Eiskalt genießen: Lappland Ice Driving

12.01.2014 | Christian Sauer | Lifestyle, Testrides

Lap Ice Driving 2014
Im hohen Norden Schwedens finden diese Saison wieder Wintertrainings der besonderen Art statt. Auf zugefrorenen Seen werden originalgetreue Formel-1-Pisten nachgebaut, auf denen mit Sportwagen verschiedener Marken gedriftet und Gas gegeben wird.

In der einsamen Gegend um den Ort Arvidsjaur, nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises testen nahezu alle Automobilhersteller und -zulieferer ihre neuen Produkte in extremer Kälte. Daneben finden in Finnland und auch im schwedischen Teil Lapplands regelmäßig Wintertrainings auf Eis und Schnee statt. Wer wie wir letztes Jahr einmal an einer solchen Veranstaltung, beispielsweise der Porsche Driving Experience  teilgenommen hat, weiß nur zu gut, wie viel Spaß das Driften mit Spike-bereiften PS-Boliden bereitet. Unter Anleitung erfahrender Instruktoren lernt man immer noch ein bisschen mehr über die Geheimnisse der Fahrdynamik und seine eigene Fahrtechnik zu verbessern. Oft werden verschiedene Level angeboten, die aufeinander aufbauen.

Wem das immer noch nicht reicht oder wer nicht nur immer mit den Modellen einer Marke Gas geben will, denen empfehlen wir Lappland Ice Driving. Auf über 300 Hektar werden mit Hilfe von GPS-Daten Formel-1-Rennstrecken wie der Nürburgring, Silverstone oder Paul Ricard originalgetreu nachgebaut. Daneben gibt es weitere Übungsstrecken und Kreisbahnen. Der illustre Fuhrpark wird jedes Jahr erweitert und zu Ausnahmesportlern à la Audi RS4, Corvette Z06, Lamborghini Gallardo oder Subaru STI gesellen sich diese Saison der aktuelle Porsche GT3, ein historischer Lancia Delta Integrale Evo 2 sowie die neuen Maserati Ghibli und Quattroporte dazu. Insgesamt stehen über 30 Wagen zur Verfügung, die mit bis zu 600 Nägeln pro Reifen, speziellen Kühlmitteln und Zusatzscheinwerfern für den speziellen Einsatz fit gemacht werden. So ist Action und Sicherheit garantiert.

Das findet auch Yvan Muller, vierfacher Tourenwagen-Weltmeister in der WTCC und selbst begeisterter Eisrennfahrer. Der Elsässer ist offizieller Botschafter von Lappland Ice Driving und persönlich jedes Jahr vor Ort unterwegs: „Der Kurs hier setzt Maßstäbe an Hochwertigkeit, Vergnügen und Exklusivität. Er ist im Ice Driving das Beste vom Besten. Aber er hilft mir auch, alle meine Reflexe für hohe Geschwindigkeiten zu trainieren und für die kommende Saison fit zu halten.“ Weiter schwärmt der Profi: „Die Sicherheitsstandards sind optimal, es gibt kein Risiko und man genießt den Rausch der Kurven, das Driften, das Beschleunigen, den eisigen Staub, das Adrenalin und die viele verschiedenen Formel-1-Kurse.“

 

Neben der individuellen Anreise – auf Wunsch sogar per Privatjet – werden auch kurzweilige Rahmenprogramme organisiert: „Wer noch Energie hat, kann Schneemobil fahren oder eine Hundeschlittentour machen. Aber die meiste Zeit sind sie ja auf der Strecke unterwegs. Von 9 Uhr morgens bis 18 Uhr. Das ist zumeist Bewegung und Abenteuer genug.“ so Yvan Muller. „Ich freue mich in diesem Jahr natürlich schon riesig auf den nachgebauten Nürburgring. Dieser legendäre Streckenklassiker gehört hier einfach her. Es ist ein kribbeliges Gefühl, hier anzukommen und zu wissen, da gibt es eine neue Strecke und das ist der Nürburgring, den ich ja auch im Original sehr gut kenne. Es macht dann großen Spaß zu vergleichen, und jedes Jahr bin ich überrascht, wie ähnlich die Eiskurse sich im Vergleich mit den Originalen anfühlen.“

Direkt neben den Pisten liegen zwei Clubhäuser, wo die Fahrer bei einem Espresso, einer Tasse Tee und typischem schwedischen Gebäck entspannen oder ihre Erfahrungen austauschen können. Sogar WiFi gibt es in der Abgeschiedenheit. In Lappland scheint wirklich an alles gedacht zu sein. Die naturgemäß kurze Saison für das Ice Driving beginnt dieser Tage und endet im März. Für das zwei- bis viertägige Programm samt Unterkunft fallen mindestens 4.000 Euro an. Dafür bekommt man aber auch ein außergewöhnliches Erlebnis der Sonderklasse. Also auf nach Schweden und eiskalt genießen!