Erstkontakt: Mercedes-AMG GT

09.09.2014 | Christian Sauer | News

Mercedes-AMG GT
Heute Abend feierte im AMG-Werk in Affalterbach der neue Sportwagen von Mercedes-Benz, der AMG GT seine Weltpremiere. Wir waren live vor Ort dabei.

Nach dem SLS ist der GT zweite von Mercedes-AMG komplett in Eigenregie entwickelte Sportwagen. Sein Frontmittelmotor-Konzept mit Transaxle und der Aluminium-Leichtbau sollen die Grundlage für ein hochdynamisches Fahrerlebnis bilden. Der neu entwickelte AMG 4,0-Liter-V8- Biturbomotor ist zudem das erste Sportwagen-Triebwerk mit innen montierten Turboladern („heißes Innen-V“) und Trockensumpfschmierung. Geplant sind vorerst zwei Leistungsstufen: als GT mit 462 PS und als GT S mit 510 PS. Fahrleistungen wie 3,8 Sekunden für den Sprint von null auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h versprechen in Kombination mit der fahrdynamischen Ausrichtung auch extrem schnelle Runden auf der Rennstrecke.

 

Für Rennstrecken-Performance sorgt die Kombination aus Aluminium-Spaceframe, V8-Biturbomotor mit Trockensumpfschmierung, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse, Sperrdifferenzial, Sportfahrwerk mit Aluminium-Doppelquerlenkerachsen und das niedrige Leergewicht von 1.540 kg. Das Konzept mit Frontmittelmotor und Getriebe in Transaxle-Anordnung ermöglicht eine Gewichtsverteilung von 47 zu 53 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Dies verspricht in Verbindung mit dem tiefen Schwerpunkt ein äußerst agiles Handling und hohe Kurvengeschwindigkeiten. Mit seinem Leistungsgewicht von 3,3 kg pro PS will sich der Mercedes-AMG GT selbstbewusst an der Spitze seines Segments etablieren, wo er beispielsweise auf den Porsche 911 Turbo trifft.

Gleichzeitig soll der Zweisitzer dank praktischer Heckklappe, gut nutzbarem Kofferraum mit 350 Liter Volumen, hohem Langstreckenkomfort und den umfangreichen Angebot von Assistenzsystemen ein unkomplizierter, komfortabler und zuverlässiger Begleiter im automobilen Alltag sein. Auch bei der Wirtschaftlichkeit erzielt der Sportwagen laut Mercedes einen neuen Bestwert: Der Kraftstoffverbrauch von 9,3 Litern je 100 Kilometer (NEFZ gesamt) stellt einen beachtlichen Effizienzsprung dar, zumindest im Vergleich zum inzwischen nicht mehr gebauten SLS AMG. Von ihm übernimmt der GT zwar nicht die spektakulären Flügeltüren, aber wirkt auf den ersten Blick äußerst attraktiv. „Der neue Mercedes-AMG GT ist ein Sportwagen in seiner reinsten Form“, so Gorden Wagener, Design-Chef der Daimler AG und ergänzt. „Atemberaubende Proportionen, kraftvoll modellierte Flächen und fließende Linien machen den neuen AMG zu einem modernen Sportwagen, der den Geist glorreicher Mercedes-Sportwagen in sich trägt. Der GT schafft es so, Schönheit mit Intelligenz perfekt zu verbinden.“

Im Interieur hat Mercedes-Benz das für die eigenen Sportwagen typische, zentrale Gestaltungsthema „Aviation-Design“ stilistisch weiterentwickelt. Dominierend im Cockpit des GT ist die extreme Breitenbetonung der Instrumententafel, die wie ein kraftvoller Flügel wirkt. Vier zentrale Luft-Düsen sowie die einzelnen Düsen außen unterstützen den Eindruck. In Verbindung mit den hohen Bordkanten, den konkav ausgeführten Türinnenverkleidungen und der dynamischen Mittelkonsole will sich der GT damit als echte Fahrmaschine präsentieren. Dazu passen die tiefe Sitzposition in den Integralsitzen mit anscheinend ausgeprägten Seitenhalt. Zur Wahl stehen diverse Farben und Materialien, wie auch für die Zierelemente: Silberchrom, Carbon matt, Carbon glänzend, Black Diamond sowie Glasfaser in Silber matt. Mittig positioniert, dient das frei stehende Zentraldisplay als Blickfang. Liebe zum Detail äußert sich auch an den Bedienelementen der AMG DRIVE UNIT: Sie sind im Stil von acht Zylindern in V-Anordnung angeordnet und unterstreichen den kräftigen und technischen Ausdruck der Mittelkonsole. Dazu gesellen sich zwei klassische Rundinstrumente und das Lenkrad im 3-Speichen-Design mit Aluminium-Schaltpaddles, 12-Uhr-Markierung und einen unten abgeflachten Lenkradkranz.

