Männersache: Porsche Boxster S

06.01.2013 | Christian Sauer | Testrides

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Er steht schon seit seiner Geburt im Schatten seines großen Brudes, des Porsche 911er. In der Vergangenheit wurde er oft als Frauenauto verspottet, doch mit der Neuauflage hat sich einiges geändert. Vor allem als stärkste Version ist der Boxster kaum wiederzuerkennen, wie Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer meint.

Liebe Männer, mir ist klar, wer ihn schon einmal gefahren ist, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit vom 911er-Fieber angesteckt – das geht mir nicht anders. Die Faszination, die der Klassiker seit Jahrzehnten auf Generationen ausübte, ist ungebrochen. Doch Porsche ist schon lange nicht mehr „nur“ 911. Noch bevor Panamera und Cayenne artfremde Segmente eroberten, ging 1996 der kleine Boxster in Serie. Doch es war kein kleines Wagnis, die Marke Porsche mit einem „Volks-Sportler zu verwässern“ und nach der vielversprechenden Studie Boxster Concept von 1993 geriet das Serienmodell mit internem Code 986 optisch leider wenig aufregend. Obwohl mit Sechszylinder-Boxermotor zwischen den Achsen bestückt und mit geringem Gewicht gesegnet, blieb echtes Porsche-Feeling auch hinterm Lenkrad aus. Schnell haftete ihm und später der überarbeiteten Generation 987, sowie dem darauf aufbauenden Cayman das Image eines Frauenautos an. Für uns Männer blieb weiterhin der 911 die erste Wahl und der einzig wahre Porsche.

Mit der neusten Generation des Boxster könnte sich diese vermeidlich klare Rollenverteilung nun ändern: Der „kleine Porsche“ hat in (fast) allen Belangen kräftig zugelegt. Angefangen bei der Optik, die insgesamt deutlich maskuliner wirkt. Die Frontscheibe ist weiter vorn angesetzt und flacher; insgesamt duckt sich der Boxster niedriger auf der Straße. Der längerer Radstand, die breitere Spur und die größeren Räder steigern nicht nur die Attraktivität, sondern auch die Fahrdynamik. Unterm Blech sorgt ein neuer leichter Alu-Hybrid-Rohbau dafür, dass der Roadster trotz allgemeinem Trend zur Gewichtszunahme unter 1.400 kg bleibt. Gegenüber dem Vorgänger konnte Porsche das Leergewicht um rund 30 kg reduzieren. In Verbindung mit dem um 5 PS auf 315 PS erstarkten 3,4-Liter-Motor ergibt sich ein Leistungsgewicht, was annährend dem des 350 PS starken, allerdings auch schwereren 911 Carrera entspricht. Das maximale Drehmoment von 360 Nm liegt zwischen 4.500 und 5.800 Umdrehungen an, der Verbrauch konnte um über 10 % auf durchschnittlich 8,8 Liter mit Handschaltung und 8,0 Liter mit PDK-Doppelkupplungsgetriebe reduziert werden.