Best of 2015: Lamborghini Aventador LP 750-4 Superveloce

30.12.2015 | Christian Sauer | Testrides

Lamborghini Aventador LP 750-4 Superveloce Drivers Club Germany
Drivers Club Germany Chefredakteur Christian Sauer nahm es auf der Formel-1-Strecke von Barcelona mit dem schnellsten und stärksten „Kampfstier“ der Welt auf.

Der Name „Superveloce“ und seine Abkürzung „SV“ sind legendär. Sie stehen für „superschnell“ und in der langen Firmengeschichte durften bislang erst drei Modelle aus Sant’Agata Bolognese beides tragen. Es waren jeweils die asketischen Top-Versionen vom Miura, Diablo und Murciélago mit zwölf Zylindern, die zu raren Sammlerstücken wurden. Nicht zu verwechseln sind sie mit den Zehnzylinder-Modellen à la Gallardo und zukünftig wohl ebenfalls dem Huracán, die „Superleggera“ als Zusatz für „superleicht“ ziert. Doch auch der Aventador ist als SV leichter geworden. Insgesamt sind es rund 50 Kilogramm, die durch zahlreiche Diät-Maßnahmen eingespart wurden und das Gewicht auf 1.525 Kilogramm reduzieren. Dafür bestehen nun noch mehr Teile der aufregend gezeichneten Karosserie aus Carbon, ebenso wie der riesige Heckflügel. Anders als beim „normalen“ Aventador fährt er nicht aus, sondern krönt fest das breite Heck und ist manuell in drei Positionen einstellbar. Im überarbeiteten Cockpit muss sich das Monocoque aus dem schwarzen Wundermaterial nicht mehr von neugierigen Blicken verstecken. Optisch sehr interessant finden wir zudem die Zierelemente aus recyceltem Carbon und die „Carbon Skin“, womit als noch leichtere Alternative zu Alcantara beispielsweise der Dachhimmel verkleidet ist. Neu sind außerdem die Carbon-Schalensitze, die extrem guten Seitenhalt bieten und dennoch nicht unbequem wirken. Sie eignen sich perfekt für den Einsatz auf Rennstrecken, ebenso wie die vom Motorsport inspirierten und neu gestalteten digitalen Instrumente mit dem Drehzahlmesser als zentrale Information.

 

Die maximale Drehzahl des grandiosen Zwölfzylinder-Triebwerks mit 6,5 Liter Hubraum wurde auf 8.500 Umdrehungen erhöht und durch Optimierungen verschiedener Details erreicht es nun 750 PS und 690 Nm Drehmoment ab 5.500 Touren. Zu Gunsten des spontaneren Ansprechverhaltens bei niedrigen Drehzahlen und des emotionaleren Sounds verzichtet Lamborghini auf Turbolader. Und anders als der LaFerrari, McLaren P1 und Porsche 918 Spyder unterstützt auch kein Elektromotor den Benziner des Aventador Superveloce. „Uns ging es insbesondere um das Leistungsgewicht – also weniger Gewicht bei mehr PS, den Abtrieb und wie einfach der Wagen zu fahren ist.“ begründet dies Lamborghini-Präsident Stephan Winkelmann auf unsere Nachfrage und ergänzt „Ein Hybrid ist im Moment bei Lamborghini nicht in der Planung. Es geht uns nicht um Innovation um jeden Preis, denn Innovation muss mit Performance einhergehen.“ Ohne elektrischen Boost kann das bis dato stärkste Serienmodell aus Sant’Agata Bolognese seine ärgsten Konkurrenten im Auto-Quartett bei der reinen Leistung zwar nicht ausstechen, aber die Fahrleistungen sind dennoch extrem beeindruckend. In atemberaubenden 2,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h brennt der Kampfstier eine Fabelzeit in den Asphalt. Lediglich 8,6 vergehen von null bis Tempo 200 und mit seinem Topspeed von offiziell über 350 km/h gebührt dem Aventador SV derzeit zudem der Titel des schnellsten Serien-Lambos. Mindestens ebenso wichtig ist in der Königsklasse der Sportwagen die Rundenzeit von knapp unter sieben Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife, womit er nur knapp hinter dem Rekordhalter Porsche 918 Spyder bleibt.