Luxuskameras: Hasselblad vs. Leica

21.06.2015 | Christian Sauer | Lifestyle

Hasselblad vs Leica

Während die Preise der meisten Digitalkameras stetig fallen, geht die Preiskurve im Luxus-Segment steil nach oben. Wir stellen einige der außergewöhnlichsten Exemplare vor und testeten eine der Legenden selbst.

Ein gewohntes Bild: Für das Gros der Profi-Fotografen scheint es nur zwei Marken zu geben – Canon oder Nikon – und deren Topmodelle scheinen mit ihren Preisen von rund 6.000 Euro ohne Objektive auch das Maß der Dinge zu sein. Doch es geht noch teurer als bei den japanischen Marktführern, denn das absolute Luxus-Segment prägen zwei Traditions-Marken aus Europa.

Da ist zum einen Hasselblad mit Sitz in Göteborg: Unter dem Erfinder und Fotografen Victor Hasselblad erlangten ab den 1940er Jahren vor allem die Mittelformatkameras mit dem quadratischen 6×6-Format (56 x 56 mm) weltweiten Ruhm. Zwar nicht von Hasselblad erfunden, wurden sie ein Synonym dafür und ab 1969 bei den Apollo-Missionen der NASA sogar auf der Mondoberfläche benutzt. Nachdem der Astronaut Michael Collins während des Gemini-10-Fluges bei einem Außenbordeinsatz seine Hasselblad verlor, bezeichneten einige schwedische Zeitungen diese Kamera daraufhin als ersten schwedischen Satelliten im Weltall. Doch auch auf der Erde überzeugten die mechanischen Wunderwerke mit ihrer hohen Zuverlässigkeit sowie den leistungsfähigen Objektiven von Carl Zeiss. Die legendäre 500er Baureihe wurde über die Jahrzehnte ständig weiterentwickelt, optional zur Digitalkamera erweitert und wird heutzutage selbst nach ihrem Produktionsende immer noch vorzugweise für aufwendige Fotoproduktionen in Studios genutzt.

 

Hasselblad bietet für private Nutzer neben modernen Spiegelreflex-Modellen vor allem die Stella-Kompaktkameras und die spiegellosen Lunar-Systemkameras an. Beide Baureihen verbindet ihre Herkunft, denn sie sind technisch größtenteils mit Sony-Modellen identisch. Doch warum sind die Hasselblad-Derivate dann mit ihren Preisen von teilweise über 10.000 Euro um ein vielfaches teurer? Statt einfachem Plastik werden besonders exklusive Materialien verwendet, beispielsweise Aluminium und Carbon für den Korpus, aber mit Mahagoni oder Padouk auch exotische Hölzer für den Griff. Den vorläufigen Höhepunkt der Individualisierung – die Kritiker als Dekadenz bezeichnen – stellt die jeweils auf 200 Exemplare beschränkte Lunar Gold Limited Edition und Chrom Limited Edition dar. Ihre Editionsnummer wird individuell graviert und der Griff ist aus Hirschleder gefertigt.