Nippon-Supersportler: Nissan GT-R Nismo

19.11.2013 | Christian Sauer | News

Nissan GT-R Nismo 2014

Nach Juke und 370Z landet Nismo, die Sportabteilung von Nissan, nun den nächsten Coup – den GT-R Nismo. Auf der Nürburgring-Nordschleife knackt er fast die sieben Minuten und auch der „normale“ GT-R wird 2014 noch schneller.

Mit dem Nissan GT-R Nismo purzeln die Rekorde und Träume werden war. Mit einer Zeit von 7:08 Minuten hat er vor einigen Wochen einen neuen Rundenrekord für in Großserie gefertigte Straßensportwagen aufgestellt. Vom Motorsport orientiert hat Werkstuner Nismo die Aerodynamik, das Handlung und den Antrieb des Supersportwagen nochmals gesteigert. Dabei hat sich der Nissan GT-R bereits seit Jahren als ernstzunehmenden Porsche-Killer etabliert. Die neuste und stärkste Nismo wird ab Anfang 2014 in Japan sowie in den USA erhältlich sein – Europa soll später im Jahr folgen.

Dank des Know-How von Nismo beispielsweise vom 24h-Rennen auf dem Nürburgrung konnte die Leistung des 3,8 Liter großen V6-Biturbos um 50 auf 600 PS gesteigert werden. Das maximale Drehmoment  stieg von 632 auf 652 Nm. Ihren Anteil daran tragen vor allem die sonst nur für die GT3-Rennversionen benutzten Turbolader mit größerem Durchmesser bei. Sie steigern die Durchflussrate und damit den Aufladeffekt. Zugleich sorgen eine für jeden Zylinder einzeln erfolgende Zündzeitpunkt-Kontrolle und eine leistungsstärkere Benzinpumpe für eine besonders gründliche Verbrennung.

Auch das Fahrwerks-Set-up orientiert sich an den von Nismo bei den GT3-Rennen eingesetzten GT-R-Typen. Trotz des Feintunings auf absolutem Top-Niveau soll ein ausreichender Restkomfort erhalten bleiben. Die vorn wie hinten installierten Federn sowie die speziell auf den GT-R Nismo abgestimmten Bilstein DampTronic-Dämpfer liefern außerordentlich hohe Grip-Level und progressive Handlingeigenschaften im Grenzbereich. Vom Cockpit aus lassen sich drei Fahrprogramme anwählen: Comfort, Normal und – für den Einsatz auf der Rennstrecke – „R“ (für „Racing“).

Exklusive Nismo Reifen von Dunlop lassen den neuen GT-R Nismo nahezu auf dem Asphalt kleben. Ihre Größen: 255/40 ZRF20 (vorn) und 285/35 ZRF20 (hinten). Eigens entwickelte und an der vorderen Doppelquerlenker-Aufhängung angebrachte Streben vergrößern den Nachlauf der Räder. Effekt: Eine optimierte Radstellung bei Fahrten mit hohen Querbeschleunigungskräften sowie allgemein mehr Stabilität bei Kurven- und Geradeausfahrt. Zusätzlich erhöhen hochfeste Bolzen die Steifigkeit im Bereich der Radnaben-Befestigungen. Um die Rollneigung des Aufbaus bei schneller Kurvenfahrt und abrupten Richtungswechseln zu minimieren, kommt an der Hinterachse ein 17,3 Millimeter dicker und hohl gebohrter Querstabilisator zum Einsatz. Er verbessert die Roll-Steifigkeit und spart zugleich wertvolle Gramm.

