Lexus NX 300h: Mehr Schein als Sein?

08.03.2015 | Christian Sauer | Testrides

Lexus NX 300h Heck

Allerdings hat Lexus beim NX leider ein Manko von den anderen Modellen übernommen – das stufenlose Planetengetriebe. Bei starker Beschleunigung oder an Bergen lässt es den Vierzylinder sehr laut aufheulen. Durch die hohen Drehzahlen steigt zudem der Verbrauch über den offiziell angegebenen Durchschnitt von 5,1 bis 5,3 Liter. Sieben bis acht scheinen realistisch und könnten auch weniger sein, wenn mehr beziehungsweise länger elektrisch gefahren würde. Doch ohne externen Stromanschluss könnten größere Batterien nicht mehr allein durch den Benziner oder die Rekuperation geladen werden – erstaunlich, dass Lexus als Ableger des Hybrid-Pioniers Toyota bis lang keinen Plug-in-Hybriden anbietet und der Mutterkonzern selbst mit dem Prius auch erst ein Modell hat. Gerade hierzulande kommt dann natürlich immer wieder der Wunsch nach einem Diesel auf, den Lexus aber nicht erfüllt – viele Märkte wie die USA sind eben (weiterhin) nicht von den Vorteilen der Selbstzünder zu überzeugen.

Eine interessante Alternative könnte der NX 200t mit neu entwickeltem 2,0 Liter großem Turbo-Benzinmotor samt 238 PS und ebenfalls neuer Sechs-Stufen-Automatik aber ohne Elektro-Unterstützung werden. Bei wahrscheinlich ähnlichen Verbrauchswerten im Alltag, fällt  die Beschleunigung mit 7,1 Sekunden bis 100 km/h statt 7,3 sowie die Höchstgeschwindigkeit mit 200 km/h statt Tempo 180 sogar besser aus als im NX 300h. Preislich liegt der NX 200t allerdings auch rund 2.000 Euro teurer als der von uns getestete Hybrid, der bei 39.800 Euro startet. Voll ausgestartet kratzt das kompakte SUV dann jedoch die 60.000-Euro-Marke. Ein Premium-Auto kostet eben auch Premium-Geld, ob aus Deutschland oder Japan kommend. Wem das nicht stört findet mit dem Lexus NX ein ebenso sehenswertes wie reizvolles neues SUV-Modell.