Nochmal zurück zum Antrieb: Der komplett neue Motor wird traditionell nach dem Prinzip „one man, one engine“ in Affalterbach gebaut und beim Mercedes-AMG GT S ist serienmäßig daran eine Performance Abgasanlage mit vollvariabel gesteuerten Abgasklappen gekoppelt. Für den Einsatz im neuen Sportwagen wurde das AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang Sportgetriebe bei Effizienz, Schaltgeschwindigkeit und Präzision weiter optimiert. Das exklusiv für den GT S reservierte manuelle Fahrprogramm „RACE“ soll die Schaltstrategie des Doppelkupplungsgetriebes optimal an die Bedürfnisse eines Rennstreckeneinsatzes anpassen – kürzeste Schaltgeschwindigkeiten und hochemotionaler Motorsound inklusive. Ab Werk verfügt der GT über ein mechanisches Hinterachs- Sperrdifferenzial, das in allen Fahrzuständen eine hervorragende Traktion und höchste Fahrsicherheit gewährleistet. Der GT S ist serienmäßig mit einem elektronisch geregelten Hinterachs-Sperrdifferenzial ausgerüstet, das in das kompakte Getriebegehäuse integriert ist. Seine gegenüber der mechanischen Lösung nochmals feinfühligere und schnellere Regelung soll den fahrphysikalischen Grenzbereich sogar noch weiter nach oben verschieben.

Bei der Konzeption, Entwicklung und Erprobung des Fahrwerks wurde großer Wert auf die integrierte Abstimmung sämtlicher mechanischer und elektronischer Systeme gelegt. Ob Fahrwerk, 3-Stufen-ESP, Sperrdifferenzial, Lenkung, Aerodynamik, Reifen oder Bremse – erst die gekonnte Feinarbeit und die konsequente Vernetzung der einzelnen Fachbereiche führt zum faszinierenden Sportwagen-Fahrerlebnis mit höchster Präzision und klarem Feedback. Beim Mercedes-AMG GT S gehört das AMG RIDE CONTROL Sportfahrwerk mit elektronisch geregelter Dämpfung in drei Stufen zur Serienausstattung, für den GT ist es auf Wunsch erhältlich. Die Sport-Parameterlenkung ist mit einer variablen Lenkübersetzung ausgestattet, die Fahrzeughandling und -agilität bei niedrigem Tempo steigern soll, während die Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten erhalten bleiben soll. Eine Besonderheit ist die Servounterstützung: Sie agiert nicht nur abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit, sondern auch von der aktuellen Querbeschleunigung und vom gewählten AMG DYNAMIC SELECT Fahrprogramm.

 

Bereits serienmäßig verfügt der Mercedes-AMG GT über eine sogenannte Triebstrang-Dämpfung. Hierbei reduziert ein speziell abgestimmter Dämpfer ungewollte Rollbewegungen des kompletten Antriebsstranges inklusive Transaxle-Getriebe, was Komfort sowie auch Agilität deutlich steigert. Eine weitere Anhebung der Dynamik und der Agilität bewirkt das AMG DYNAMIC PLUS Paket. Es ist exklusiv für den GT S lieferbar und umfasst dynamische Motor- und Getriebelager. Denn bei einer Transaxle-Bauweise übernehmen die Motor- und Getriebelager eine besonders wichtige Funktion: Weiche Lager verbessern den Komfort, da sie Geräusche und Schwingungen besser entkoppeln. Handling und Agilität profitieren hingegen von tendenziell steifer ausgelegten Lagern.   Mercedes-AMG löst diesen Zielkonflikt mithilfe von dynamischen Lagern, die ihre Steifigkeit stufenlos und blitzschnell an die jeweiligen Fahrbedingungen und das Fahrverhalten anpassen. Diese Aufgabe übernimmt eine spezielle Steuerelektronik – der sogenannte AMG CHASSIS CONTROLLER, ACC. Diese erkennt Fahrsituationen anhand von CAN-Daten, ist mit dem elektronischen Hinterachs-Sperrdifferenzial vernetzt und sorgt somit für eine optimale, ausgewogene fahrdynamische Balance. Dabei geht AMG bei der Umsetzung dieser Technologie noch einen Schritt weiter: Die Motor- sowie die Getriebelager werden sogar individuell zueinander angesteuert. Diese innovative Lösung verbessert die Fahrpräzision sowie die Querdynamik nochmals deutlich.

Exzellente Verzögerungswerte und hohe Standfestigkeit erlaubt die Hochleistungs-Verbundbremsanlage – beim GT mit innen belüfteten und gelochten 360er Bremsscheiben rundum, beim GT S an die höhere Fahrleistung angepasst mit 390 Millimetern Durchmesser an der Vorderachse sowie roten Bremssätteln. Auf Wunsch ist für beide Modelle eine Keramik Hochleistungs- Verbundbremsanlage mit 402 Millimetern Durchmesser vorn und 360 Millimetern hinten erhältlich. Serienmäßig rollt der GT auf 19-Zoll-Leichtmetallrädern im 10-Speichen-Design mit Reifen in 255/35 R 19 bzw. 295/35 R 19. Beim GT S lauten die Dimensionen 19 Zoll vorn mit Reifen 265/35 R 19 sowie 20 Zoll hinten mit Reifen 295/30 R 20. Für beide Modelle sind zahlreiche verschiedene Design- und Farbvarianten als Sonderausstattung lieferbar, etwa die besonders leichten Schmiederäder im Kreuzspeichen-Design, schwarz matt lackiert, mit glanzgedrehtem Felgenhorn und vollintegrierter Radschraubenabdeckung. In Kombination mit dem AMG DYNAMIC PLUS Paket sind für den GT S auf Wunsch speziell entwickelte Sportreifen vom Typ Michelin Pilot Sport Cup 2  optional erhältlich – perfekt für ambitionierte Runden auf abgesperrten Rennstrecken. Zu den Preisen der beiden GT-Versionen äußerte sich Mercedes-Benz noch nicht.