elmau auch nach dem Großbrand 2005 und der Wiedereröffnung 2007 als Luxushotel treu. Selbst wenn dadurch eine neue Gäste-Klientel dazu gekommen ist, hat sich die Atmosphäre insgesamt kaum geändert. „Sehen und Gesehen werden“ zählt im Schlosshotel nicht, vielmehr vereint sich hier Diskretion mit Gelassenheit.

 

Neben einem abwechslungsreichen Angebot an Indoor-Fitness und Outdoor-Sportarten steht Genießen ganz oben auf dem Programm. Ein Spa hat heutzutage nahezu jedes Luxushotel zu bieten, aber in Elmau sind es sage und schreibe sogar vier Wellness-Bereiche mit insgesamt sieben Pools. Einer davon, das „Badehaus“ für Erwachsene erstreckt sich über 3.000 Quadratmeter auf vier Etagen mit orientalischem Hamam, Yoga Center und vielem mehr. Das Nature Spa ist vor allem im Sommer einen Besuch wert und im Family Spa sind auch Kinder willkommen. Gleiches gilt für das Shantigiri Spa im erst kürzlich eröffneten Neubau „Schloss Elmau Retreat“, das exklusiv dessen Gästen vorbehalten ist. In dem rund 150 Meter vom zum Teil noch historischen Haupthaus entfernten „Hotel im Hotel“ warten ausschließlich Junior-Suiten und Suiten auf besonders anspruchsvolle Gäste. Hier werden auch die Staatsoberhäupter beim anstehenden G7-Gipfel residieren, den erstklassigen Service des aufmerksamen Personals und modernsten Komfort genießen können – zumindest wenn neben den vielen Terminen dafür Zeit bleiben sollte. Wer von den „Mächtigsten der Welt“ in welchen der bis zu 210 Quadratmeter großen Suiten mit beeindruckendem Alpenpanorama übernachten werden, ist aus Sicherheitsgründen natürlich noch ein Staatsgeheimnis.

Fest steht, dass sie sich auf Gaumenfreunden von Küchendirektor Mario Corti und seinem über 100-köpfigen Team samt mehreren Chefköchen freuen können. Der in Radolfzell am Bodensee geborene 38-Jährige kochte bereits in mehreren deutschen Spitzen-Restaurants, bevor er in Singapur und Hongkong internationale Erfahrung sammelte. 2010 kam er in die bayrische Provinz und fühlt sich hier sehr wohl. Das spiegelt sich auch bei seinen Gerichten wieder: „Ich habe ein breites Spektrum an internationaler Küche, aber ich bin kein Freund von Mixen. In unserem Gourmet-Restaurant ist es eine regional inspirierte mediterrane Küche. Doch ob asiatisch, französisch, italienisch oder deutsch – es ist immer wichtig, das Fundament zu lernen und zu beherrschen. Man muss eben wissen, wie beispielsweise ein guter Krustenbraten oder handgemachte Spätzle gehen.“ beschreibt Corti seinen Stil und ergänzt mit Hinweis auf seine italienischen Wurzeln „Ein gutes Essen muss nicht immer aufwendig und teuer sein, ich selbst liebe auch Pasta mit frisch zubereiteter Tomatensauce!“ Die werden die hochrangigen Gäste beim G7-Gipfel am 7. Juni wahrscheinlich aber dennoch nicht serviert bekommen. „Wir haben schon vor längerer Zeit unsere Vorschläge eingereicht, aber noch keine Bestätigung bekommen. Auf jeden Fall planen wir mit nachhaltigen Produkten von unseren langjährigen Partnern, um zu zeigen, was die Region mit eigenen Rindern, Fischen etc. alles liefern kann. Die Zeiten von Kaviar, Hummer und Gänsestopfleber sind lange vorbei. Falls es ein Schweinebraten wäre, müsste es aber natürlich auch der Beste in Deutschland sein!“ sagte uns Mario Corti und aufgeregt scheint er auch etwas: „Ich habe zwar schon früher für Staatsgäste gekocht, aber alle zusammen im Restaurant und an einem Tisch, das ist für mich und das ganze Team ein einmaliges Erlebnis.“

 

Mario Corti wird wohl auch einer der wenigen Angestellten des Schlosshotels sein, die in die unmittelbare Nähe der Präsidenten und Regierungschefs kommen. Die meisten Mitarbeiter des Hotels wussten Mitte Mai noch nicht einmal, ob sie in den Tagen des Gipfeltreffens überhaupt arbeiten. Diese und zahlreiche andere, teils geheime Maßnahmen dienen der Sicherheit. Seit Wochen wurden aus Angst vor Terroranschlägen die Abwasserdeckel auf den Zufahrtsstraßen versiegelt. Damit sich Demonstranten nicht in Wäldern rund um Elmau verschanzen, kontrolliert die Polizei bereits seit Wochen die unwegsame Gegend. Frisch asphaltiert präsentiert sich die Straße nach Elmau ebenso wie der riesige Helikopter-Landeplatz. Nach dem G7-Gipfel werden dieser sowie das Pressezentrum auf dem eigentlichen Parkplatz der Hotel-Mitarbeiter zurückgebaut. Nachdem Elmau für wenige Tage im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und der Presse aus aller Welt gestanden hat, wird Mitte Juni wieder Ruhe und Besinnlichkeit zurückkehren. Spätestens dann ist das Luxury Spa, Retreat & Cultural Hideaway wieder eine Reise wert.