Exclusive: Monaco Yacht Show 2016

28.09.2016 | Christian Sauer | Lifestyle, News

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Unumstritten ist sie seit 1991 weltweit die wichtigste Messe für Superyachten. Dieses Jahr werden mehr als 100 von ihnen im Wasser zu erleben sein. Wir stellen die wichtigsten vor und berichten live auf Instagram.

 

Vor 26 Jahren sah die Welt der großen Yachten noch anders aus, sie war deutlich persönlicher und man(n) kannte sich – egal ob Eigner, Kapitän, Designer oder Werftbesitzer. Das Angebot war ebenso überschaubar wie die Nachfrage. Damals versammelten sich im Port Hercules lediglich 30 Yachten mit einer Durchschnittslänge von 105 Fuß, also 32 Meter. Wenn sich dieses Jahr vom 28. September bis 1. Oktober die wichtigsten Protagonisten der Superyacht-Industrie erneut in Monaco einfinden, wird alles unter dieser Marke eine Nebenrolle spielen. Wo bei dem Cannes Yachting Festival das Ende der Skala erreicht ist, beginnt es bei der Monaco Yacht Show erst richtig. Dennoch gibt es ein Wiedersehen mit einigen Neuheiten und zum Verkauf stehenden älteren Yachten, die zuvor schon dort präsentiert wurden. Anders als in Cannes schrecken die Preise für ein Tagesticket ab 150 Euro allerdings Schaulustige ab. Während Touristen von der Côte d’Azur und den Kreuzfahrtriesen dann doch eher von außen staunen, geht es bei den rund 30.000 Insidern zumeist ums Business.

 

Entweder werden gebrauchte oder ohne Kundenauftrag gebaute Yachten gehandelt, oder neue Projekte geplant und Verträge besiegelt. Zum Teil finden Tender und Toys für mehrere hunderttausende oder gar Millionen Euro spontan einen neuen Besitzer und werden direkt auf die eigene Yacht geliefert, die mangels Liegeplätzen vor Monaco ankert. Dort wird auch der spektakuläre 107-Meter-Explorer „Ulysses“ zu bewundern sein, der vor wenigen Monaten in Bremerhaven fertiggestellt derzeit zum Verkauf steht, aber kein offizieller Bestandteil der Yacht Show sein wird. Im größten der beiden Yachthäfen Monacos herrscht währenddessen trotz der Erweiterung vor einigen Jahren mit schwimmenden Pontons stärker denn je Platzmangel. Die zahlreichen Shuttle- sowie Taxi-Boote lassen die Szenerie noch lebhafter erscheinen und wecken Erinnerungen an den Formel 1 Grand Prix im Mai zum Beginn der Mittelmeer-Saison. Nun wird das Ende dieser eingeläutet und die meisten Superyachten  zieht es in die Karibik. Doch spätestens in einem Jahr versammelt sich die maritime Elite erneut zum Gipfeltreffen bei der Monaco Yacht Show.

90m Royal Huisman „Athena“
Nachdem die mit 90 Metern zweitlängste private Segelyacht der Welt vor einigen Jahren nicht für 75 Mio. US-Dollar den Eigner wechselte, steht der 2004 von Royal Huisman gebaute Dreimast-Schoner „Athena“ nun für 69,9 Mio. US-Dollar erneut zum Verkauf. Das maritime Interieur, sowie die Platzverhältnisse und der Komfort einer Motoryacht begeistern nicht nur Segel-Enthusiasten.

72m Lürssen „Coral Ocean“
Die Bremer Lürssen-Werft präsentiert mit der 72 Meter langen „Coral Ocean“ (ex „Coral Island“) eine Ikone des Yachtbaus. Außen wie innen vom verstorbenen Altmeister Jon Bannenberg gestaltet und 1994 vom Stapel gelaufen, wurde sie bislang nie öffentlich gezeigt und demonstriert das Refit-Knowhow von Lürssen. Ebenfalls von der Weser stammen die 78 Meter lange „TV“ (ex. „Madsummer“) und die acht Meter kürzere „Martha Ann“ – beide werden in Monaco mit erheblichen Preisnachlässen angeboten.

70m Perini Navi „Sybaris“
Nach der legendären „Maltese Falcon“ ist die 70-Meter-Ketsch „Sybaris“ die zweitlängste Yacht in der Werftgeschichte von Perini Navi mit beeindruckenden Dimensionen: 927 Tonnen Verdrängung, 11,74 Meter maximaler Tiefgang, 3.000 Quadratmeter Segelfläche an 62- und 72-Meter-Masten sowie opulente Platzverhältnisse an Bord. Vom Cannes Yachting Festival bekannt ist die 38-Meter-Sloop „Dahlak“ als zweites Exponat von Perini Navi in Monaco.

70m Heesen „Galactica Super Nova“
Nach dem 65-Meter-Vorbild „Galactica Nova“ folgt nun die „Galactica Super Nova“ mit fünf Meter längerem Alu-Rumpf. Die bis dato größte Heesen – Projektname „Kometa“ – beschleunigt dank zwei MTU-Maschinen und zusätzlichen Jetantrieb von Rolls Royce in nur 75 Sekunden bis zur Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten. Für das Exterieur samt großem Beachclub und Pool zeichnete sich Espen Øino verantwortlich.

