Form – Vollendet – Das neue S-Klasse Coupé

13.07.2014 | Anja Sauer | Testrides

Mercedes-Benz S 63 AMG 4Matic Coupé Drivers Club Germany

Mit meinem äußerlich unschuldig, weißen AMG (offizielle Farbbezeichnung Designo Diamantweiß Bright) mache ich mich endlich auf den Weg durch die engen Kurven oder über die Schnellstraßen der Toskana und fühle mich wie auf einem fliegenden Teppich – leider hält mich die Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h vom Abheben ab. Aber gut, auch in gemäßigtem Tempo und auf langen Fahrten ist der AMG, nicht zuletzt dank seines präzise arbeitenden Sieben-Gang-Speedshift-Getriebes, ein wahrer Genuss. Sein 5,5 Liter V8-Biturbo-Motor mit 585 Pferdestärken, die er bei 5.500 Umdrehungen rauskitzelt, katapultiert mich in 4,2 Sekunden von Null auf 100 km/h und der AMG fliegt nur so über die teilweise schlechten Straßen.

Das Fahrwerk ist natürlich perfekt abgestimmt. Knackig, aber nie zu hart gibt er sich unwahrscheinlich komfortabel – für einen Sportler versteht sich, der AMG ist ja schließlich nichts für zarte Gemüter. Sein Drehmoment von 900 Nm liegt bei 2.250 – 3.750 Umdrehungen an und trotz der zwei Tonnen Gewicht wirkt der AMG leicht und kompakt – was sich hoffentlich nicht nur wegen des „carbonhaltigen“ Ausblicks auf die Zierleisten so anfühlt. Der Topspeed liegt bei abgeriegelten 250 km/h, auf Wunsch bis Tempo 300 freischaltbar. Wie gerne wäre ich in diesem Moment auf deutschen Straßen unterwegs. Na ja, so hält sich sein Durst wenigstens in Grenzen, rund 10 Liter soll er im Durchschnitt verbrauchen – das habe ich auch trotz Tempolimit nicht geschafft.

 

Zunächst nur als 4Matic-Allrad wird es beide S Coupés zusätzlich mit Heckantrieb geben, bei der die Magic Body Control der S-Klasse um die weltweit neue Kurvenneigefunktion erweitert ist. Dabei wird die Querbeschleunigung der Insassen in Kurven spürbar reduziert. Ein weiteres Highlight ist das Head-up-Display, erstmals bei Mercedes-Benz bestellbar. Damit kann ich meinen Blick ohne Ablenkung dem Asphalt vor mir widmen. Weiterhin ist der S 63 AMG auf Wunsch mit Carbon-Keramik-Bremsen ausgestattet, deren Bremssättel goldfarben sind.

Wäre da noch die Frage des Preises. Der S 500 4Matic startet bei 125.961 Euro und der AMG 4Matic bei 170.586 Euro. Etwas teurer liegt die Edition 1 mit einigen Extras, die es von beiden Varianten gibt. Hier geht es ab etwa 140.000 Euro für den S 500 los. Dazu kommen noch gewünschte Sonderausstattungen und schon sind ein paar Euros mehr weg. Allerdings bekommt man natürlich beste Qualität, innovative Technik und klar, viele neidische Blicke. Die genieße ich und möchte eigentlich nicht freiwillig wieder aussteigen. Das neue S-Klasse Coupé verdient einfach das Prädikat: Form – vollendet.