 

Die Steifigkeit der durch normalerweise allein per Punktschweißung zusammen gefügten Rohkarosserie konnte Nismo durch den Einsatz neuer Klebeverbindungen weiter erhöhen. Der Fahrer spürt es in Form eines selbst unter extremer Last präzise ansprechenden Fahrwerks. Nismo Werkstuning at its best. Mit Hilfe modernster Simulationsverfahren wie der Numerischen Strömungsmechanik (CFD – Computational Fluid Dynamics) entwickelte Nismo ein neues Aerodynamik-Paket für den GT-R. Gefragt waren nicht nur ein verbessertes Fahrverhalten und eine verringerter Auftrieb, sondern auch eine noch muskulösere und imposantere Erscheinung des Fahrzeugs. In der Summe senken der modifizierte vordere Stoßfänger, eine Verkleidung der Unterseite des Motors und ein Kohlefaser-Heckspoiler im ersten Schritt den Masseschwerpunkt des Wagens. Zugleich generieren die Änderungen  bei Tempo 300 im Vergleich zum frisch überarbeiteten GT-R Modelljahrgang 2014 zusätzlich 100 Kilogramm an Abtrieb. Wichtig: Das Aerodynamik-Paket ist so fein austariert, dass das Plus an „downforce” bei jedem Tempo gleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt wird. Trotz eines breiteren Front- und eines verlängerten, aber eingezogenen Heckstoßfängers ist der Cw-Wert mit 0,26 identisch mit dem des GT-R Modelljahr 2014.

Der neue Nissan GT-R Nismo wird in fünf Karosseriefarben angeboten: Neben Brilliant White Pearl, Meteor Flake Pearl Black, Ultimate Metallic Silver und Vibrant Red betont der dem GT-R Nismo vorbehaltene Mattlack-Ton „Dark Matte Grey” trefflich die starken Muskelpartien des 600-PS-Modells. Eine direkte Referenz an die legendären GT-R Nismo aus der GT500-Klasse der japanischen Super GT-Serie sind die schwarzen Sechsspeichen-Felgen.

Im Cockpit sorgen Recaro-Schalensitze aus Kohlefaser für besten Komfort und optimale Körperführung von Fahrer sowie Copilot. Das Dreispeichen-Lenkrad mit Alcantara-Bezug erinnert ebenfalls an Vorbilder aus dem Rennsport. Eine rote „Zwölf-Uhr”-Markierung und rote Kontrastnähte bieten die ideale Mischung aus festem Zugriff, direkter Rückmeldung und angenehmer Haptik. Das Kombi-Instrument erhielt ein Finish in Kohlefaser-Optik; der Drehzahlmesser ein rotes Design. Die Hutze über dem Instrumenteneinsatz ist ebenfalls mit Alcantara überzogen. Rote Kontrastnähte an den Sitzen, der Mittelkonsole, in den Türen und – wie bereits erwähnt – am Lenkrad werten das Interieur zusätzlich auf.

 

Auch die Evolution des „normalen“ Nissan GT-R steht nicht still: Dank Reifen mit extrem hohem „Grip“-Faktor beschleunigt und verzögert ein Nissan GT-R wie kaum ein anderer Vertreter seiner Klasse. Dennoch hat Nissan das Fahrwerk nochmals gezielt neu abgestimmt: Die Aufhängungen wurden feingetunt, um Lastwechsel zwischen allen vier Rädern zu reduzieren und somit eine größere Stabilität und noch konstantere Haftung der Reifen („Grip“) zu erreichen. Eine weiter optimierte elektronische Regelung der Stoßdämpfer-Ventile, modifizierte Federraten des vorderen Stabilisators und verstärkte Lagerbuchsen-Gelenke fördern einen noch sichereren Reifenkontakt mit der Straße. Das Tuning dieser Teile nutzt die Federwege maximal aus und verbessert das Fahrverhalten. Zugleich fördert es einen ausgewogenen Abrollkomfort und eine optimale Traktion auch auf unebener Strecke.

Komfortsteigernd wirken auch minimierte Vibrationen und von der Straße ausgehende Abrollgeräusche. Als zusätzlicher Vorteil ergibt sich ein verbesserter Geradeauslauf, der kleinere Lenkkorrekturen – zum Beispiel bei Autobahnfahrt – auf ein Minimum reduziert. Nissan rüstet den aufgewerteten GT-R ab Werk mit Dunlop SP Sport Maxx GT 600 DSST CTT-Reifen aus. Dank besonders steifer Flanken sichern sie ein exzellentes Handling und präzises Ansprechen der Lenkung selbst bei extrem schneller Kurvenfahrt. Die Hochleistungs-Bremsen wurden so kalibriert, dass sie auch im relativ langsamen Alltagsverkehr fester und linearer ansprechen. Speziell bei Regenwetter sollen sie ein intuitiveres und sichereres Bremsgefühl vermitteln.