66m Feadship „Vanish“
Die Liebe zu Details und das bekannt hohe Qualitätsniveau von Feadship spiegelt die 66 Meter lange „Vanish“ wieder. Außen wie innen wurde die Yacht von Eidsgaard Design gestaltet, wobei die Eigner intensiv mitwirkten. Außerdem präsentiert die niederländische Werft mit „Kamino“ die dritte ihrer 33,5 Meter „kurzen“ Semi-Custom-Serie.

63,5m Benetti FB 264
Zumindest bis vor der Show noch ohne offiziellen Namen wird der großvolumige 63,5-Meter-Vierdecker in Monaco seine Weltpremiere feiern. Daneben präsentiert die Traditionswerft aus Viareggio mit der 45-Meter-Yacht „Domani“ einen weiteren Neubau aus der Custom Line, der den Komfort einer deutlich größeren Yacht bieten soll.

60m Mondomarine „Sarastar“
Der 60-Meter-Halbgleiter aus leichtem Aluminium soll Effizienz, Geschwindigkeit und Komfort optimal miteinander verbinden. Als zweite Yacht von Mondomarine wird die 50 Meter lange „Ipanema“ in Monaco erwartet, die mit ihrem roten Rumpf nicht zu übersehen sein wird.

55m Admiral Quinta Essentia
The Italian Sea Group ist mit ihrem Yacht-Ableger Admiral und zwei Exponaten vertreten. Zum einen wird es die hier gezeigte „Quinta Essentia“ (55 Meter) samt Hybrid-Antrieb mit jeweils zwei Verbrennungs- und Elektromotoren und zum anderen die „Ouranos“ (50 Meter) mit den nicht minder auffälligen Verglasungen sein.

55m DAMEN Yacht Support 5009 „Fast & Furious“
Eine überarbeite Variante seiner erfolgreichen Yacht Support Vessels präsentiert DAMEN in Monaco. Der Mutterkonzern von AMELS nutzt dabei Erfahrungen aus dem Bau von Versorgungsschiffen beispielsweise für Ölplattformen. Das 55 Meter lange Begleitboot kann noch größere Tender transportieren, als Basis für die immer beliebter werdenden Mini-U-Boote dienen und mit einem Helikopter-Hangar zum Schutz vor Korrosion bestellt werden.

42m Sanlorenzo „X“
Wer als Eigner seine Tender und Toys lieber direkt auf seiner Yacht mitführt und unter 50 Meter beziehungsweise 500 GT bleiben möchte, sollte sich die 42-Meter-Explorer von Sanlorenzo anschauen. Auf dem zweiten Exemplar mit dem Namen „X“ parkt achtern ein U-Boot und ein Wasserflugzeug für abenteuerliche Erkundungstouren. Außerdem zu sehen ist die neueste Ablieferung der 46-Meter-Baureihe von Sanlorenzo.

47m Bilgin „Giaola-Lu“
Während die mit 80 Metern bislang längste Yacht aus der Türkei noch bis 2019 auf sich warten lässt, liefert Bilgin vorher noch kleinere Großformate wie die 47 Meter lange „Giaola-Lu“ ab. Für das Styling sorgte H2 Design aus London. Nächstes Jahr folgt ein Spec-Neubau, der noch kurzfristig einen Käufer sucht.

47m Wider „Genesi“
Als Sensation lässt sich zu Recht das Debüt der Wider 150 bezeichnen. Zu ihren innovativen Features gehören beispielsweise ein Hybrid-Azipod-Antrieb, ein extrem geringes Geräuschniveau und ein für die Größenordnung riesiger Beachclub im Heck samt 7-Meter-Pool, in dem unterwegs der zur Yacht passende 10-Meter-Tender von Wider verstaut wird.

40m Columbus Yachts 40M Sport Hybrid „Divine”
Als Vorreiter bei Yachten mit nachhaltigem Hybrid-Antrieb gilt seit 2013 Columbus Yachts als Marke der Palumbo Group aus Neapel. Wie der Modell-Name schon andeutet, kann „Divine“ als zweite Baunummer der 40M-Klasse zum einen bis zu 20 Knoten schnell durch das Wasser pflügen, zum anderen mit sehr wenig Treibstoff oder sogar rein elektrisch cruisen. Einen genaueren Blick wert ist zudem das Design.

35m OTAM SD35 „Gipsy“
Seit 60 Jahren insbesondere für sportliche Boote und Yachten bekannt, wagt sich OTAM mit der SD35 in die größere Custom-Liga vor. Die 35 Meter lange „Gipsy“ vereint ein großzügiges Volumen und Langstreckentauglichkeit mit einem schnellen Rumpf und geringen Tiefgang – wichtig beispielsweise für Törns in den Bahamas. Für das Design ist Tommaso Spadolini verantwortlich.