Männersache: Porsche Boxster S

06.01.2013 | Christian Sauer | Testrides

Unser Testwagen verfügte über das manuelle 6-Gang-Getriebe und wieder einmal stellten wir fest, wie viel Vergnügen traditionelle Handarbeit machen kann, wenn knackig kurze Schaltwege auf einen warten. Praktisch ist die digitale Ganganzeige im zentralen Drehzahlmesser bis 9.000, die es so meistens nur bei automatisierten Getrieben, wie dem 7-Gang-PDK gibt. Dies wurde überarbeitet und stellt so verfeinert eine noch reizvollere Alternative dar, zumal es mit anderen Systemen eng vernetzt ist. Dazu gehören das Stabilitätsprogramm (PSM), die Start-Stopp-Funktion und die Sport-Taste. Optional gibt es für den Boxster nun ebenfalls das von anderen Porsche-Modellen bekannte Sport-Chrono-Paket mit schicker Stoppuhr und der Sport-Plus-Taste im Cockpit. Letztgenannte bündelt diverse Einstellungen für noch mehr Fahrdynamik und bietet in Verbindung mit dem PDK eine Launch Control. Damit sprintet der Boxster S in nur 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Handschalter ist marginal langsamer, dafür allerdings mit 279 km/h Höchstgeschwindigkeit wieder eine Nasenspitze voraus.

Ob mit oder ohne PDK hätte Porsche auch gleich „Fun“ auf den Schalter in der schmalen Mittelkonsole schreiben können, denn die Sport-Plus-Taste bietet versierten Fahrer(innen) eine regelrechte Spaßgarantie. U.a. reagiert die Gasannahme spontaner, das PSM (ESP) greift später ein und sogar das Kurvenlicht unterstützt schnelle Richtungswechsel. Das Fahrwerk wurde mit leichten Komponenten versehen und die Abstimmung optimiert. Die neue elektromechanische Servolenkung agiert direkt und sportlich fest. Feinfühlig folgt der gut beherrschbare Porsche jedem Lenkbefehl, bleibt in Kurven neutral und lässt sich selbst bei Nässe nicht aus der Ruhe bringen. Dabei ist natürlich Konzentration angebracht, schließlich sitzt man(n) in einem Mittelmotor-Sportwagen mit Heckantrieb, der Könner regelrecht zu kontrollierten Drifts einlädt!