Beflügelt: 916 PS und 900 Nm im McLaren P1

20.02.2013 | Christian Sauer | News

McLaren P1 Drivers Club Germany 2

Die Entwicklung des McLaren P1 ist abgeschlossen – in Genf feiert die Serienversion Premiere. Die britische Sportwagenschmiede aus Woking veröffentlichte nun weitere Fotos und die technischen Daten, sowie den Preis ihres neuen Supersportwagens.

Das spektakuläre Design war ja bereits auf der Pariser Automesse im Herbst letzten Jahres zu bewundern. Nun steht fest, McLaren zeigt die finale Serienversion Anfang März in Genf.

Um die Exklusivität zu gewährleisten, sollen nur 375 Exemplare gebaut werden. Trotz des Preises von £866,000 – umgerechnet rund 1 Mio. Euro – dürfte die Nachfrage das Angebot wahrscheinlich schnell übersteigen. Ein Pagani Huayra liegt preislich nahezu identisch gleichauf, der neue Ferrari wird kaum günstiger sein. Vom preislich wie technisch mit dem McLaren vergleichbaren Porsche 918 sollen inzwischen auch schon mehr als die Hälfte der limitierten Produktion von 918 Stück verkauft sein.

Wer die Nase in Sachen Fahrleistungen vorn hat, wird sich erst in einigen Wochen oder Monaten zeigen. Zumindest auf dem Papier sind die Werte des Briten eine Hausnummer: Unter 3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, unter 7 bis 200 und noch beeindruckender, in weniger als 17 Sekunden von 0 auf 300 km/h. Damit ist der neue McLaren P1 fünf Sekunden schneller als der legendäre F1 aus den 1990er Jahren. Der Bugatti Veyron Super Sport mit 1.200 PS, 16-Zylindermotor und Allradantrieb ist mit 17,9 Sekunden minimal langsamer, aber eben langsamer!

Allerdings begibt sich McLaren nicht ins Rennen um den Rekord bei der Höchstbeschleunigung und begrenzt den P1 auf maximal 350 km/h, womit sich nahezu alle Konkurrenten abhängen lassen.

 

Die Kombination eines 3,8-Liter-Biturbo-V8 mit einen von McLaren Electronics entwickelten, leichten Elektromotor produziert sagenhafte 916 PS und 900 Nm Drehmoment. Allein das Benzintriebwerk steuert 737 PS bei 7.500 Touren und 720 Nm ab 4.000 bei. Direkt darauf ist der E-Motor montiert. Dessen Drehmoment liegt typisch für einen Elektromotor direkt ab dem Start an, was sich gerade bei voller Beschleunigung spürbar bemerkbar machen soll. Einen Extra-Schub garantiert IPAS, das Instant Power Assist System. Direkt aus der Formel 1 importiert McLaren das DRS (Drag Reduction System) in den Straßensportwagen. Dabei wird per Knopfdruck am Lenkrad der Heckspoiler flacher gestellt, wodurch eine höhere Geschwindigkeit erzielt wird. Für die Kraftübertragung beider Motoren an die Hinterachse ist ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zuständig. Rein elektrisch, emissionslos und geräuschlos soll eine Strecke von 10 km möglich sein. Die Hochleistungsbatterien wiegen verhältnismäßig geringe 96 kg und lassen sich entweder während der Fahrt über den Verbrennungsmotor oder über in nur zwei Stunden über einen externen Stromanschluss laden. Der McLaren P1 ist somit eine Art „Plug-In-Hybrid“. Kombiniert soll der Supersportwagen weniger als 200 Gramm CO2 je Kilometer produzieren, was für diese Leistungen eine Sensation wäre.

Häppchenweise zeigt McLaren unterdessen auch neue Fotos von ihrer Rakete auf vier Rädern. Erstmals gewährten die Briten nun auch Einblick durch die geöffneten Flügeltüren ins Cockpit. Das ist wie beim kleinen Bruder 12C in das ebenso leichte wie stabile Kohlefaser-Monocoque integriert und minimalistisch gestaltet. Es gibt nur wenige Schalter und Knöpfe, dafür aber leichte Schalensitze. Die werden später individuell den Maßen des Fahrers angepasst und neben viel Seitenhalt, ebenfalls „Fahrkomfort“ bieten. Wichtig für Ausfahrten auf abgesperrten Strecken sind die verfügbaren 6-Punkt-Gurte und genügend Kopffreiheit für das Tragen eines Helms.