Zwölfzylinder-Sänfte: Mercedes-Benz S 600

13.01.2014 | Christian Sauer | News

Mercedes-Benz S 600 Drivers Club Germany
Auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit präsentiert Mercedes-Benz den S 600, das Zwölfzylinder-Topmodell der S-Klasse ohne AMG-Motor.

Das V12-Biturbo-Aggregat im S 600 hat mit 530 PS noch mehr Leistung als sein 517 PS starker Vorgänger. Außnahmsweise wird beim vor allem in Nordamerika beliebten Zwölfzylinder nicht auf Downsizing gesetzt, denn der Hubraum stieg von 5,5 auf 5,9 Liter. Das maximale Drehmoment beträgt 830 Nm ab 1.900 Touren. Damit soll das ausschließlich als Langversion erhältliche und 2,2 Tonnen schwere Flaggschiff in nur 4,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, abregeriegelt wird bei Tempo 250. Erstmals verfügt der S 600 serienmäßig über die ECO Start-Stopp-Funktion, zudem erfüllt er die Euro-6-Abgasnorm. Im kombinierten Verbrauch benötigt der S 600 exakt 11,1 Liter/100 km – 21 Prozent weniger als der Vorgänger (14,1 l/100 km).

Die Zahl „600“ ist längst ein Mythos in der Automobilgeschichte: Der im Jahr 1963 präsentierte Typ 600 (W 100) war der erste Personenwagen von Mercedes-Benz mit einem V8-Einspritzmotor. Dieser ebenso starke (250 PS) wie kultivierte Antrieb beflügelte von 1967 an auch die Baureihe W 109 (im Topmodell 300 SEL 6.3). Weitere Spitzenmotorisierungen mit V8-Motor waren der 450 SEL 6.9 der Baureihe 116 (286 PS) und der 560 SE der Baureihe 126 (300 PS in der ECE-Version). Im Typ 600 SE der Baureihe 140 hatte 1991 der erste serienmäßige Zwölfzylinder­motor in einem Mercedes-Benz Personenwagen Premiere. Der M 120 leistete aus 6 Liter Hubraum 408 PS und begründet eine Tradition von V12-Aggregaten als Spitzenmotorisierungen der S-Klasse. Seit der Baureihe 220 bietet Mercedes-Benz zudem von AMG optimierte, besonders sportliche Spitzenversionen mit V8- und V12-Motoren der S-Klasse als S 63 AMG sowie S 65 AMG an.

Die umfangreiche Serienausstattung des S 600 soll seine Rolle als Flaggschiff unterstreichen. So sind unter anderem das LED Intelligent Light System, das MAGIC BODY CONTROL Fahrwerk mit ROAD SURFACE SCAN sowie das Fahrassistenz-Paket Plus serienmäßig. Letzteres umfasst den Aktiven Spurhalte-Assistenten, den Aktiven Totwinkel-Assistenten, BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent, DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent und Stop&Go Pilot, PRE-SAFE Bremse sowie PRE-SAFE PLUS. Statt COLLISION PREVENTION ASSIST verfügt die S-Klasse nun serienmäßig über COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS. Neben dem adaptiven Bremsassistenten, der bereits ab 7 km/h Schutz vor Kollisionen bietet, verfügt dieses System über eine zusätzliche Funktion: Bei anhaltender Kollisionsgefahr und ausbleibender Fahrerreaktion kann das System bis zu Geschwindigkeiten von 200 km/h nun auch eine autonome Bremsung durchführen und so die Unfallschwere mit langsamer fahrenden oder anhaltenden Fahrzeugen verringern. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h bremst das System auch auf stehende Fahrzeuge und kann bis 40 km/h Auffahrunfälle vermeiden.

Wie bei einem Smartphone können ab März mit dem neuen, optionalen Touchpad alle Funktionen der Head-Unit per Fingergeste bedient werden. Zudem erlaubt das Touchpad die Eingabe von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mittels Handschrift, und zwar für jede verfügbare Sprache der Headunit. Das Touchpad bietet damit eine zusätzliche, vollwertige Eingabemöglichkeit zum bestehenden COMAND Controller und zur LINGUATRONIC. Auf Wunsch ist für die S-Klasse ein Head-up-Display verfügbar. Wie in einem Jet blendet das Head-up-Display wichtige Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers in die Frontscheibe ein und sorgt dadurch für geringere Ablenkung vom Fahrbahngeschehen. Das System informiert unter anderem über Geschwindigkeit, Tempolimits und Navigationsanweisungen. Eine eisfreie Frontscheibe bei Minusgraden ganz ohne das lästige Kratzen ermöglicht die elektrische Frontscheibenheizung  als Sonderausstattung. Sie ist als Unterstützung der Klimaanlage gedacht und sorgt im Winter binnen kurzer Zeit für freie Sicht nach vorne.

Die Verkaufsfreigabe für den S 600 erfolgt am 03. Februar 2014. Zum Preis herrscht noch Stillschweigen, über 130.000 Euro werden es aber sicher werden.