Ebenfalls mit Blick auf den städtischen Einsatz wurde die Lenkungskennung verändert. Manöver auf engem Raum gelingen dank erhöhter Lenkradunterstützung nun leichter, ohne dass das außergewöhnliche Ansprechen im Hochgeschwindigkeits-Bereich gelitten hätte. Die Kombination aus neu abgestimmtem Fahrwerk und exzellenter Lenkungscharakteristik verleiht ein hohes Sicherheitsgefühl bei schneller Fahrt.

Optisch sorgen beim jüngsten Modell vor allem die Leuchteinheiten für einen noch stärkeren Auftritt. Darüber hinaus können Kunden nun auch aus einer breiteren Farbpalette auswählen. Der Nissan GT-R Modelljahrgang 2014 fällt in der Frontansicht durch seine neuen Multi-LED-Scheinwerfer samt auffälligem „Blitz”-Motiv sofort ins Auge. Dank dieser einzigartigen Grafik erhöht sich die Präsenz des GT-R speziell in der Dämmerung und bei Nacht nochmals erheblich. Zugleich verbessern die leuchtstarken Einheiten aber auch die Sicht des Fahrers erheblich. Das neue Scheinwerfersystem kommt in Kombination mit dem adaptiven Lichtsystem AFS (Adaptive Front lighting System*). Es passt die Ausleuchtung der Fahrbahn an die Geschwindigkeit des Fahrzeugs an – von einem langen, schmalen Lichtkegel bei Autobahnfahrten bis zu einem kürzeren, aber breiteren im Stadtverkehr. Neben besonders leuchtstarken LED-Fernlichteinsätzen kommen gleich drei verschiedene LEDs für das Abblendlicht zum Einsatz.

Am Heck wartet der GT-R mit vier nun einheitlich beleuchteten und – wie für ihn typisch – kreisrunden Rückleuchten auf. So ist er auch bei Nacht für nachfolgende Fahrzeuge und Fans auf Anhieb als GT-R zu erkennen. Beim Anlassen wird die neue Lichtsignatur einmal komplett aktiviert, um die Startprozedur so zusätzlich zu betonen. Die neue Farbe „Sunset Red” sorgt für weitere visuelle Spannung. Hier werden mikroskopisch kleine, gold-getönte Glasflake-Pigmente dem roten Grundlack beigemischt. Bei entsprechendem Lichteinfall ergibt sich so ein intensiver Perleffekt.

Nissan bietet für den neuen GT-R drei verschiedene Interieur-Trims an – darunter eine Version im Ton „Pale Ivory“. Zugunsten einer besonders guten Haptik erhielt das Lenkrad einen Lederbezug. Bei den zum Teil mit Anilin-Leder bezogenen Sitzen verstärken zusätzliche Kontrastnähte das Bild des klassischen GT-Sportwagens für Erste-Klasse-Reisen über lange Distanzen. Dank optimierter Schallisolierung und gezieltem Akustik-Tuning können die Passagiere auch bei hoher Geschwindigkeit genussvoll dem sportlichen Motor-Sound lauschen.

Optional bietet Nissan einen Heckspoiler aus Karbon an. Zusammen mit einem ebenfalls aus Kohlefaser bestehenden Kofferraumdeckel ergibt sich gegenüber einer konventionellen Version eine 50-prozentige Gewichtsersparnis. Die hohe Steifigkeit der Karosseriestruktur des GT-R sichert ein präzises Ansprechen der Aufhängungen ebenso wie ein exzellentes Finish in der Kabine – auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten und bei extrem schneller Kurvenfahrt.

In Japan startet der Verkauf des Modelljahrs 2014 bereits am 2. Dezember 2013 gefolgt Anfang 2014 von den anderen weltweiten Märkten. Preise folgen später.