Interview: Hiroshi Tamura von Nissan Nismo

02.06.2013 | Christian Sauer | News

Nissan 370Z Nismo Drivers Club Germany

In Deutschland ist Nismo – die Sportmarke von Nissan – immer noch kaum bekannt. Das soll sich nun ändern, wie der Chief Product Specialist aus Japan im Interview mit Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer verriet.

Es sind nur noch wenige Stunden bis zum Start des diesjährigen 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Während draußen das Rahmenprogramm auf Hochtouren läuft, herrscht im rund 500 Quadratmeter großen und neu gestalteten Showroom von Nissan eine recht entspannte Stimmung. Auch Hiroshi Tamura, Chief Product Specialist Nissan Nismo, zeigt sich in unserm Interview relaxed.

Drivers Club Germany (DCG): Herr Tamura, Nismo war bislang fast ein „Fremdwort“ in der deutschen Autowelt, wie wollen Sie das ändern?

Hiroshi Tamura (HT): Sie haben Recht, bis dato waren wir hierzulande kaum bekannt. Nismo ist aber keine neue Marke – wir haben eine lange Tradition im Motorsport – es ist quasi eine Wiedergeburt der Marke. Vielleicht war es unser Fehler, dass wir nicht früher nach Deutschland gekommen sind, aber wir sind eben ein Unternehmen aus Fernost und müssen global denken.

DCG: Was macht denn Nismo aus?

HT: Wie ich schon sagte, haben wir eine jahrzehntelange Geschichte und viel Know-How aus den unterschiedlichen Renneinsätzen unserer Nismo- und Nissan-Fahrzeuge. Wir versuchen uns auch immer wieder mit neuen und innovativen Konzepten wie dem Deltawing bei den 24 Stunden von Le Mans letztes Jahr oder dem Juke R mit zahlreichen Komponenten des GT-R.

DCG: Wo Sie gerade den GT-R erwähnen, können Sie schon mehr zu dessen bereits angekündigter Nismo-Variante sagen?

HT: Nein, das ist noch zu früh, aber er wird auch die Essenz von Nismo verkörpern. Uns geht es um das Gesamtpaket, nicht nur um die reine Motorleistung. Aerodynamik, Handling und auch der Sound – das alles muss harmonisch zusammen passen.

DCG: So wie beim neuen 370Z Nismo oder beim Juke Nismo?

HT: Genau, beides sind gute Beispiele für die Faszination unserer Nismo-Modelle. Im Vergleich zu den Basismodellen haben sie natürlich auch mehr Leistung, aber die reine PS-Zahl ist eben nicht alles. Unsere Autos sollen Fahrspaß vermitteln, aber auch für jüngere Fahrer erschwinglich sein, die Nismo bereits von der Playstation kennen.

 

DCG: Planen Sie weitere Nismo-Varianten, um beispielsweise einen Golf GTI oder Polo GTI zu attackieren?

HT: Lassen Sie sich überraschen! Mehr kann ich noch nicht verraten …

DCG: Mit dem Leaf Nismo ist der erste Schritt in Richtung sportlicher Elektromobile bei Nissan getan. Wann werden wir den ersten E-Nismo auf der Straße sehen können?

HT: Das ist noch zu früh zu sagen. Wir testen neue Technologien erst auf der Rennstrecke und dann schauen wir weiter – aber ich würde nichts ausschließen.

Vorerst bleiben die Nippon-Sportler von Nismo hierzulande rare Exoten und Volumenmodelle werden sie auf absehbare Zeit sicher nicht werden. Doch das Interesse scheint – betrachtet man die Verkaufszahlen und Vorbestellungen – relativ groß zu sein. Wir von Drivers Club Germany werden die weiteren Entwicklungen rund um Nissan Nismo weiter verfolgen!