Zum 50-jährigen Jubiläum – Lamborghini Veneno

07.03.2013 | Anja Sauer | News

Lamborghini Veneno Drivers Club Germany 3

Ebenso wie die Front ist auch das Heck des Veneno aerodynamisch optimiert auf den Luftstrom am Unterboden und auf Fahrdynamik in schnellen Kurven. Der glattflächige Wagenboden geht über in einen weit nach hinten gezogenen Diffusor, der die vier voluminösen, durch einen Splitter getrennten Endrohre der Abgasanlage einrahmt. Großflächige Öffnungen dienen der Motorraumentlüftung und leiten die Luft zum Heckflügel. Die einzige geschlossene Fläche am Heck ist für das Kennzeichen vorgesehen. Die Heckleuchten nehmen das Y-Motiv der Frontleuchten wieder auf. Die Motorhaube besitzt sechs kiemenartige Öffnungen, hier steht die optimale Ableitung der Motorwärme im Mittelpunkt. Die Abdeckung mündet in eine große zentrale „Hai“- Finne, die die Längsstabilität des Hecks beim Beschleunigen und Bremsen erhöht, indem zusätzlicher Anpressdruck generiert wird, der gleichzeitig zur Erhöhung der Kurvengeschwindigkeiten beiträgt. Der eigens einstellbare Heckflügel ist das Ergebnis der Erfahrungen aus dem Motorsport sowie intensiver aerodynamischer Simulation um einen optimalen Luftfluss beim Zusammenspiel von Heckflügel und Heckdiffusor zu erreichen.

Auch das Design der exklusiven Leichtmetallräder (vorn 20 Zoll, 21 Zoll hinten jeweils mit Zentralverschlüssen)ist von der aerodynamischen Funktion bestimmt: Ein Kohlefaserring um den Felgenkranz arbeitet wie eine Turbine und liefert zusätzliche Kühlluft zu den Carbon-Keramik-Bremsscheiben.

Lackiert ist der Veneno in einem neu entwickelten, metallisch wirkenden grauen Farbton, einzelne Teile glänzen im Schwarz der sichtbaren Kohlefaserstruktur. Das einzige Fahrzeug, das alle drei Farben der italienischen Flagge als Detail aufweist, ist das in Genf ausgestellte Exemplar, welches im Besitz von Lamborghini bleiben wird. An den drei Kundenfahrzeugen werden jeweils eine einzelne der Nationalfarben zu sehen sein und stellen daher drei Einzelstücke dar. Zusammen genommen bilden Sie eine Trilogie mit grün, weiß und roten Farbakzent.

Der Veneno ist ein weiterer Beleg für die einzigartige Kompetenz von Lamborghini beim CFK-basiertem Leichtbau. So bildet ein Monocoque aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff die Basis des Veneno. Es entspricht – ebenso wie die Aluminium-Hilfsrahmen vorne und hinten – weitgehend dem Monocoque des Aventador, wurde aber in seiner Form dem neuen Design angepasst. Sämtliche Exterieur-Teile bestehen ebenfalls aus CFK. Der Veneno erfüllt die gültigen Sicherheits- und Zulassungsvorschriften weltweit, auch alle Sicherheitssysteme von den Airbags bis zum angepassten Fahrdynamiksystem ESP sind selbstverständlich vorhanden.

Kohlefaser dominiert auch den Innenraum des Veneno. Das Carbon Monocoque ist sichtbar im Bereich des zentralen Tunnels und der Seitenschweller. Die beiden Leichtbau-Schalensitze sind aus dem für Lamborghini patentierten Forged Composite gefertigt. Als Bezugsmaterial für das komplette Cockpit, einen Teil der Sitze und den Dachhimmel wird die gewebte Kohlefaser CarbonSkin verwendet, die mit einem ganz speziellen Harz getränkt wurde. Dies macht die Faserstruktur stabil und lässt das Material dennoch weich bleiben. Wie ein Hightech-Stoff passen sich diese extrem elegant wirkenden Kohlefasermatten jeder Form perfekt an, und Sie reduzieren selbstverständlich das Gewicht des Fahrzeugs. Das Rennsport Ambiente ist auch auf das Armaturenbrett übertragen worden. Dieses ist völlig neu gestaltet, und dank neuer grafischer Oberfläche und der Einführung einiger zusätzlicher Funktionen wie dem G-Kraft-Messer liefert es alle notwendigen Informationen zur perfekten Kontrolle über den Supersportler.

Der konsequente Carbon-Leichtbau des Veneno ist nicht nur sichtbar, er wird natürlich auch auf der Waage spürbar: Mit einem Trockengewicht von nur 1.450 Kilogramm ist der Veneno sogar um 125 kg leichter als der bereits extrem durchtrainierte Aventador. Das niedrige Gewicht garantiert eine einfach überwältigende Performance, die selbst vom ausgezeichneten Beschleunigungswert von 2,8 Sekunden in der Theorie nur annähernd beschrieben werden kann. Trotz der auf extremen Abtrieb ausgelegten Aerodynamik besitzt der Veneno einen niedrigen Luftwiderstand, was ihm eine Höchstgeschwindigkeit von beachtlichen 355 km/h erlaubt – den Veneno muss man eben in der Praxis erleben, man muss ihn spüren.

Mit einem Hubraum von 6,5 Liter begeistert der Zwölfzylinder durch Drehfreude und enorme Durchzugskraft. Seine Leistung konnte auf 750 PS angehoben werden, was durch vergrößerte Ansaugwege, eine optimierte Thermodynamik, eine etwas höhere Nenndrehzahl und eine Abgasanlage mit noch geringerem Gegendruck ermöglicht wurde. ISR-Schaltgetriebe, permanenter Allradantrieb und Pushrod-Radaufhängungen wurden in ihrem jeweiligen Setup den Anforderungen des Veneno angepasst.

Beim Genfer Autosalon 2013 wurde der Prototyp des Lamborghini Veneno mit der Nummer 0 gezeigt. Die drei, bereits zum Preis von rund 3,5 Millionen Euro verkauften, Unikate werden im Laufe des Jahres 2013 produziert und an ihre künftigen Besitzer übergeben. Was in Zukunft mit dem Veneno geschieht, steht noch in den Sternen, aber er wird ganz sicher Lamborghini bei weiteren Testaktivitäten zur Entwicklung von Innovationen dienen, sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke.