Best of 2015: Ice Ice Porsche

29.12.2015 | Anja Sauer | Testrides

Porsche Ice Force teaser 2

Weiter geht’s auf die Kreisbahn, wo ich quer im Kreis fahre. Mit der Zeit wird es immer glatter auf dem Untergrund, da die Strecken so langsam etwas ausgefahren sind und umso mehr Feingefühl mit dem Porsche ist gefragt – ich möchte schließlich nicht noch einmal vom Cayenne abgeschleppt werden. Nachdem die Kreisbahn hinter mir liegt, habe ich die Möglichkeit mit Timo Bernhard, dem Porsche-Werksfahrer im Team von Mark Webber für Le Mans im 911 GT3 Cup eine Runde zu drehen. So begnadet, wie er dieses spezielle Rallye-Geschoss durch die Kurven führt, könnte ich den ganzen Nachmittag bei ihm mitfahren und sogar ein Schläfchen halten, so ein Vertrauen habe ich in seine Fähigkeiten – und das will was heißen, denn Beifahrer sein ist ja bekanntlich nicht gerade meine Stärke. Ebenfalls am Start, ein Porsche 918 Spyder, der vom Schweizer Rennfahrer Neel Jani gesteuert wird. Auch er fährt in Le Mans um den Sieg in einem LMP1-Porsche mit. Einfach toll, mit den beiden zu fahren, denn sie befinden sich eigentlich in der Vorbereitung auf das nächste 24-Stunden-Rennen im legendären Le Mans.

Während ich dann noch einen Handling-Parcours absolviere, merke ich zunehmend, dass die Luft raus ist. Über Funk bekomme ich mit, dass immer öfter ein Cayenne benötigt wird – nach so einem langen Tag und viel theoretischem sowie praktischen Input lässt die Konzentration nun mal nach. Bald geht die Sonne unter und ich fahre den Porsche zurück in sein Heim, die Porsche-Halle, in der er warm und trocken übernachtet. Ich muss mich dann auch gleich verabschieden, denn morgen fliege ich schon nach Hause und sehe die Schätzchen nicht mehr – schade eigentlich. Aber der Tag ist noch lange nicht vorbei …

Am Abend wartet dann noch ein Highlight auf mich – eine Tour mit dem Schneemobil durch die verschneite Nachtlandschaft von Levi. Einfach super, wenn man mit bis zu 80 Sachen über den Schnee hüpft –  nichts für Rückenkranke, denn die Strecke ist sehr holprig und das „Fahrwerk“ des Skidoos eher robust. Bedingt durch die Schutzausrüstung, die ich gestellt bekomme, ist mir kuschelig warm, auch dank den beheizten Griffen. Und dann ist er da – mein Kindheitstraum, ein Polarlicht. Mein Guide hält an, wir machen alle Lichter und Motoren aus. Wir stehen in der absoluten Finsternis und Einsamkeit der Landschaft und sehen dieses unglaublich Polarlicht. Für die Einheimischen wohl Alltag, geht für mich damit ein riesiger Traum in Erfüllung. Ich will es gar nicht aus den Augen lassen, aber muss zum Essen in die Sami-Hütte, wo traditionelles Sami-Essen auf mich wartet.

Nach dem Essen bin ich auch echt platt und mache mich auf den Weg ins Bett, schließlich geht es morgen recht früh zum Flughafen und leider schon zurück. Na ja, vielleicht komme ich irgendwann einmal als Kunde der Porsche Experience wieder und darf das alles noch einmal miterleben, denn so ein Event ist auch buchbar. Der Einstiegspreis beim Grund-Programm liegt bei etwa 3.990 Euro. Für die Ice-ForceS für „Profis“ zahlt man 6.490 Euro ohne Flug. Nun lege ich mich hin und fange an zu träumen – von Porsche und Driften hinterm Polarkreis links…