Klein aber fein: Range Rover Evoque

03.08.2014 | Christian Sauer | Testrides

Range Rover Evoque 2

Ein uneingeschränktes Lob verdient das Fahrwerk. Für einen SUV präsentiert es sich weder zu hart, noch zu weich abgestimmt. Mit der direkten Lenkung lässt sich der 4,36 m lange und 1,90 m breite Wagen sehr handlich bewegen. Die Bremsen und die serienmäßige Sicherheitsausstattung verbreiten Vertrauen, ebenso wie die überraschend gute Geländegängigkeit. Natürlich kommt er in diesem Kapitel nicht an die überragenden Fähigkeiten seiner britischen Verwandtschaft heran, aber für die meisten Herausforderungen (abseits) des Alltages reicht es allemal. Der kleine Range verzichtet zwar auf Differentialsperren oder eine Untersetzung, aber der elektronisch gesteuerte Allradantrieb mit Terrain Response bietet vorprogrammierte Fahrprogramme, zum Beispiel für Gras, Sand, Schotter, Schnee und Schlamm. Ausgewählt werden sie per Knopfdruck und auf dem je nach Ausstattung bis zu acht Zoll großen Touchscreen wird beispielsweise die Achsverschränkung dargestellt.

Auf dem Bildschirm sollen ab dem neuen Modelljahr, wie bei seinen größeren Brüdern, ebenfalls Apps angezeigt und bedient werden können. Das konnten wir leider noch nicht testen und hoffen, dass auch das Navi an sich im gleichen Zuge eine Überarbeitung bekommt. Vor wenigen Jahren hatten wir uns noch darüber gefreut, überhaupt ein Touchscreen unter unsere Finger zu bekommen, aber seitdem ist die Zeit nicht stehen geblieben. Negativ aufgefallen ist uns leider auch, dass man dem Innenraum leider an der ein oder anderen Stelle anmerkt, dass es sich beim Evoque um den günstigsten – wenn auch nicht günstigen – Range Rover handelt. Von anderen Modellen der Jaguar-Schwestermarke Land Rover waren wir bislang Leder in Hülle und Fülle gewohnt. Das gibt es auch für das Einstiegsmodell in die Welt der britischen Allrad-Monarchie, allerdings nur gegen Aufpreis. Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn nicht alle Testwagen immer mit allen Extras ausgestattet sind.

Im Grundpreis vom 35.300 Euro sind zumindest die bequemen Vordersitze mit gutem Seitenhalt und das für die Wagengröße gute Platzangebot serienmäßig. Nahezu alles andere muss allerdings mit Kreuzchen in der Aufpreisliste erkauft werden. So läppert sich der Wert unseres Testwagens auf über 45.000 Euro. Wer will, kann sich seinen persönlichen Evoque auch auf rund 70.000 Euro aufrüsten. Exklusivität lassen sich die Briten selbst für den kleinsten Range Rover gut bezahlen. Käufer scheint das nicht abzuschrecken und in einen individuellen SUV investieren sie anscheinend bereitwillig. Die Chancen stehen wohl sogar gut, dass der Wunsch nach einer Cabrio-Version erfüllt wird. Die Studie auf Basis des Evoque Coupé bekam bereits 2012 sehr positives Feedback und wundern würde es uns nicht, schließlich geht der Evoque schon immer seinen ganz eigenen Weg.