Fahrbericht: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

03.09.2014 | Christian Sauer | Testrides

Mitsubishi Outlander PHEV
Vorab schon mit jeder Menge Vorschusslorbeeren bedacht, testeten wir nun selbst den SUV mit elektrischem Allradantrieb und insgesamt drei Motoren.

Beginnen wir mit den Basics: Der Mitsubishi Outlander hat es in der dritten Generation zu einer stattlichen Größe gebracht – mit 4,65 m Länge überragt er beispielsweise den Ford Kuga um 13 cm und den VW Tiguan um 23 cm. Davon profitiert das Platzangebot mit dem 451 bis 1.472 Liter großen Kofferraum und dem Innenraum für fünf Personen. Selbst groß gewachsene Passagiere finden vor allem vorn ein luftiges Raumgefühl und viele Ablagen. Leider fallen die Sitzflächen zu kurz aus und die Qualität der verwendeten Kunststoffe könnte gerne noch etwas hochwertiger sein – gerade wenn man sich mit der Topausstattung in der 50.000-Euro-Liga bewegt. Dazu wollen auch nicht so recht die „nackten“ Schrauben passen, die uns beim Öffnen der Türen oder der elektrischen Heckklappe unverkleidet begrüßen. Bis auf die Metallic-Lackierung ist bei unserem Testwagen alles serienmäßig an Bord: Tempomat mit Radar, Frontkollisions-Warnsystem, Spurhalteassistent und die Rückfahrkamera, die auch wegen der eingeschränkter Übersichtlichkeit sinnvoll ist. Auf dem 7-Zoll-Touchscreen des Infotainment-System können auch spezielle Daten des Hybridantriebes wie der Energiefluss oder das persönliche Fahrverhalten visualisiert werden. Leider wirkte es mit Funktionen überfrachtet und die Bedienung gestaltete sich daher recht kompliziert – gerade während der Fahrt.

 

Wer die Technik des Outlander PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) zumindest ansatzweise verstehen will, sollte sich am besten vor Fahrtantritt damit beschäftigen. An beiden Achsen sind relativ starke Elektromotoren mit je 60 kW / 82 PS maximale Leistung, 195 Nm Drehmoment vorn und 137 Nm hinten installiert. An der Vorderachse gesellt sich dazu der Benziner mit vier Zylindern und zwei Liter Hubraum. Solo bringt er es auf 89 kW / 121 PS sowie 190 Nm bei jeweils 4.500 Umdrehungen. Der Verbrenner tritt allerdings erst in Erscheinung, wenn extrem stark beschleunigt wird oder die Geschwindigkeit die alltagstaugliche Marke von 120 km/h überschreitet. Ansonsten arbeiten die beiden Elektromotoren als permanenter Allradantrieb. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gibt Mitsubishi für den rund 1,8 Tonnen schweren Plug-in-Hybrid elf Sekunden an, was sich dank des starken Antritts aber subjektiv schneller anfühlt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 170 km/h begrenzt, obwohl das komfortabel aber nicht schwammig abgestimmte Fahrwerk durchaus mehr vertragen könnte. Geradeauslauf und Kurvenverhalten fallen dank des langen Radstands sowie der 18 Zoll großen Räder für ein SUV sehr positiv aus. Gefallen haben uns außerdem die geringen Innengeräusche dank aufwendiger Isolierung.