Ein Kombi in Topform: Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell

27.07.2014 | Mikhail Bievetskiy | Testrides

Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell Drivers Club Germany
Es ist wieder so weit: Die Stuttgarter präsentieren das neue T-Modell, also die Kombi-Version der C-Klasse und verbinden dabei Klassisches mit Neuem. Mikhail Bievetskiy von NewCarz testete für Drivers Club Germany das neue T-Modell auf Herz und Nieren.

Von außen präsentiert sich die C-Klasse wie gewohnt: Große Frontscheinwerfer und die üppigen Lufteinlässe sind schon von der Limousine bekannt und schaffen eine gewisse Ähnlichkeit zum großen Bruder, der S-Klasse. Auch der Kombi beleuchtet die Straße aus großen, ernsten Scheinwerfer die den mittlerweile typischen Mercedes-Kühlergrill einfassen. In ihm thront der stolze Mercedes-Stern, betont von zwei massiven Chromstreben. Alles in allem wirkt die Front sehr sportiv, aber das ist auch schon beim Stufenheck so.

Seitlich sieht man dann endlich den Unterschied: Das Kombi-Heck. Es wird durch die Dachreling eingeleitet und endet in einem sanften Schwung, der von der typisch-geschwungenen, oberen Dachlinie unterstrichen wird – ein dynamischer Auftritt. Dieser Effekt wird zusätzlich unterstrichen von der Seitenlinie, die mit den Scheinwerfern beginnt und sich in einem sportlichen Schwung bis zum hinteren Türgriff zieht. Hinzu kommt eine sanft ansteigende untere Linie, beginnend mit dem Radkasten und endend mit einer Erhebung an der hinteren Tür.

„Am Heck, guck’ weg“ – nicht so aber bei der neuen C-Klasse. Der hintere Bereich darf als besonders gelungen bezeichnet werden und gefällt mit seiner Schlichtheit und Dynamik. Ausschlaggebend hierfür sind die vielen horizontalen Linien, die sowohl am Diffusor, als auch durch die prägnante Chromleiste oder die Unterkante der Heckscheibe zu finden sind. Trotz all dem geht die Eleganz, die einen Mercedes für gewöhnlich ausmacht, nicht verloren: Die Rückleuchten leiten eine Leichtigkeit ein, die fern ab von jeder Plumpheit oder Designexperimenten für sich steht. Chapeau, Gorden Wagener!

 

Innen erwartet den Fahrer ein ähnliches Ambiente: Edle Materialien wie Leder, Chrom und Klavierlack, sowie eine Verarbeitung, die auf Anhieb gefällt, zeichnen dieses Interieur aus. Man fühlt sich sofort wohl und möchte gar nicht mehr aussteigen, aus diesem modernen schwäbischen Wohnzimmer.

Modern trifft es dabei recht gut: Der frei schwebende Monitor ähnelt nicht nur einem Tablet-PC, sondern schafft auch den Eindruck von Leichtigkeit – ein Stilelement, das wir schon am Exterieur zu schätzten wissen. Zwar geht die erste Armbewegung in Richtung des Bildschirms um zu prüfen, ob dieser abnehmbar ist, jedoch stellt man schnell fest, dass dieser starr ist. Dem wertigen Look tut dies keinen Abbruch. Überhaupt gefällt die Materialauswahl im Innern: Massive Fensterheber, hochwertige Kunststoffe, schöne Interieur-Leisten – alles auf höchstem Niveau.

Doch zurück zum Infotainment: Die Darstellung überzeugt mit einem guten Schärfe, die Rechengeschwindigkeit ist schnell und die Bedienung über das zentrale Touchpad sehr intuitiv. Funktionen, wie etwa die Klimasteuerung, werden aber klassisch über eine separate Einheit in der Mittelkonsole gesteuert – gut so. Zusätzlich verfügte der Testwagen über das Burmester-Soundsystem, welches nach einer kurzen Feinjustierung der Höhen und Tiefen, einen überaus satten Klang für den geringen Aufpreis lieferte: Eine klare Empfehlung.

Betrachtet man die Platzverhältnisse, lässt sich feststellen, dass man zwar auf allen Plätzen gut aufgehoben ist, die beste Positionierung aber dennoch vorne ist. Die Sitze bieten einen gelungenen Kompromiss aus Seitenhalt und Komfort und das machen das Raumgefühl luftig. In Reihe zwei jedoch könnte es für einen großen Menschen etwas knapp werden, sofern die Frontpassagiere ihr Gestühl nicht vorrücken. Zum insgesamt positiven Eindruck gesellt sich noch eine überzeugende Schallisolierung hinzu, die Gespräche in Zimmerlautstärke erlaubt, auch wenn das Tempo hoch ist.

Bei der Kernkompetenz eines Kombis – dem Laderaum – ist auch die neue C-Klasse gut ausgerüstet. Ein gut nutzbares Volumen, allerlei nützliche Ösen und Netze, sowie eine leicht bedienbare Laderaumabdeckung zeugen vom Praxisgeist des Stuttgarters. Dazu zählt auch, dass die Rückbank neuerdings dreigeteilt umgeklappt werden kann.