On & off the track: 24h-Nürburgring Highlights Teil 2

23.05.2013 | Christian Sauer | News

24h-Rennen Nürburgring Drivers Club Germany 4

Zum Rahmenprogramm gehörten ebenfalls ein Corso von zahlreichen BMW-Fahrern mit ihren M-Modellen und eine nicht minder beeindruckende Parade von einhundert Aston Martins zur Feier des 100. Firmenjubiläums. Aufsehenerregend waren neben den aktuellen Serienmodellen V8 und V12 Vantage, dem von uns bereits getesteten Rapide S und dem bald im Fahrbericht folgenden Vanquish, auch diverse Sondermodelle à la V12 Zagato und historische Leckerbissen aus dem letzten Jahrhundert.  Am Steuer des 1959er DBR1 war Fahrerlegende Sir Stirling Moss höchstpersönlich. Den Bogen zwischen der Historie und der Neuzeit spannte die Studie CC100 Speedster Concept, die am Nürburgring erstmals weltweit zu sehen war. Leider verschwand das oben und an den Seiten offene Einzelstück nach der Runde auf der Nordschleife mit Aston-Martin-Boss Dr. Ulrich Bez direkt im Ballsaal des Dorint Hotels. Exklusiv im Kreise ausgewählter Aston-Martin-Kunden aus aller Welt, durften wir uns den auch DBR100 genannten Prototyp aus nächster Nähe anschauen. Analog dem Exterieur, versprüht auch das Cockpit des dachlosen Roadsters mit Schalensitzen und einem minimalistischen „Armaturenbrett“ komplett aus Karbon selbst im Stand eine derartige Dynamik, dass einige der Anwesenden sicher einen siebenstelligen Betrag für eine Klein(st)serie investieren würden.

Vielleicht kommt tatsächlich einer der Anwesenden in den Genuss einer Dienstfahrt mit dem CC100: Als wir zusammen mit den Sportwagen-Enthusiasten den Start des Rennens auf der Dachterrasse des Hotels schauten, staunten wir nicht schlecht, wer da neben uns stand. Mit Basecap „getarnt“ und von zwei Bodyguards begleitet, verfolgte auf Einladung des britischen Traditionsherstellers auch Daniel Craig das Spektakel in der Eifel. Für bekennende James-Bond-Fans wie wir es sind, war dies natürlich ein besonderes Erlebnis, aber zugleich beruhigend zu sehen, dass 007 im wahren Leben auch nur ein Mensch ist. Noch vor uns entfloh er dem kühlen sowie windigen Wetter ins Warme und war danach nicht mehr gesehen.

 

Während die Topteams der ersten Startgruppe direkt nach dem Start hart um jeden Platz und nach der langen Regenpause auch um den Gesamtsieg kämpften, ging es einigen Teams weiter hinten im Feld um den jeweiligen Gewinn ihrer Klasse, den meisten aber eher um das Ankommen oder „lediglich“ um den Spaß, dabei zu sein. Ein gutes Beispiel ist der kultige Opel Manta, der traditionell mit Fuchsschwanz an der Antenne antritt. Pilotiert u.a. von Opel-OPC-Chef Volker Strycek hielt der bei den Fans sehr beliebte Klassiker lange Zeit sogar mit vermeintlich schnelleren Boliden jüngeren Baujahres gut mit, bis ihn ein Unfall ausbremste. Doch nach längerer Reparatur kam er ebenso ins Ziel, wie der Opel Astra von Alex Hofmann. Der ehemalige Motorrad-Profi machte auch auf vier Rädern eine gute Figur und berichtete in der Opel-Hospitality regelmäßig von seinen Eindrücken auf der Strecke.

Gegen die widrigen Bedingungen in der „Grünen Hölle“ kämpften tapfer auch die Rennversionen vom Peugeot 208, dessen Fahrerteams zum Teil vorab gecastet wurden, ebenso wie Smudo von den Fantastischen Vier, der einen von Rapskraftstoff angetriebenen und mit Bioverbundwerkstoffen aufgebauten Rennwagen auf Basis eines VW Scirocco pilotierte. Noch auffälliger, aber auch anfälliger zeigte sich die seriennahe Viper von Skateboard-Legende Titus Dittmann. Trotz des relativ geringen Budgets lieferte die „Giftschlange“ eine tolle Show und das sogar zu Gunsten eines guten Zwecks.

Auch andere Teams brachten Charity-Aktionen an den Start und gingen mit gutem Beispiel voran. Ebenfalls bemerkenswert ist die Offenheit, mit der die meisten Teams und Fahrer den Fans begegnen. Nicht nur, dass das Fahrerlager frei zugänglich ist – auch ein Besuch in den Boxen ist bis auf wenige Ausnahmen möglich. Immer wieder begegnet man so auch legendären Piloten wie Joachim „Jockel“ Winkelhock und Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, die mit störrischer Ruhe Autograme geben und gern über die alten Zeiten fachsimpeln, während die nächste Generation draußen auf der Strecke Runden dreht. So familiär wie am Ring ist die Stimmung selten bei einem solchen Rennen, dass selbst in Japan mit großem Interesse verfolgt wird.

Auch wenn dieses Jahr zumindest die Nacht ins Wasser fiel, war das 24h-Rennen wieder ein absolutes Highlight für alle „Petrol Heads“. Bleibt zu hoffen, dass die Zukunft der Eifelstrecke und der Traditionsveranstaltung trotz wirtschaftlicher Probleme langfristig gesichert werden kann. Hier nochmal Impressionen von diesem Jahr.