Porsche on track: Le Mans 2014 und AvD OGP 2013

13.06.2013 | Christian Sauer | News

Porsche Rollout LMP1-Sportprototyp AvD Oldtimer Grand Prix

Gute Nachrichten liefert Porsche im 50. Jubiläumsjahr des 911er en masse. Gestern absolvierte der neue LMP1-Sportprototyp, der ab 2014 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft World Endurance Championship (WEC) sowie bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gehen wird, auf der Porsche-Teststrecke in Weissach erfolgreich seinen ersten Rollout. Ebenfalls für die Langstrecke wurde der Porsche 956 gebaut, der mit Derek Bell am Steuer im August beim 41. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring ebenso zu erleben ist wie ein Korso historischer 911er.

Seine ersten Meter auf der Rennstrecke drehte der LMP1-Renner einige Wochen früher als ursprünglich geplant. „Wir liegen hervorragend im Zeitplan“, sagt Fritz Enzinger, Leiter LMP1. „Unsere neu formierte Mannschaft hat äußerst zielgerichtet gearbeitet, um dieses hochkomplexe Fahrzeug so schnell wie möglich auf die Räder zu stellen. Das verschafft uns nun einige Wochen zusätzliche Zeit für die Erprobung und Weiterentwicklung. Das Reglement der WEC basiert ab 2014 in erster Linie auf Effizienz. Das macht den Wettbewerb der Ingenieure noch interessanter und stellt uns vor komplett neue Herausforderungen.“

Seit der Entscheidung Mitte 2011, als Werk mit einem LMP1-Renner in den Spitzensport zurückzukehren, ist das Motorsportzentrum in Weissach deutlich gewachsen. Ein Werkstattgebäude und ein Verwaltungsbau wurden errichtet und sie beherbergen rund 200 Mitarbeiter, die für Konstruktion, Bau und Einsatz des LMP1 zuständig sind. Ab der Saison 2014 wird das Fahrzeug von einem Werksteam aus Weissach auch als Konkurrent zum Audi R18 eingesetzt. „Ich war von Anfang an in die Entwicklung des neuen Autos einbezogen“, sagt Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard. „Dass ich heute die ersten Meter mit unserem Baby fahren durfte, erfüllt mich mit Stolz. Das Auto fühlt sich schon jetzt klasse an. Ich freue mich darauf, in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Romain Dumas das Auto bei Testfahrten zu bewegen.“ Bernhard (32) und Dumas (35) sind die ersten beiden Stammfahrer des LMP1-Projekts und werden den Großteil der Testfahrten auf verschiedenen internationalen Rennstrecken absolvieren.

„Bei der Entwicklung unseres neuen LMP1-Fahrzeugs standen wir vor der gleichen Herausforderung wie in der Serienentwicklung unserer Straßenfahrzeuge“, sagt Wolfgang Hatz, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG. „Unser Ziel war es, die bestmögliche Effizienz zu erreichen ohne Abstriche bei der Performance zu machen.“ Matthias Müller, Vorsitzender des Vorstands der Porsche AG, betont vor allem den Nutzen, den Kunden von der Entwicklung des High-Tech-Rennwagens haben werden: „Die Ingenieure konnten bei der Konstruktion des neuen LMP1-Autos, das hier heute zum ersten Mal in Weissach gefahren ist, mit einem weißen Blatt Papier beginnen und so im Rahmen des technischen Reglements viele neuen Technologien anwenden, die in Zukunft auch den Kunden unserer Serienautomobile zugutekommen werden. Schließlich steckt in jedem Porsche ein Rennwagen.“

Dass dies bei Porsche eine lange Tradition hat, beweist alljährig auch der AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Dieses Jahr findet das abwechselungsreiche Rennwochenende vom 9. bis 11. August statt. Wir von Drivers Club Germany werden natürlich live vor Ort sein und berichten. Porsche Classic wird den Sportwagenhersteller mit einem großen Auftritt präsentierten. Hier sind etwa Ausschnitte aus dem 35.000 Teile umfassenden Originalteile-Sortiment zu sehen: Unter anderem etwa völlig neu aufgelegte und bislang nie als Ersatzteil verfügbare Karosserie-Leichtbauteile für den legendären Porsche 911 Carrera RS 2.7. Auf dem Porsche-Areal können Besucher seltene Exemplare des klassischen 911ers bewundern, die direkt aus dem Stuttgarter Porsche Museum stammen. Zahlreiche Porsche-Gäste bringen ihre sehenswerten Stücke aus der Porsche-Historie mit zum Ring und am am Samstagnachmittag gehen 50 ausgewählte Modelle, eins aus jedem Produktionsjahr, in einem großen Korso auf den Grand-Prix-Kurs. So vollständig war die Evolution des 911er wohl noch nie in Bewegung zu sehen.

Am Samstag und am Sonntag gibt es zudem ein anderes automobiles Highlight zu bewundern: Es war ein Rekord für die Ewigkeit, den Stefan Bellof im Jahr 1983 aufstellte – in 6:11,13 Minuten drehte er beim Qualifying zum 1.000-Kilometer-Rennen die schnellste Runde aller Zeiten auf der Nürburgring-Nordschleife. Sein Durchschnittstempo lag jenseits der Schallmauer von 200 km/h. Im Rennen allerdings schied der Gießener vorzeitig aus, nachdem er am Pflanzgarten abflog. Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix lässt Porsche diese Legende noch einmal lebendig werden. Dank einer aufwändigen Rekonstruktion wurde der zerstörte Rekord-Porsche 956 mit der Chassisnummer 007 von einem englischen Enthusiasten aus Originalteilen wieder aufgebaut und wird an beiden Tagen zu Demorunden auf die Nordschleife gehen. Am Steuer sitzt Bellofs Teamkollege aus der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1983: Der fünfmalige Le-Mans-Gewinner Derek Bell.