LaFerrari heißt der Nachfolger des Ferrari Enzo

05.03.2013 | Christian Sauer | News

LaFerrari Drivers Club Germany

Das Geheimnis um den ist gelüftet: Das lang erwartete limitierte Ferrari Sondermodell, von dem nur 499 Stück gebaut werden, heißt LaFerrari! Damit steht er in einer Linie mit dem 288 GTO, F40, F50 und Ferrari Enzo. Auch beim Preis gibt es Superlativen – 1 Mio. Euro zzgl. Steuern kostet der Konkurrent des McLaren P1 und Porsche 918 Spyder.

Ferrari Präsident Luca di Montezemolo ließ es sich wie immer nicht nehmen, den jüngsten Spross der Ferrari-Dynastie selbst zu präsentieren und erklärte dabei sichtlich stolz: „Wir haben beschlossen, dieses Modell LaFerrari zu nennen, weil es genau das verkörpert, was unser Unternehmen ausmacht: Exzellenz, bezogen auf technische Innovation, Leistung, visionäres Design und pures Fahrvergnügen. Es ist ein wirklich außergewöhnliches Fahrzeug für unsere Sammler mit einem herausragenden Konzept, das in Zukunft auch in das übrige Produktangebot Eingang finden wird. Der LaFerrari ist ein Meilenstein für die gesamte Automobilindustrie und vereint in sich die komplette Erfahrung, die wir in den vergangenen Jahren auch in der Formel 1 gesammelt haben. Er ist Ausdruck der unübertroffenen Konstruktions- und Design-Expertise von Ferrari.”

 

Für Ferrari bietet die Entwicklung eines solchen Sondermodells die Gelegenheit, neue technisch anspruchsvolle Lösungen zu erproben, die später dann in die Serienproduktion übernommen werden können. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Integration des Hybrid-Antriebes. Dabei konnte sich Ferrari auf die Erfahrung des Ferrari Formel-1-Teams mit dem KERS-System stützen. Die eingesetzte Hybrid-Technologie, HY-KERS genannt, ermöglicht den Spagat zwischen maximaler Leistung und einen für die Leistung relativ geringem Verbrauch sowie Schadstoffausstoß. Ein reiner Elektro-Antrieb war nie das Ziel bei der Entwicklung des LaFerrari, dennoch soll es mit dem HY-KERS-System zukünftig möglich sein, mehrere Kilometer rein elektrisch zu fahren.

 

Das Hybridsystem besteht aus zwei Elektromotoren, wobei einer für die Antriebsräder und der zweite für die Fahrzeugsysteme vorgesehen ist. Das Batteriepack bestehend aus zwei Zellen, ist am Boden des Chassis platziert ist und wird wie die Formel-1-Rennwagen in der Motorsport-Abteilung von Ferrari montiert. Durch die Erfahrung mit dem KERS-System konnten die einzelnen Komponenten in Größe und Gewicht reduziert werden. So wiegen die Batterien nur 60 kg und liefern dennoch eine enorm hohe Energiedichte. Die Batterien werden auf mehreren Wegen aufgeladen: beim Bremsen und jedes Mal, wenn der Benzin-Motor ein höheres Drehmoment erzeugt als erforderlich, beispielsweise bei Kurvenfahrten. Dann wird das überschüssige Drehmoment nicht an die Räder geleitet, sondern in Energie umgewandelt und in den Batterien gespeichert. Der 120 kW (163 PS) starke Elektromotor ist über das ein Doppelkupplungsgetriebe mit dem Zwölfzylinder-Verbrennungsmotor verbunden.

 

Aus sechs Litern Hubraum schöpft der Benziner allein 800 PS und erreicht eine maximale Drehzahl von 9.250 Touren, ein Rekord für einen Motor dieses Hubraums. Weitere Besonderheiten sind ein sehr hohes Verdichtungsverhältnis von 13,5:1 und eine hohe spezifische Leistung von 128 PS pro Liter. Zusammen wird eine kombinierte Leistung von 963 PS und ein maximales Drehmoment von mehr als 900 Nm erreicht. Die durch den Elektromotor erreichten hohen Drehmomentwerte schon bei niedrigen Drehzahlen erlaubten es den Ingenieuren, die Leistung des Verbrennungsmotors zu optimieren und so über den gesamten Drehzahlbereich hinweg konstant extrem hohe Leistung zu erzeugen. Die von Ferrari entwickelten Algorithmen sorgen für die perfekte Abstimmung zwischen Elektro- und V12-Motor. Ein Beispiel: In Kurven hält das HY-KERS-System die Drehzahl des V12 hoch, um die Beschleunigung am Kurvenausgang zu verbessern. Das Fahrzeug soll dank der Elektronik intelligent auf das Verhalten des Fahrers reagieren und ein unvergleichliches Fahrgefühl bieten.

 

Ein weiterer innovativer Aspekt des LaFerrari ist die Kombination des Hybridsystems mit der aktiven Aerodynamik. Die Ingenieure erzielten dank intensiver Entwicklungsarbeit mit Hilfe von Computer-Analysen und aufwendigen Tests im Formel-1-Windkanal die höchste jemals mit einem straßenzugelassenen Wagen erreichte aerodynamische Effizienz. Diffusoren, Leitbleche am Unterboden sowie der Heckspoiler generieren bei Bedarf sehr viel Anpresskraft, ohne den Strömungswiderstand insgesamt zu erhöhen. Diese Elemente werden basierend auf zahlreichen Leistungsparametern von der dynamischen Fahrzeugkontrolle in Echtzeit überwacht und automatisch gesteuert. Auf diese Weise ist stets die ideale, auf die jeweilige Fahrbedingung abgestimmte Konfiguration gewährleistet.