Heiß wie ein Vulkan – McLaren 12C Spider

22.12.2013 | Anja Sauer | Testrides

McLaren 12C Spider Drivers Club Germany

Auch im Innenraum findet sich jede Menge Kohlefaser – irgendwoher muss seine Leichtigkeit ja kommen. Überrascht bin ich vom Komfort – es gibt ausreichend Ablagemöglichkeiten und sogar eine Sitzheizung. Sitzheizung? Eine Sitzkühlung wäre besser, denn eigentlich wird’s einem so schon heiß unterm Hintern. Das hochformatige Display des Infotainment-Systems gibt es bisher nur bei McLaren, allerdings ist die Bedienung etwas kompliziert. Das tut dem guten, wenn auch nicht perfekten Eindruck der Qualität allerdings keinen Abbruch. Spannend ist auch die Bedienung der Klimaanlage, deren Knöpfe sich jeweils in den Türen befinden. Dadurch bleibt die Mittelkonsole schmal, Fahrer und Beifahrer sitzen nahe beieinander, also fast mittig, was alles in allem das besondere Fahrgefühl enorm steigert. Das Herzstück des 12C ist ein Carbon-Monocoque (MonoCell). Schon in der Formel 1 war McLaren Vorreiter für diese extrem steife Bauweise. Doch bereits vor 50 Jahren startete Bruce McLaren die legendäre Erfolgsgeschichte des Traditionsunternehmens.

Anlässlich des goldenen Jubiläums baute McLaren den 12C auch als limitiertes Sondermodell mit besonderen Ausstattungsdetails. Die jeweils 50 Coupés und Spider gelten schon jetzt als echte Sammlerstücke. Noch seltener und exklusiver ist nur der McLaren P1, ein ultrastarker Hybrid-Sportler mit insgesamt 916 PS für rund 1,1 Millionen Euro. Leider ist das auf 375 Stück limitierte Ausnahme-Modell bereits ausverkauft. Der P1 gehört damit zur Liga der „Hypersportwagen“, wozu ebenfalls der Ferrari LaFerrari und der Porsche 918 zählen. Sie läuten eine neue Ära ein, die McLaren bereits vor 20 Jahren mit dem dreisitzigen, bis zu 680 PS starken F1 begann.

Zurück zum 12C Spider. Am liebsten würde ich den McLaren einfach behalten. Unser heißer Engländer in Volcano-Orange ist einfach ein genialer Supersportler, der perfekt abgestimmt ist. Er ist in all seinen Facetten extrem – ich finde auch extrem schön. Der Verbrauch liegt offiziell bei 11,7 Litern – wie man sich vielleicht vorstellen kann, hatte der McLaren in Wirklichkeit mehr Durst. Preislich startet er bei rund 230.000 Euro, was bei diesem hochentwickelten Sportler mit technischen Highlights wie dem Carbon-Monocoque relativ günstig ist. Ein Ferrari 458 Italia hat dieses nicht zu bieten, weniger Leistung und kostet mit etwa 220.000 Euro nur unwesentlich weniger. Außerdem besitzt der 12C Spider einen absoluten Exoten-Status. Ich hatte das Gefühl mit einem Testwagen noch nie so aufgefallen zu sein, wie mit ihm. Viele Passanten machten Fotos, sprachen mich an und waren begeistert. Der Wagen muss sich wie ein Star auf dem roten Teppich gefühlt haben. Ich war und bin immer noch hin und weg von diesem Rennauto für die Straße und hoffe auf viele weitere Entwicklungen aus dem Hause McLaren. Auf weitere 50 Jahre!