Echter SUV: Land Rover Discovery Sport

02.02.2015 | Christian Sauer | Testrides

Land Rover Discovery Sport Drivers Club Germany Fahrbericht
Der Freelander-Nachfolger will mit dynamischer Optik und Features der Range Rover Modelle überzeugen – wir haben den vielseitigen SUV in den Alpen getestet.

Der britisch-indische Autobauer Jaguar Land Rover gibt weiter Gas und arbeitet fleißig an neuen Modellen. Während die kleine Raubkatze XE der etablierten Mittelklasse Angst einjagen und der legendäre Defender vor seiner Neuauflage mit Sondermodellen in Rente geschickt wird, soll der Discovery Sport als kompakter SUV und zugleich größerer Ersatz für den bisherigen Freelander durchstarten.

Seinen Vorgänger überragt die komplette Neukonstruktion um neun Zentimeter, mit 4,59 m bleibt der Discovery Sport aber 24 cm kürzer als der weiterhin gebaute Discovery. Beim Design teilen sich beide einige Details, insgesamt erinnert die Optik jedoch noch mehr an den Range Rover Evoque, Range Rover Sport und den großen Range Rover. Sogar den Top-Modellen von Land Rover hat der Discovery Sport ein Sicherheits-Feature voraus, das auch von außen erkennbar ist. Direkt vor der Windschutzscheibe entfaltet sich nämlich im Falle eines Unfalls mit einem Fußgänger ein breiter, in die Motorhaube integrierter Airbag. Doch nicht nur deswegen erhielt er  fünf Sterne im Euro NCAP Crashtest. Zahlreiche aktive Systeme sorgen darüber hinaus für Sicherheit sowie für ein besseres Fahrverhalten.

 

Serienmäßig sind Torque Vectoring mit Bremseingriff in Kurven und permanenter Allradantrieb mit Haldex-Kupplung (Efficient Drive) an Bord. Optional gibt es einen bei Bedarf automatisch zuschaltenden Allradantrieb (Active Driveline) mit zwei elektronisch gesteuerten Lamellenkupplungen. Das soll Kraftstoff sparen und auf Straße für mehr Dynamik sorgen. Neu ist auch der gleichnamige Modus des Terrain-Response-Systems, das auf Wunsch die von den anderen Modellen bekannten, vorprogrammierten Spezialprogrammen für verschiedene Untergründe im Gelände ergänzt – doch dazu später mehr. Erstmal geht es für uns über mehr oder wenige aufgetaute, und verschneite Straßen in den Alpen.

Die Kombination von 19-Zoll-Winterrädern und elektrischer Servolenkung verleiht dem dank Leichtbau-Komponenten rund 1,8 Tonnen wiegenden Discovery Sport eine gewisse Leichtigkeit. Recht agil, sicher und entspannt erobert der SUV schnell unsere Sympathien. Selbst ohne die adaptiven MagneRide-Stoßdämpfer wurde eine komfortable aber nicht zu weiche Abstimmung gefunden, mit der sehr entspanntes Fahren möglich ist. Dazu passen die modernen Vierzylinder-Motoren: Wir fuhren mit dem SD4 den stärksten von zwei Dieseln mit jeweils 2,2 Liter Hubraum. Daraus werden 190 PS und 420 Nm geschöpft. Als schwächere Leistungsstufe wird der TD4 samt 150 PS und 400 Nm sowie der Si4-Benziner mit zwei Liter Hubraum und 240 PS angeboten. Der bietet allerdings „nur“ 340 Nm und ist ausschließlich mit der 9-Stufen-Automatik von ZF erhältlich. Die Diesel haben serienmäßig ein manuelles 6-Gang-Getriebe an Bord, das auch gute Arbeit verrichtet. Während der Verbrauch mit rund sechs Litern und die Höchstgeschwindigkeit mit 188 Km/h identisch sind, fallen dank der breit gespreizten Automatik die Fahrleistungen besser aus – bei unserem Testwagen 8,9 statt 10,4 Sekunden auf Tempo 100.