Bestseller reloaded – Nissan Qashqai

02.01.2015 | Christian Sauer | Testrides

Nissan Qashqai Drivers Club Germany FahrberichtTest

Dem Fahrverhalten und Komfort kommt die Nissan Chassis Control zu Gute, die von Erkenntnissen aus anderen Nissan- und Infiniti-Modellen profitiert. Während die dynamische Stabilitätskontrolle VDC (Vehicle Dynamic Control) wie gewohnt Traktionsverluste ausgleicht, wird schon bei niedrigeren Geschwindigkeiten und in Kurven über einen gezielten Bremseneingriff ein dynamischeres Fahrgefühl erzeugt. Die aktive Fahrwerksregelung soll zudem auf unebener Strecke durch das Abbremsen einzelner Räder für eine ruhigere Lage des Aufbaus sorgen. Welchen Anteil die Elektronik daran hat, ist natürlich schwierig zu beurteilen, aber das Fahrwerk überzeugt insgesamt mit seiner Ausgewogenheit. Gerade mit den großen Rädern und dem Sport-Modus der elektrischen Servolenkung steht auch Fahrspaß nichts im Weg. Schade finden wir, dass Allrad ausschließlich für den stärksten Diesel, den von uns getesteten 1.6 dCi mit 130 PS angeboten wird. Für alle anderen Motorisierungen samt dem 163 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner bleibt nur der Frontantrieb. Natürlich ist der Qashqai nicht zum Geländefahren gedacht – dafür reicht auch die Bodenfreiheit nicht – doch gerade im Winter bringt der Vierradantrieb doch einen nennenswerten Vorteil.

 

 Es bleibt natürlich immer eine Abwägung zum höheren Gewicht und Verbrauch. Beides konnte Nissan beim Qashqai insgesamt reduzieren. Zudem folgen alle Motoren mit vier Zylindern und Turboaufladung dem Downsizing-Prinzip. Für unseren 320 Nm starken Top-Diesel mit Vorderradantrieb sind 4,4 – 4,6 Liter angegeben, abhängig ob der Fahrer selbst die sechs Gänge schaltet oder auf die Automatik setzt. Das neu entwickelte stufenlose Getriebe ahmt beim starken Beschleunigen – 11,1 Sekunden auf Tempo 100 – die stufenweisen Gangwechsel einer traditionellen Wandlerautomatik nach. Das ist subjektiv angenehm(er), genauso wie die weichen Anpassungen der Übersetzung bei gleichmäßiger Fahrt. Als Topspeed sind 183 km/h möglich, sieben weniger als mit Handschaltung. Mit der Automatik und nahezu voll ausgestattet, kostet unser Testwagen faire 36.050 Euro. Die günstigste Möglichkeit Qashqai zu fahren, beginnt mit rund 20.000 Euro. Schön fänden wir, wenn Nissan weitere Kombinationen mit Allrad anbieten würde. Wer jetzt schon mehr „Offroad“ und Leistung sucht, wird ansonsten beim Juke und X-Trail fündig. Ansonsten fährt der beliebte SUV in seiner zweiten Generation weiter auf Erfolgskurs.