Klein aber fein: Range Rover Evoque

03.08.2014 | Christian Sauer | Testrides

Range Rover Evoque
Er war der Vorreiter bei den kompakten Premium-SUVs und auch drei Jahre nach seiner Präsentation gebührt dem kleinsten Range Rover eine Sonderrolle – wir testeten ihn als Fünftürer mit 9-Gang-Automatik.

Aggressiv und bullig steht er da, unser Range Rover Evoque Testwagen mit 19-Zoll-Rädern in Zanzibar Bronze. Noch immer polarisiert sein Design, einige bezeichnen es als futuristisch und mutig, andere als martialisch und protzig. Vielleicht erklärt aber genau das den Erfolg des kleinen SUVs, der als Unikum mit fünf oder mit nur drei Türen als 10 cm kürzeres „Coupé“ erhältlich ist. Die Formensprache mit den schmalen Scheinwerfern und Fenstern bereiteten auch dem Range Rover Sport optisch den Weg. Wie seinem größeren Bruder soll es den Evoque zukünftig ebenfalls als besonders sportliche SVT-Version geben.

 

Derzeit ist unter der Haube noch bei 240 PS und 340 Nm Drehmoment im Si4 Vierzylinder-Benziner mit zwei Liter Hubraum Schluss. Die beliebteste Motorisierung hierzulande ist allerdings ein Diesel und zwar der SD4 mit 190 PS und 420 Nm. Ebenfalls 2,2 Liter Hubraum hat der eD4 am unteren Ende der Leistungsskala mit 150 PS und 380 Nm. Mit gleicher PS-Zahl, aber 400 Nm – wie bei allen Motoren ab 1.750 Touren anliegend – fährt der von uns getestete TD4 vor. Serienmäßig ist er mit einer 6-Gang-Handschaltung ausgestattet, aber für 2.330 Euro extra kommt als technisches Highlight die neueste Automatik von ZF mit neun Stufen zum Einsatz. Inzwischen gibt es mehrere Automobil-Hersteller mit der vielversprechenden Spreizung der Gänge, aber der Evoque war letztes Jahr der erste PKW samt dieser Innovation.

Gekoppelt an den runden Wählhebel, der sich beim Motorstart wie von Geisterhand aus der Mittelkonsole erhebt, sorgt die Automatik für sanfte Schaltvorgänge und zumeist niedrige Drehzahlen. Dank des üppigen Drehmoments legt der Evoque recht eindrucksvoll los. Dennoch vergehen glatte zehn Sekunden bis auf 100 km/h. Bei höheren Geschwindigkeiten – maximal sind 182 km/h drin – und Zwischensprints geht ihm allerding etwas die Kraft los und Runterschalten ist angesagt. Das hilft natürlich nicht gerade beim Sprit-Sparen: Offiziell liegt der Durchschnittsverbrauch bei sechs Litern. Unter Testwagen unterbot die 10-Liter-Marke nur knapp. Für deutsche Kunden, die mit ihrem Evoque öfter mal längere Strecken fahren wollen, ist der stärkere Diesel mit identischer Verbrauchsangabe wohl die bessere Wahl.