Luxuskameras: Hasselblad vs. Leica

21.06.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Leica Cameras Drivers Club Germany

Mindestens genauso akribisch wie bei Hasselblad wird bei Leica im hessischen Wetzlar aufwendige Handarbeit zelebriert. Dabei blieb auch der deutschen Traditions-Marke, deren Wurzeln bis ins Jahr 1849 zurückreichen, eine wechselhafte Geschichte mit zahlreichen Eigentümer-Wechseln nicht erspart. Zuerst beschäftigten sich das „Optische Institut“ und später die daraus hervorgegangenen Leitz Werke mit Mikroskopen sowie Ferngläsern, bis der Mitarbeiter Oskar Barnack 1914 die „Ur Leica“ konstruierte. Die erste erfolgreiche Kleinbildkamera der Welt für einen 35 mm Kinofilm im Aufnahmeformat 24 x 36 mm revolutionierte die Fotografie, die bis dahin durch sperrige Plattenkameras geprägt war. Bedingt durch den ersten Weltkrieg brauchte es noch weitere zehn Jahre, bis die „Leitz Camera“ in Serienfertigung ging und von Forschern sowie Journalisten ebenso eingesetzt wurde wie von Militärs verschiedener Nationen. Mit der Leica II wurde dann erstmals ein integrierter Entfernungsmesser und Wechselobjekte vorgestellt, die den Erfolg weiter ausbauen sollte. 1932 konnte bereits der Verkauf der 100.000 Leica vermeldet werden, doch 1954 kam es noch besser.

 

Die Leica M3 mit Leuchtrahmenmesssucher und Bajonettanschluss zum schnelleren Wechsel der Objektive leitete das Ende der Ära der Schraubgewindekameras ein. Der Filmtransport wurde zudem durch einen Schnellspannhebel wesentlich erleichtert. Die „M“ steht bis heute als Inbegriff der klassischen Leica, die immer noch ohne Autofokus auskommt, dafür leise und schnell auslöst. Wer mit ihr fotografieren will, sollte sich dafür Zeit nehmen und sich mit den Grundlagen der Fotografie vertraut machen. Es gibt sogar aktuelle Modelle, die auf ein Display verzichten sowie spezielle Varianten für analoge Fotografie und für Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dafür lässt sich Leica die Legende mit dem zeitlosen Design und der beeindruckenden Haptik extra bezahlen. Vor allem exklusive Editionen wie die auf 100 Exemplare limitierte Sonderserie M9-P „Edition Hermès“ – Série Limitée Jean-Louis Dumas aus dem Jahr 2012 schlagen teuer zu Buche. Sie kostete samt drei hochwertigen Leica-Objektiven sage und schreibe 40.000 Euro!

Ebenfalls kein Schnäppchen ist die vor wenigen Monaten vorgestellte die Leica M-P „Correspondent“ by Lenny Kravitz. Das auf 125 Exemplare limitierte Set für 22.500 Euro beinhaltet neben zwei Objektiven einen maßgeschneiderten Koffer. Hintergrund der Zusammenarbeit mit Lenny Kravitz ist die Leidenschaft des Künstlers zur Fotografie, die sich auch in seinem Buch „Flash“ mit Fotografien von ihm wiederspiegelt. Seine erste Leica-Kamera bekam er übrigens schon mit 21 Jahren von seinem Vater geschenkt – eine gute Investition. Und auch andere Promis wie Brad Pitt und Mick Jagger nutzen ihre Leicas nicht (nur) als Statussymbol. Selbst Queen Elisabeth II „schwört“ dank einer individualisierten M6, die sie 1986 als Geschenk bekam, auf „Made in Germany“. Wer selbst mehr über den Mythos der Traditions-Marke erfahren möchte, sollte nach Wetzlar fahren. In dem 2014 neu eröffneten Firmensitz ist nicht nur die Leica-Manufaktur beheimatet. Besucher können auch ohne Voranmeldung hautnah historische und neueste Modelle erleben sowie wechselnde Ausstellungen genießen.

Weitere Modelle wie die Leica S als derzeit teuerste Serienkamera aus Wetzlar gibt es in unserer Bildergalerie.