Mit (Hoch)spannung erwartet: Porsche 918 Spyder

01.01.2013 | Christian Sauer | Testrides

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Selten gewähren Automobilhersteller freiwillig Einblick in die Entwicklung und Erprobung neuer Modelle. Anders beim Porsche 918 Spyder, der bereits als Prototyp superschnelle Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings dreht und den Mythos von Martini Racing wieder aufleben lässt.

Auf dem Genfer Auto-Salon im Jahr 2010 feierte der 918 Spyder als Showcar seine Weltpremiere und gab einen Vorgeschmack auf den neuen Supersportwagen aus dem Hause Porsche. Die Messlatte lag hoch, denn die vergangenen Dekaden wurden jeweils durch einen „Über-Porsche“ geprägt. In den 1980er Jahren war es der 959 mit 450 PS, dem der 911 GT1 mit reinrassiger Rennsporttechnologie und bis zu 600 PS folgte. Der Carrera GT mit 612 PS setzte dann ab 2003 wieder neue Maßstäbe und verfügte zudem über ein leichtes, zweiteiliges Targa-Hardtop. Dieses bewährte Konzept übernahm die spektakuläre Designstudie des 918 und wurde nicht nur deshalb als legitimer Nachfolger des Carrera GT gehandelt. Die Reaktionen auf den Eyecatcher waren so positiv, dass sich Porsche entschied, das Projekt zur Serienreife weiterzuentwickeln. Doch auch technisch sollte das neue Topmodell mit neuen Innovationen bestechen und so begann die Entwicklung eines Hochleistungs-Hybrid-Antriebes. Weniger als ein Jahr nach der ersten Studie folgte der 918 RSR. Der einsitzige Rennwagen blieb bis dato ein Einzelstück, könnte Porsche aber vielleicht den Weg zum Comeback beim 24h Rennen in Le Mans ebnen, das die Stuttgarter seit 1971 mehrfach für sich entscheiden konnten. Legendär ist neben dem Langstreckenklassiker an sich auch die Lackierung der Porsche Rennboliden in den typischen Farben von Martini Racing.

Automobile Enthusiasten wird es daher freuen, dass beim 918 der Mythos und die langjährige Kooperation wiederbelebt wurden. Im Martini-Design lackierte Prototypen sammeln fleißig Testkilometer und entsprechen schon größtenteils dem späteren Serienmodell. Bei Erprobungsfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife begeisterte ein Porsche 918 Spyder-Prototyp mit einer Fabelzeit von nur 07:14 Minuten für die 20,8 Kilometer langen Runde. Diese Zeit gehört zu den besten, die jemals für Straßenfahrzeuge mit Serienbereifung gemessen wurden. Dabei hatte das Porsche-Entwicklungsteam nur eine freie Runde zur Verfügung, die auch noch aus dem Stand heraus gestartet werden musste. Damit stellt der 918 Spyder bereits in diesem Stadium seiner Entwicklung die Fahrleistungen des Carrera GT in den Schatten und übertrifft die eigenen Erwartungen bei Porsche. Mehrfach schon wurden die anvisierten Leistungsdaten nach oben korrigiert. Sicher scheint jedoch, dass die Höchstgeschwindigkeit bei über 325 km/h liegen wird und der 918 Spyder unter drei Sekunden für den Standardsprint auf 100 km/h, sowie weniger als neun Sekunden aus dem Stand bis Tempo 200 benötigen wird.