Range Rover Evoque

07.06.2019 | Jan Minor | Testrides

Wir hatten die Möglichkeit, die Neuauflage des “kleinsten Range Rover” in Hamburg ausgiebig zu testen.

Die Präsentation des ersten Evoque Concept-Cars ist bereits neun Jahre her. Auf den ersten Blick unterscheiden sich Concept-Car, die erste Generation und die Neuauflage nicht allzu viel, doch Land Rover hat das Fahrzeug neu aufgebaut. Das zeitlose Exterior wurde dezent optimiert, der neue Range Rover Evoque ist breiter, höher und hat einen größeren Radstand von 21 Millimetern. Matrix-LED-Scheinwerfer werten das geglättete Exterior in Kombination mit schlichter Linienführung nochmals auf.

Unter den neuen Antrieben mit 48-Volt-Mild-Hybrid befinden sich drei querverbaute Vierzylinder-Benziner (200, 250, 300 PS) und drei Vierzylinder-Diesel (150, 180, 240 PS) Motoren. Wir waren im 200-PS-Benziner mit Frontantrieb unterwegs. Bei Modellen mit Allradantrieb schaltet sich dieser bei Nichtbedarf ab, das spart einiges an Sprit. Auf der Autobahn spürt man das Gewicht von 1,9 Tonnen bei der 200-PS-Variante doch etwas beim Beschleunigen. Für ein komfortables Fahrerlebnis sorgt das 9-Stufen-Automatikgetriebe, welches sanft durch die Gänge schaltet. Außerdem wirkt das Fahrzeug sehr gut gedämmt, Motor und Windgeräusche dringen kaum in den Innenraum, was die Fahrt sehr entspannt macht.

Auch offroad durften wir den Evoque auf die Probe stellen: Direkt im Hamburger Hafengelände hat Land Rover verschiedene Offroad-Stationen aufgebaut, um alle dafür ausgerichteten Assistenzsysteme zu testen. Mit Hilfe der sechs Kameras, die die verschiedensten Winkel sichtbar machen und mit unter einer „durchsichtigen Motorhaube“, ist es kein Problem selbst für Offroad-Anfänger, den SUV sicher durch den recht anspruchsvollen Parcours zu steuern.

Der neue Innenraum wirkt aufgeräumt und minimalistisch, dennoch kommt hinter dem kräftigen Lenkrad mit neuen Bedienelementen das nötige SUV-Gefühl auf. Dank des größeren Radstandes genießen Fahrer und Beifahrer mehr Beinfreiheit. 20 Zentimeter mehr Ladebreite sorgen im Kofferraum für einen Zuwachs von 10% auf 591 Liter Gepäckvolumen.

Natürlich geht es beim neuen Range Rover noch digitalisierter zur Sache: Mit Android Auto und Apple Carplay setzt auch der Evoque mittlerweile auf die Standards der Großen und bietet darüber hinaus innovative Features.

Für die uneingeschränkte Sicht durch die relativ kleine Heckscheibe ist eine moderne Lösung mit an Board: Für rund 400€ Aufpreis wird durch eine Kamera auf dem Dach ein Livebild auf einen im Rückspiegel integrierten Display übertragen. Dem Fahrer wird so auch bei voll beladenem Kofferraum eine gute Sicht nach hinten mit einem erweiterten Blickwinkel ermöglicht. Über einen Schalter am Spiegel lässt sich zwischen Display und klassischem Rückspiegel wechseln.

Wir sind uns sicher, dass die Neuauflage des Verkaufsschlagers von Land Rover sowohl für Neukunden, als auch für Bestandskunden interessant ist. Cabrio-Liebhaber werden beim neuen Evoque leider enttäuscht – auf die Variante mit Stoffdach wird ebenso verzichtet, wie auf den Dreitürer mit festem Dach. Preislich ändert sich zum Vorgänger nicht viel. Zur Auswahl stehen drei Ausstattungslinien “R-Dynamic” und “First Edition”, wobei der günstigste “Evoque“ bei 38.100€ startet.